18.12.2008

Studienreise rundum die « VIII Selezione dei vini di Toscana »

von admin in Wine Travels

Im Anschluss an die « Selezione dei Vini di Toscana“, organisierte das regionale Weinmarketing-Büro in Florenz eine Studienreise für Fachjournalisten, bei der es darum ging, weniger bekannte Weinregionen, sowie kaum kommerzielle Produzenten kennen zu lernen.

verkostung-bei-le-pupille-in-grosseto

In der Toskana ist die Symbiose zwischen uralten Weinkellern und Hightech-Wineries gelungen. Erste Station unserer Reise war die Tenuta Bossi, ein uraltes Weingut der Grafen Gondi in Pontassieve. An die traditionellen, rustikal ausgebauten Chianti Rùfina gewöhnt man sich nur langsam. Wirklich beeindruckend sind jedoch die alten Weinkeller im Palazzo Gondi.

Nach dem Besuch des lokalen Weinbaumuseums in Rùfina ging die Fahrt Richtung Arezzo, in das Anbaugebiet Colli Aretini, wo uns Roberto Giulio Droandi auf seiner Farm in den Aretini-Hügeln empfing. Auf den Terrassen, welche mit Trockenmauern gehalten sind, wird Bio-Wein hergestellt. Neben dem Chianti Classico „Ceppeto“ 2006 verkosteten wir eine Rarität, den Foglia Tonda, einen Toscana IGT der aus dieser Rotweinrebe mit den runden Blättern entsteht.

Unformell ging es in der Villa La Ripa di Saverio in Arezzo zu, wo die Familie Luzzi uns zum Abendessen erwartete. Auf einem kleinen, 150 ar

umfassenden Weinberg wird ein Rotwein Namens „Psyco“ hergestellt. Schmecken tut er, und Kopfschmerzen bereitete dieser Rote übrigens auch keine.

Brunello di Montalcino DOCG wird nur aus Sangiovese Grosso gewonnen, und am Monte Amiata heisst die Traube auch noch Brunello. Auf dem 18 Hektar grossen Gut „Cantina Prime Donne“ der Familie Cinelli-Colombini mundete uns jedenfalls der rubinrote, fruchtintensive Brunello Projekt Prime Donne. Ein grosser Wein, nur von Frauen gemacht. Der Weinkeller „Casato Prime Donne“ ist einzigartig in Italien. Alles, vom Rebschnitt bis zur Verkaufs-Degustation liegt in der Hand von Frauen.

Von Podere Casato ging die Fahrt am späten Nachmittag nach Sant’ Angelo in Colle, wo unsere 14-köpfige Gruppe in der Osteria Il Leccio bei deftigen Spezialitäten und der obgligaten Pasta ältere Jahrgänge weniger bekannter Brunello-Weine verkosten konnte.

Tags darauf, auf dem Weg in die Maremma ging es durch das Hinterland in Richtung Massa Marittima. Im Nachhinein können wir behaupten, mit der Fattoria Le Pupille und dem hypermodernen Weingut Poggio Verrano echte Highlights der Toskana erlebt zu haben.

Le Pupille ist ein alter Name, und beschreibt ein Landhaus zwischen Scansano und Magliano, wenige Kilometer vom Meer entfernt. Das Weingut von Elisabetta Geppetti liegt aus Platzverhältnissen heute aber in einem Tal in Istia d’Ombrome.

70 Hektar Weinberge, zu 70% mit Sangiovese bestückt sind das Ausgangsmaterial für fantastische Weine wie den Morellino di Scansano 2007, der an der Nase mit einem Bukett von Kirsche, Tabak und würzigen Kräutern betört. Der rubinrote, gut strukturierte Wein ist mehr als originell.

Saffredi heisst der grosse Wein von Le Pupille. Der opulente IGT Maremma Toscana katapultierte ab 1987 die Fattoria von Elisabetta Geppetti in die Elite der italienischen Oenologie. Üppig, konzentriert und ausgeglichen steht dieser 2005er SuperToscan erst am Anfang. Sein Alterungspotenzial liegt bei mindestens 15 weiteren Jahren.

Wer edelsüsse Weissweine mag, sollte den Solalto 2005 von Le Pupille versuchen. Der an Rhabarber-Marmelade erinnernde, bernsteinfarbene Wein wird aus Traminer, Sauvignon Blanc und Semillon gekeltert.

Das modernste Weingut – durchaus in Symbiose mit den uralten Kellern der verschiedensten Gegenden der Toskana – ist Poggio Verrano in Montiano. Starwinzer Francesco Bolla ist hier ein grosser Wurf gelungen. Dromos 2006, dunkelviolett, tanninreich und dennoch rund am Gaumen ist genau wie Dromos L’Altro 2007 (90% Sangiovese) ein Maremma-Wein, der es mit grossen Crus aus Frankreich aufnimmt.

fasskeller-im-weingut-casato-prime-donne-in-montalcino

Praktische Hinweise

Die 8. Auflage von „Selezione die Vini di Toscana“ fand im Oktober 2008 in Siena statt. Seit 1989 hat dieser Weinwettbewerb, der sich eher an Klein- und Mittelbetriebe richtet, zum Ziel, die streng selektionnierten Tropfen über das italienische Aussenhandels-Institut auf internationalem Parkett, wie Vinexpo in Bordeaux, ProWein in Düsseldorf oder der „Italian Wine Week“ in den USA, in China und Japan bekannt zu machen. Weitere Informationen gibt es unter www.toscanapromotione.it


Kommentare deaktiviert.

Leider ist die Kommentarfunktion zur Zeit deaktiviert.