Neues beim Weingut Cep d’Or auf der Hüttermühle
Traditionsgemäss lud eines der grössten Privatweingüter unserer Mosel am 28. 29. und 30. November zu seinen „Journées de Dégustation“ ein. Wenn andere Winzer bereits einen Teil Flaschen ihrer letztjährigen Ernte verkauft haben, dann erst beginnt die Markteinführung der „Cep d’Or“-Weine.

„Gut Ding muss Weile haben“. Nach dieser Maxime arbeitet Kellermeister Jean-Marie Vesque, seines Zeichens Mitinhaber und Betriebsleiter des modernen Weinguts direkt an der Route du Vin auf der „Hëttermillen“ zwischen Stadtbredimus und Ehnen. Mit um die 18 Hektar Reben im Ertrag ist Cep d’Or eines der grossen Privatweinguter unserer Mosel.
„Der 2007er ist ein fruchtiger Jahrgang mit echt Luxemburgischer Typizität“, betont Vesque, der beiläufig erklärt, dass das volle Aroma und die Vielschichtigkeit seiner Weine eben durch die lange Fass- und Tanklagerung entstehen.
Neben den Klassikern wie dem Pinot Blanc Stadtbredimus Goldberg, der an der Nase an Akazienblüten erinnert, und ob seiner feinen Säure ideal zu Austern passt, sowie dem Ruländer (Pinot Gris), von dem Cep d’Or gleich drei verschiedene Typen, à savoir : Ongkâf, Primerberg und „Signature“ aus der Qualitätsserie „Terroirs & Cépages“ anbietet, gibt es gleich drei Neuerungen auf dem Familienbetrieb.
Da wegen einer teilweisen Parzellen-Zusammenlegung (remembrement) im Fels- und im Dieffert-Weinberg die Rieslings-Reben ausgeschlagen wurden, gibt es dieses und nächstes Jahr nur den Stadtbredimus Primerberg vom Cep d’Or. Hierbei handelt es sich um die kommerzielle Variante, mit einer aromatischen Palette von Cassis und Holunderblüte.
Nach dieser nicht so erfreulichen Nachricht für die Kunden des Hauses, folgen nun die wirklich guten Infos. Ab sofort gibt es wieder einen Auxerrois „sur Lie“ und mit dem 2007er Millésime hält auch der Muscat Ottonel als neue Rebsorte Einzug im Verkaufsangebot des Hauses.
Auxerrois „sur Lie“ hat organoleptisch nicht viel mit dem, sortenmässig authentischsten Wein Luxemburgs zu tun. Dieser hellgoldene 2007er, mit seiner ausgeprägten Nase und dem Aromenspiel französischer Centre-Weine besticht mit runder, ausgeprägter Säure. Er passt bestens zum Essen, und ist mit nur 3 Gramm Restsüsse „extra dry“ – somit also auch für Diabetiker verträglich.
Die interessanteste News bei Cep d’Or ist jedoch die Erweiterung des Weinangebots durch den 2007er Muscat Ottonel. Hierbei muss sofort zwischen breiten, süssen Muscat-Weinen aus Frankreich (Frontignan, Beaumes-de-Venise) und dieser zwar blumigen, aber trockenen Variante differenziert werden. Französische Muscats (ausser Elsass) sind so genannte „vins mutés“ also Weine, deren Vergärung mit reinem Alkohol stabilisiert wird.
Als Produkt eines ersten Ertragsjahres einer Junganlage ist der „Ottonel“ von Jean-Marie Vesque ein wirklich gelungener Wein. Mit nur vier Gramm Restzucker ist er dezent und filigran am Gaumen, erinnert teilweise, auch in der Nase an „sauer Kamellen“. Seine Frische und Jugendlichkeit kann betören. Der Wein sollte gut gekühlt getrunken werden. Als Ergänzung zum Gewürztraminer ist der seltene, abwechslungsreiche Tropfen ein Aperitif-Wein von besonderer Güte.
Richtig gelungen ist unterdessen auch der Chardonnay 2007, den wir mit dem teilweise noch vorrätigen 2006er vergleichen konnten. Beide Weine haben enorme Fülle und viel Potenzial, in einer Blindverkostung würde sogar der Fachmann Probleme haben, diese Tropfen unserer Mosel zuzuordnen.
Letztendlich wurde ein einziger Crémant aus dem halben Dutzend Schaumweine des Cep d’Or-Angebots gepröbelt. Und wie zu erwarten war, bestach die Cuvée Pinot Noir 2005, welche zwei Jahre auf der Hefe gelagert wurde, durch viel Struktur und ausserordentliche Reife. Ein typischer Vesque-Wein eben. Wir sagten es doch.
Praktische Hinweise
Das Weingut Cep d’Or liegt direkt an der Moselstrasse im Weiler „Hüttermühle“, zwischen Stadtbredimus und Ehnen. Kellermeister ist Jean-Marie Vesque.
Weitere Infos unter www.cepdor.lu







