Caves Félix Wolter luden zur Vertikal-Weinprobe ein
Im Oktober 2008 stellte der Wein- und Spirituosenhändler Félix Wolter aus Wiltz neun verschiedene Jahrgänge eines einzigen Saint-Emilion Grand Cru vor, den er seit kurzem im Angebot hat. Die Vertikal-Verkostung dieses hochwertigen Rotweins fand im Beisein des Teilinhabers des Weinguts, dem Grafen Philippe Chandon-Moët statt.
Sein Château de Ferrand liegt in Saint-Hippolyte, drei Kilometer östlich des weltbekannten Saint-Emilion. Alle verkosteten Weine zeichnen sich durch ihr Lagerungspotenzial aus. Nicht umsonst beginnt die Vermarktung der einzelnen Jahrgänge erst nach einer fünfjährigen Flaschenreife in den unterirdischen Gewölben des alten Schlosses.
Die Verticale beginnt mit einem 1995er mit guter Struktur und angenehmer Balance. Pfeffrige Noten und Schwarzbeeraromen machen seinen Charme aus. Dieser Wein ist jedoch leider schon ausverkauft.
Die zweite Probe, ein 96er Château de Ferrand gefiel mit einer opulenten Nase, welche an Marzipan, Veilchen und Himbeermarmelade erinnerte. Im Abgang war dieser Tropfen fein mineralisch.
1997 war laut Philippe Chandon-Moët ein schwieriges Jahr. In der Nase zeigt sein Wein ein Bukett von grünem Paprika und einer leicht animalischen Note. Dieser Grand Cru wird unseres Erachtens unterschätzt.
Intensiv granatrot in der Farbe zeigt sich indessen der 1998er. Aromen von reifer Pflaume und Kaffee betören die Nase, am Gaumen erinnert dieser Bordeaux an rote Johannisbeere. Ein exzellenter Gastronomie-Wein.
Der fünfte Jahrgang von Château de Ferrand kann zum Essen nur empfohlen werden. Sein typisches Merlot-Bukett, die feinen, durch die Barrique-Lagerung sehr eingebundenen Tannine, und der gute Nachhall (Vanille, etwas erdig) sprechen für sich.

Ihm folgte der 2000er, der mit dezenten Rauch- und markanten Mokkatönen überzeugt. Der Wein der Jahrtausendwende hat Struktur und immer noch Potenzial. Er kann sofort, oder in fünf bis sechs Jahren kredenzt werden.
Ab dem Jahrgang 2001 hat Château de Ferrand nicht nur ein anderes Etikett, sondern auch einen jüngeren Kellermeister.
Es liegt auf der Hand, dass die Weine nun anders erscheinen. Hätten wir dem Weinliebhaber geraten, die bereits beschriebenen Jahrgänge vor dem Servieren zu dekantieren, so gilt dies nicht für die restlichen Proben.
Diese sind wesentlich fruchtiger und bereits viel runder. Was nicht heissen will, dass ihr Lagerungspotenzial dadurch geschmälert wird.
2001 ist ein aussergewöhnlicher Jahrgang von grosser Finesse. Robuste Tannine und ein ausbalanciertes Säure- und Fruchtverhältnis machen diesen Saint Emilion Grand Cru zum optimalen Begleiter saisonaler Wildgerichte.
Dunkeln rubin zeigt sich der 2002er. Der kräftige Rotwein hat Harmonie, gefällt durch seine kernige Säure und die dichte Struktur.
Der letzte Wein ist die nun im Handel erhältliche Cuvée 2003 von Château de Ferrand. Ihr Bukett ist intensiv und nuanciert (Waldbeeren, Unterholz). Am Gaumen gibt sich der Wein vollfruchtig und mit stimmiger Säure.
Im Preis liegen die vorgestellten Weine bei +- 20.- Euro die Flasche, plus Mehrwertsteuer. Bis auf 1995 sind alle Jahrgänge lieferbar.
Praktische Hinweise
Caves Félix Wolter 30, rue des Pêcheurs in Wiltz Tel. : 26 95 08 88





