20.06.2010

2009er Jahrgang von Domaine Mathis Bastian verkostet

von Romain in Location Luxembourg

Anfang Juni 2010 hatten wir das Vergnügen, den 2009er Jahrgang des Weinguts Mathis Bastian aus Remich zu verkosten. Als Mise en Bouche dienten der Crémant Brut, danach der als Weißwein ausgebaute Pinot Noir von 2007.

Dann begann im Beisein von Mathis Bastian und seiner Tochter und Junior-Chefin Anouk das eigentliche Pröbeln des rezenten Jahrgangs. Nachfolgend die Verkostungsnotizen aller Weine, wobei es zu beachten gibt, dass der 2009er als ein besonders ausgereifter Jahrgang an der Luxemburger Mosel gilt.

 

 

1. Bastian Crémant Brut.

 

Der hochwertige Schaumwein zeigt sich fruchtig an der Nase. Sein Bukett erinnert entfernt an grüne Walnüsse. Angenehm am Gaumen, bietet dieser Crémant aus Riesling, Pinot Blanc, Auxerrois und etwas Pinot Noir, welcher als Weißwein ausgebaut wurde, ein harmonisches Gefüge.

 

2. 2007 Pinot Noir, als Weißwein ausgebaut (vinifié en blanc).

 

Fruchtiges Bukett von weißen und roten Johannisbeeren, sowie sekundäre vegetale Akzente von Cassis-Blättern an der Nase. Dieser trockene Spätburgunder (Restzucker 2g/l)punktet mit fruchtiger Säure, die ihm eine angenehme Frische verleiht. Ein perfekter Sommerwein, der bereits die optimale Trinkreife erreicht hat.

 

3. 2009 Pinot Gris – Gris de Gris.

 

Leichte Färbung durch 12 Stunden Maischestandzeit. Etwas säuerlich-fruchtig im Bukett, hat dieser Grauburgunder, der als Klassiker im Sortiment von Bastian gilt, mehr Präsenz am Gaumen als der weiße Spätburgunder. Seine Vollfruchtigkeit zeigt sich auch im mittellangen Nachhall. Im Moment etwas eckig, wird der noch zu junge Weißwein ein besseres Bild in einigen Monaten abgeben.

 

4. 2009 Auxerrois.

 

Floral und feinfruchtig, gefällt der Auxerrois von Bastian immer wieder durch seine Vollmundigkeit.

 

5. 2009 Pinot Blanc, Coteaux de Remich.

 

Der junge und sehr frische Weißburgunder punktet mit gehörig Struktur und Vollfruchtigkeit, was auf den sehr ausgereiften Jahrgang zurück zu führen ist. Der lange Nachhall macht diesen Wein zu einem perfekten Begleiter zu Fisch, Kalbfleisch oder Geflügel.

 

6. 2009 Chardonnay, im Barrique ausgebaut.

 

Die Nase erinnert an weißes Steinobst und Akazienblüten. Fruchtig und fein mineralisch findet sich ein ausgeprägt floraler Unterton am Gaumen. Leicht kreidiger Eindruck im Abgang, was auf die Remicher Lage zurück zu führen ist.

Dieser Wein wird größtenteils in Fässern vom 2ten und 3ten Jahr ausgebaut.  10 Monate Barrique-Reife. Vermarktung unter der Bezeichnung „Remich Clos des Eglantiers“.

 

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Die Familie Bastian ist mit ihren 2009er-Weinen durchaus zufrieden

 

 

7. 2009 Pinot Gris.

 

Grauburgunder mit exotischer Frucht-Variante an der Nase (Litchi  und Rambutan ) Im Bukett auch Anklänge von weißem Pfirsich. Gefällt mit der ausgewogenen Balance am Gaumen, und der ausgeprägten Fruchtigkeit im Nachhall.

 

8. 2009 Pinot Gris Wellenstein Foulschette, Fass 22.

 

Würziges Bukett mit deutlichen Anklängen von süßlich-warmem Bali-Pfeffer. Bereits ausgewogen am Gaumen, ist die feine Mineralität im Abgang gut vernehmbar. Momentan eher verhalten, wird der Foulschette sein klassisches Aromenspiel frühestens in sechs Monaten freigeben.

 

9. 2009 Pinot Gris Wellenstein Foulschette, Fass 33.

 

An der Nase vielschichtiges Bukett nach weißen Blüten und frischen Aprikosen In der Attacke feingliedrig strukturiert, zeigt sich der Grauburgunder in der Mitte mit einem Säuregerüst, welches dem Wein Tiefgang und viel Potenzial beschert. Als Gastronomiewein besonders anzuraten. **

 

10. 2009 Riesling Primerberg.

Fruchtiger und sehr frischer Riesling. Am Gaumen an Aprikosen und frische Mandeln erinnernd, punktet der Primerberg wie gewöhnlich mit seiner kräftigen, geradlinigen Säure, welche auch bei einem äußerst reifen Jahrgang wie dem 2009er durchscheint.

 

11. 2009 Riesling Wellenstein Kurschels, Fass 16.

 

Ein Bukett von sehr ausgereiftem Lesegut und eine perfekte Struktur zeichnen diesen Riesling Kurschels von Bastian aus. Belebende Säure, sehr lang im Nachhall. Ein Riesling der als perfekter Essensbegleiter sicherlich viel Freude bereiten wird.

 

12. 2009 Riesling Wellenstein Kurschels, Fass 1.

 

Seine dezente Aromatik und das elegante Bukett schmeicheln die Nase. Die fruchtigen, und säurebetonten Aromen erinnern an grüne Ananas. Leicht vegetale Nebentöne geben der Gesamtstruktur mehr Fülle.

 

13. 2009 Gewürztraminer Spätlese, Fass 24.

 

Die klassische Variante des Luxemburger Traminer, opulent würzig und im Bukett an Rosen erinnernd. Da das sehr reife Lesegut seine Vollfruchtigkeit am Gaumen bestens zum Ausdruck bringt, ist dies ein Top-Wein zu asiatischer Küche, da er es auch mit würzigen Speisen aufnehmen kann. Natürlich passt diese Spätlese auch zu gereiftem Blauschimmelkäse.

 

 

>> Domaine Mathis Bastian, 29 route de Luxembourg in L-5501 Remich <<


29.04.2010

Vinsmoselle „ Art & Vin Série Limitée 23“ erstmals in Wellenstein verkostet.

von Romain in Location Luxembourg

 

Ende April 2010 hatten wir das Vergnügen, im Beisein von Bernd Karl, dem technischen Direktor der Vinsmoselle, die seit kurzem auf die Flaschen gezogenen Weine der Sonderserie  „Art & Vin“ zu probieren. Die Kunstetiketten der 23. Auflage spiegeln Skizzen und Bauwerke des bekannten Luxemburger Architekten François Valentiny wieder.

Alle hier beschriebenen Weine werden dem Publikum erstmals während des traditionellen „Proufdâg“ am ersten Mai (am morgigen Samstag) vorgestellt.

Die Weine zeichnen sich durch ihre Ausgereiftheit und ihre harmonische Struktur aus.

 

Art & Vin Série Limitée 23 – Verkostung  2008er Qualitätsweine mit Grand Premier Cru-Gütesiegel.

 

Auxerrois Remich Hôpertsbour GPC 2008.

Sehr Hell im Glas. Der Wein ist vollfruchtig und würzig an der Nase, er erinnert an gelbe Steinfrucht und Ananas. Am Gaumen zeigt dieser körperreiche Auxerrois  seine sehr reife Aromatik, und trotzdem  behält er im Abgang eine gute Frische, welche auch den fruchtigen, mittel-langen Nachhall prägt.

 

Pinot Blanc Schengen Markusberg GPC 2008.

Exotische Früchte an der Nase, nebst dezent vegetabilen Untertönen von Waldmeister und Liebstöckelblättern. Ausgeprägt aromatisch am Gaumen, offenbart dieser Wein  sein volles Aroma erst in der Mitte, um  mit einem cremigen Unterton zu gefallen. Im Abgang warm, im Nachhall schön lang und mit dem richtigen Schuss angenehmer Säure. Ein sehr stoffiger Weißburgunder.

 

Riesling Wormeldange Koeppchen GPC 2008.

Von der Farbe her überwiegen die hellgrünlichen Nuancen. Eine gekonnte Mischung aus Zitrusfrucht und Sommerkräutern kitzelt die Nase, des Weiteren sind honigartige Nebentöne feststellbar. Am Gaumen  spricht die Rieslingsäure voll an, was auch der leichte Bitterton bezeugt. Angenehme Aromen von gelber Grapefruit, die schöne Reife dieses Rieslings, und seine kräftige Säurestruktur sorgen für die Ausgewogenheit, welche dieser neue Weißwein bereits jetzt bietet.

 

Riesling Grevenmacher Fels GPC 2008.

Hellgolden in der Färbung. An der Nase ausgeprägt mineralisch und sehr elegant. Am Gaumen besticht der Grevenmacher Fels mit schönem Säurespiel und beeindruckend fruchtig-frischem Körper. Das Aromenspiel von Aprikosen und gelben Pfirsich, vermischt mit erdigeren Untertönen von grüner Olive machen diesen Riesling interessant. Mineralisch und leicht erdig in der Mitte, ist er im äußerst lang anhaltenden Abgang saftig und frisch.

 

Riesling Wellenstein Kurschels GPC 2008.

Überzeugend in der Farbnuancierung. An der Nase betont würzig, und  mit leicht mentholischen Akzenten. Am Gaumen besticht zuerst die wiederkehrende,  frische und mentholische Note, dann folgt die ausgeprägte Fruchtigkeit. Ein vielschichtiger Riesling mit gehöriger Struktur. Im Abgang gefällt die sehr ausgereifte Frucht. Der Wein passt dank seiner gefächerten Aromatik gut zu exotischen Speisen wie Indisches Curry oder Indonesische Reistafel.  Diesen  ausgereiften Tropfen gibt es als einzigen der „Art & Vin Serie Nummer 23“ auch in der Magnumflasche, was 1,5 Litern oder zwei normalen Flaschen entspricht.

 

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Die Genossenschafts-Kellerei Remerschen, auch noch Caves du Sud genannt

 

Pinot Gris Machtum Ongkâf GPC 2008.

Schöne Farbgebung, welche in Richtung  eines Gris de Gris geht. Das reife Bukett an der Nase erinnert an Trockenobst mit warm-würziger Struktur. ( Datteln, Papaya, Mango)

Der Gaumen  gibt sich in der Attacke mineralisch-würzig, dann folgt die reife Fruchtigkeit. Im Nachhall weist dieser Grauburgunder eine schöne Säurestruktur aus, und gefällt mit dezenter Rauchnote in der Finale. Ein Gastronomiewein  par excellence.

 

Pinot Gris Wellenstein Foulschette GPC 2008.

Schöne, würzig-rauchige Aromatik in der Nase, gefolgt von einem vielschichtigen, fruchtigen Bukett. Am Gaumen außergewöhnliche Dichte, sehr aromatisch und dennoch mit viel Frische in der dichtgewebten Struktur. Im Abgang genau wie im  tragenden Nachhall gefällt  die markante Säure, welche diesem Wein seine außerordentlichen Körper  verleiht. Mit aller Wahrscheinlichkeit ist dieser Wellenstein Foulschette der opulenteste Tropfen dieser aufschlussreichen Verkostung.

 

>> Weitere Infos unter www.vinsmoselle.lu oder der Telefonnummer 00352-23 69 66-1

 


28.04.2010

VinCE 2010: Pink Alarm at Budapest’s Corinthia Hotel

von Lylian in Lifestyle

 

During the VinCE Wine Event organized by Decanter Hungary, one of the Master classes was named:

 

Pink Future – Rosés from around the world compared to Hungaria and Central Europe

 

Lecturer was Elisabeth GABAY MW.  One should be aware that the lady that speaks about wines is selling eventually the same wines. Compared to the short impression most of these eight sample wines left on the author’s palate, the speech – which indeed was a monologue – showed to be a bit long in the end.

 

Starting with the origins of Rosé, Gabay stated out that two different theories could be considered. One is the fact that in the past, many wineries do not have the right technology to do red wines. So the Clair red (Clairet) was to become the Rosé.

Alternatively the grape juice de saignée became a wine that was pale pink by accident, because it is the direct liquid gathered without pressing.

 

In 1851 Sirius Redding, a wine enthusiast of the 19th century,

 

described that in Cahors they made a Rosé with crushed red grapes by pouring white wine on it. At the same time in Champagne they made a Vin Gris with Pinot Noir or Pinot Meunier.  To elaborate a modern Blanc de Noir at that time was not yet possible because the winegrowers did not master that technology.

 

In the USA, the Prohibition lasted from 1920 until 1933, which let to a habit of consumers drinking disguised wine called Pink lemonade. Indeed it was pink wine.

Slowly, Rosé wines gained interest.

After the 2nd WW table Rosé wine showed up in the USA as a result

 

of the American soldiers habits, who previously had tasted and enjoyed it in Sicily and other places of Italy, as they started their offensive against fascism.

 

In 1953 the first Rosé Champagne by Pommery was created for the coronation of Queen Elisabeth 1. In 1959 James Bond showed the world how to get rid of Goldfinger. During his dining intermezzi, the sophisticated international traveller sipped Pink Anjou Cabernet with his fish.

Rosé was becoming therefore the wine for pick-nicks, for summer evenings.  Freshness and light fruitiness was the name of the game, as well as the clean finish.

Eye of partridge, oeil de perdrix was the preferred colour, and even nowadays, these facts haven’t changed a lot.

 

After these explanations, the tutored tasting started, as you can read underneath:

 

     1. Château du Rouët „La Belle Poule“ 2008, AOC Provence.

              For the little story, La Belle Poule was the boat which Napoleon used to try a come back to France after his forced reclusion. The Estate has 6 Rosés. The assemblage is made of 60% Grenache macéré, 40% Syrah de Saignée. Yeast used for white wine, to get a better acidity. Geographic origin: South of Fréjus, volcanic terroir.

C: clear salmon colour with light yellowish hints.

N: freshness and nuances of smokiness. Herbs and apricots as a second layer.

P: fresh and fruity, light hints of citrus (grapefruit) and very light bitterness on the finish. There is some soapy taste in the return. This wine has a middle-long finish.

 

2. Canaletto 2009, Pinot Grigio delle Venezie IGT 12° 3 to 4 months sur lies.

C: old-fashioned pink – altrosa in German language.

N: light minerality, fruitiness with some bits of red redcurrant and Bonbon Anglais.

P: fresh and crisp, good acidity, also some gradations of spiciness. Wine with a simple structure.

 

3. Zoltàn Heimann Cuvée Fuchsli 2009.

A so-called Siller wine from Szekszàrd, Hungary. An assemblage of 2/3 Kèkfrankos and 1/3 Kadarka.  2 days cold maceration, no malo-lactique fermentation, no C02 added, mostly no residual sugar.

C: bright light red, already on the edge of being called a Rosé

N: aromatic, with a full expression, unveiling a lot of red fruit.

P: Well present acidity and a pregnant bitterness. Very simple, linear Rosé. Short finish.

 

4. Robert Mondavi, Woodbridge Zinfandel Rosé 2007, California.

Alcohol 13°. Assemblage of 86% Zinfandel, 7% Barbera, 7% Petite Syrah. It should be reminded that Zinfandel is Primitivo in Southern Italy. Fermented in stainless steel at 30° Celsius. Wine aged in French and American oak. Residual sugar said to be 0, 4 g/l ensuing chart of Mrs Gabay. I think the comma stands wrong, just leave it.

C: clear rosé

N: creamy at first, followed by a fine aromatic impression, but to much wood.

P: light structure, very sweet compared to the former wines. Targets the US market. Sugary character but also a pleasant acidity.

 

5. Viña Requingua „Santiago, “Curico Valley, Cabernet Sauvignon Rosé 2009, Chile 

Alcohol 13°, residual sugar 5g/l, total acidity 4,9g/l.

C: A very expressive, bright pink. Couleur de fraise, as the French would say.

N:  floral bouquet, reminding of rose petals, followed by notes of opulent fruitiness and fine minerality.

P: Aromas of good fruitiness, a latent sweet taste all over, mainstream consumer targeting wine with red berries and a nice acidity.

 

6. Château d’Esclans „Whispering Angel“ 2008,  Provence.

Domaine Sacha Lichine, Alcohol 13°. Assemblage of Grenache, Rolle, Cinsault, Syrah, and Mourvèdre. Terroir is Chalk-Clay soil, Maceration to extract the aromas, Bâtonnage régulier, and assemblage of the juices, without barrel fermentation. When considering the price (24. - Euro) a wine for label drinkers, obviously.

 

C: Oeil de perdrix, hints of light orange colour.

N: latent crisp citrus bouquet, clear and fresh. Hints of fresh Apricots followed by impressive notes of Barrique.

P:  good balance between fruitiness and acidity. Fresh finish, but to woody and to sweet on the quite short return. Mainstream targeting wine.

 

7. Moët & Chandon „Rosé Impérial“ Champagne.

Alcohol 12°. Assemblage of red Bouzy still wine with classic Champagne vins de fermentation.

C: colour is crisp orange-rosé.

N: good freshness, light fragrances of fresh brioche bread and yeast.

P: delicate cordon, fine fruitiness (red berries and pink grapefruit) and an appreciable creamy structure. No bitterness on the return, clean, crisp finish. A wine to match well with food like hors d’oeuvres and other cold entrées.

 

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The Pink Port showed an almost unreal colour

 

 

8. Croft, Pink Port Wine, Portugal.

19,5° Alcohol. Drink it very chilled.

C: straight clear sherry colour.

N: red fruits, with impression of redcurrant, intertwined with a strong vegetal touch. Leaving some floral and close to greenish impressions

due to the aromatic grape varietals? 

P: nutty at first, then aromas of fermented cherries. (Mon Chérie without the chocolate) and some hints of sweet spices. The finish shows to be astonishing long.

 

The last sample was the most exotic of the flight, and the most singular of all these Rosés. Where the Rosé trail will go and where it will end was still not discovered during this tasting, which was in a certain way a bit strange and confusing.

 


21.04.2010

Weine des Top-Jahrgangs 2009 von Caves Gales im Vergleich.

von Lylian in Location Luxembourg

 

Bei der Verkostung, welche im April 2010 in der Nobel-Herberge „La Rameaudière“ von Daniel Rameau in Ellange-Gare (L) stattfand, waren Weingutsbesitzer Marc und Monique Gales, sowie Kellermeister Arno Bauer zugegen.

Domänen-Inhaber Marc Gales kommentierte seinen neuesten Jahrgang, die technischen Details einzelner Weine erläuterte sein dynamischer Kellermeister.

 

Als Mise en Bouche wurde ein Crémant Brut, Gales Private Cuvée gereicht. Feinperlend und an der Nase sehr fruchtig, zeigt sich dieser qualitativ hochwertige Schaumwein mit eleganter Fülle, während er im Nachhall mit seiner cremigen Textur aufwartet.

 

Einleitend beschrieb Gales den Jahrgang 2009  als außergewöhnlich. Größtenteils herrschte im richtigen Moment das richtige Wetter. Während der Blüte Anfang Juni sorgten Regen und Wind für leichte Verrieselung, was im Herbst zum Vorteil für den Winzer wurde, da die Trauben lockerer und weniger anfällig für Pilzkrankheiten waren.

 

Durch diese natürliche Auslese waren die Erträge zwar um 15% niedriger als die anfänglich gemachten Schätzungen, dennoch waren die Quantitäten ähnlich wie 2008.

Zu Beginn der Reife war das Wetter trocken und warm. Um den 21. September begann die Lese, zuerst mit den Rivaner-Trauben, um am 20. Oktober mit der Ernte sehr reifer Riesling-, und Grauburgunder-Trauben zu enden. Der durchschnittliche Ertrag lag 2009 bei 50 bis 60 hekto/ha, was als normaler Mengenertrag bei Gales gilt.

 

Alle Trauben wiesen Öchslegrade von mindestens 93° und bis zu 100° auf. Die Weine zeigen sich daher als sehr reif, und mit viel Fülle. So wurde kürzlich ein Rivaner von Gales als bester Wein zum Spargel in Holland gekürt, ein Zeichen wie vollmundig und stoffig dieser einfache Tropfen in guten Jahren werden kann.

Spät im Jahr, am 17. Dezember konnte auch Eiswein mit einem Mostgewicht von 130 Öchsle geerntet werden.

 

Die verkosteten Weine waren Fassproben, welche in den nächsten Wochen auf die Flasche gefüllt werden. Da die Weine lange vergärt wurden, ist ihre schöne Färbung dementsprechend ausgeprägt.

 

1. Auxerrois Remich Hôpertsbour GPC.

Der Hôpertsbour-Weinberg von Gales ist eine warme Lage. 93° Öchsle, 7,8 g/l  Restzucker 6,6g/l Säure und 13,1° Alkohol.

Von der Farbe her hell mit grünlichen Reflexen. Die Nase zeigt feine Mineralität und gute Fruchtfülle. Am Gaumen dezent strukturiert und mit Noten von exotischer Frucht. Im Abgang schön fruchtig, erinnert dieser Wein im mittellangen Nachhall an sehr reife Ringlotten und weißen Pfirsich.*

 

2. Pinot Blanc Bech-Macher Rëtschelt GPC.

98° Öchsle, 9,7 g/l Restzucker, 7,0 g/l Säure.  Dies ist der größte zusammenhängende Weinberg der Domäne.

Farbe  hell. Nase sehr frisch, mit Bukett von Zitrusfrüchten und floralen Nebentönen. Am Gaumen, in der Attacke leicht kreidiger Unterton, dann  würzig-fruchtig mit leicht süßlichem Akzent, und im Abgang auf der ausgereiften Säure. Nachhall  lang.

 

3. Chardonnay Coteaux de Stadtbredimus GPC.

95 Öchsle, 7g/l Restzucker, 8 g/l Säure, 12,5° Alkohol. Cuvée beinhaltet auch 5% Barrique-Wein, fünf Monate in Allier-Eiche gereift, 95% des Weins kommt aus dem Stahltank.

 

Helle und kristalline Farbe, an der Nase  etwas verhalten mit leichtem Grapefruit-Ton und  Anklängen an grüne Mandeln. Leicht vegetabil. Am Gaumen  feine Mineralität und fruchtige Aromen von grüner Ananas und Rhabarber-Kompott.

 

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Zufrieden mit dem 2009er: Marc & Monique Gales, Kellermeister Arno Bauer (von links nach rechts)

 

 

4. Riesling Remich Primerberg GPC.

93° Öchsle, 8,1 g/l Restzucker,  8,0 g/l Säure, und 13°Alkohol.

 

Hellgrünliche Robe, die Nase fruchtig mit feiner Würze (grüne Oliven), und  leicht kräuterwürzigen Akzenten von Melisse.

Am Gaumen zeigt der Riesling seine volle Struktur, und ein sehr reifes Bukett von Zitrusfrucht. Im Abgang säurebetont, guter Nachhall.

 

5. Riesling Wellenstein Kurschels GPC.

94° Öchsle, 7,5 g/l Restzucker, 8,3 g/l Säure, sowie 13,1° Alkohol.

 

Hellgolden mit grünlichem Schimmer. An der Nase ausgeprägt fruchtig-floral. Am Gaumen bereits vielschichtig strukturiert. Frisch im Abgang, sehr  lang und elegant im Nachhall, mit typisch ausgeprägtem Säurespiegel. Ein echter Gastronomie-Wein. **

 

6. Pinot Gris Wellenstein Foulschette GPC.

100° Öchsle, 9,7 g/l Restzucker,  6,02g/l Säure, 13,5° Alkohol.

 

Sehr expressiv in der Farbe, an der Nase ausgeprägtes Bukett

von reifen gelben Früchten, leichte Nuancen von frischem Lindenhonig.

Am Gaumen opulente Aromatik, recht cremig und reif. Dieser Grauburgunder zeigt eine gute Struktur. Warm im Abgang und im Nachhall  ausdrucksvoll. Ein leichter Bitterton spricht für die untertönige Mineralität.  **+

 

7. Pinot Gris Remich Hôpertsbour GPC. 

95° Öchsle, 9,8 g/l Restzucker, 6,0 g/l Säure, 13° Alkohol.

 

Hellgoldene Robe. In der Nase zuerst Anklänge an  kreidige Untertöne, gefolgt von einem warm-floralem Bukett. Am Gaumen zeigt der Wein in der Attacke süßliche Aromen, gefolgt von einer außergewöhnlichen Struktur. Der Abgang ist saftig-vollmundig, der Nachhall mittel. Ein jetzt bereits gut trinkbarer Tropfen *.

 

8. Riesling Wellenstein Kurschels GPC Vin de Glace.

 Am 17. Dezember 2009 mit 130° Öchsle gelesen. 165g/l Restzucker,  8,2 g/l Säure,  8,0°Alkohol.

 

Die Farbe glänzendes Hellgolden. An der Nase zeigt dieser außergewöhnliche Tropfen ein rauchig-frisches Bukett, und erinnert in der Aromaintensität an frische Feigen und Wildblütenhonig. Am Gaumen gibt es Fruchtkonzentration pur, mit ausgeprägten  Tönen von würzigem Kräuter-Honig. Ein sehr junger Wein, welcher noch Zeit braucht  zu seiner optimalen Flaschenreife, und noch Jahre benötigt, um sein Potenzial richtig zur Schau zu stellen. *

 

>> Weitere Infos unter der Telefonnummer 00352-23699093


21.04.2010

Die Sache mit dem Wasser – Ein Kommentar von Wilfried Moselt.

von Lylian in Guest Writers

 

Es gilt ein Gräuel anzusprechen, das erschreckende Ausmaße angenommen hat. Und ein Ende der Wasser-Fahnenstange ist wohl nicht in Sicht. Da wird draufgesattelt, dass der Gast seine Fassung zu verlieren droht, wenn er das Angebot der Weinstuben und Restaurants durchblättert und sich bei ihm regelmäßig eine gewisse Verkrampfung im Magenbereich einstellt, sobald er auf die Rubrik „Wasser“ stößt.

 

Ja, liebe Leute! Ist die Gastronomie denn mittlerweile von allen guten Geistern verlassen?

 

Die Flasche Wasser, die für ein paar Cent eingekauft wird, bricht im Verkauf alle Umsatzrekorde. Waren bislang 2,90 Euro schon recht stramm für das von einem Weinfreund in aller Regel notwendig zum Wein als Begleiter zu konsumierende Wasser, so ist die Schamgrenze der Preisgestalter in den mehr oder weniger schlichten Weinstuben und den gelegentlich anspruchsvoll daherkommenden Gourmettempeln nun endlich zur Gänze aufgehoben.

 

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Nicht selten Gewinnspannen von 1000 Prozent

 

Wenn etwa der beliebte Italiener an der Ecke, der sein zweifellos schmackhaftes Spaghetti-Gericht für 10,50 Euro anpreist und zugleich 4,80 Euro für eine Flasche Mineralwasser verlangt, dann ist hier die Welt nicht mehr in Ordnung. Der im Fernsehen allgegenwärtige Meisterkoch Johann Lafer nimmt in seinem Feinschmecker-Palais in Stromberg gar annähernd 8 Euro – das wären in guten alten DM-Zeiten fast 16 Mark für eine Flasche Wasser – und wird sich deshalb bestimmt nicht genieren.

 

Das Gerede von Galionsfiguren des Hotel- und Gaststättengewerbes von einer sogenannten Gesamt- oder Mischkalkulation, die den exorbitanten Wasserpreis rechtfertigen soll, ist, gelinde gesagt, kaum zu ertragen. Horrende Gewinnspannen von tausend bis zweitausend Prozent sind nicht nur ein Ärgernis für den Verbraucher, sondern verwerflich und geradezu unanständig.

 

Die Welt regt sich über die unersättlichen Mineralölkonzerne auf, die uns das Leben mit den ausufernden Sprit- und Heizölpreisen nicht erleichtern. Raffgier aber ist überall eine unerfreuliche Erscheinung. Auch in der Gastronomie.


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