30.03.2009

Toskanische Top-Weingüter gaben sich in Livange die Ehre

von Lylian in Location Luxembourg

Für Freunde des Chianti, des Brunello und des Barolo stand vom 18. bis 21. März 2009 März ein echtes Ereignis in Luxemburg auf dem Programm. Zum fünften Mal fand in der Vinothek Vinissimo in Livange das alljährliche „Festival des Vins de Toscane“ statt.

Autochthone Rebsorten wie Sangiovese, Trebbiano und Vermentino standen im Mittelpunkt. Bei der Vorverkostung kredenzte Sommelier Alexandre Proudhon einen Solosole Vermentino IGT 2007 von Poggio Al Tesoro, einer neu ins Programm genommenen Domäne aus dem Bolgheri-Gebiet. Süffig und frisch gefällt dieser Weisse durch feine Frucht, leichte Rauchtöne und etwas Barrique.

Michel Toussaint: "Il faut impérativement décanter le Pinotage"

"Spezialist für italienische Weine: Alexandre Proudhon"

Zu den Supertoscans gehört il Carbonaione 2004 (IGT Chianti). Kellermeister Vittorio Fiore vom Weingut Poggio Scalette im oberen Grève-Tal hat mit dem vielschichtigen Roten einen Treffer gelandet. Mit Mon Chéri-Notenin der Nase, betört der nur aus Sangiovese gekelterte Tropfen durch weiche Tannine und leicht-mineralischen Unterton. Perfekt zum sofortigen Genuss – ein ausgereifter, erstaunlicher Chianti.

Das Weingut Petra in der Maremma produziert Supertoscans. Kuriositätshalber schenkte Proudhon aber einen Vin Santo-Dessertwein ein. L’Angelo Di San Lorenzo, Cognac-farben im Glas, erinnert an Quittengelee, Vanille und gekochte Rochas-Birnen. Jod-Nuancen weisen darauf hin, dass diese Petra-Rarität von Rebenhügeln nahe am Meer stammt.
Neben Häusern wie Altesino, La Brancaïa, Avignonesi, Boscarelli, Castello del Terriccio, Capannelle, Fontodi, Querciabella, Grattamacco, Le Macchiole, Tua Rita oder Poggio Antico gibt es zahlreiche neu ins Angebot genommene Grössen.

>Zwischen dem 18. und 21. März waren auch Winzer von Poggio San Polo, Poggio di Sotto, Castello dei Rampolla (Bio-Weine), Poggio Verrano oder Castello di Volpaïa vor Ort, um ihre Produkte zu kommentieren. Durch die vielen Weine bekannter italienischer Hersteller ist dieses Verkostungs-Event in der Grossregion Luxemburg einmalig.

Zusätzliche Infos unter www.vinissimo.lu


20.03.2009

Donnafugata - Siziliens Sonne in flüssiger Form.

von Romain in Tastings

Nein, es ist nicht das erste Mal, dass ich Verkostungsnotizen über die Weine von Donnafugata, dem 1983 von der Familie Rallo gegründeten Weingut publiziere.

1996, als ich mich intensiv mit dem sizilianischen Schriftsteller Guiseppe Tomasi di Lampedusa und seinem historischen Roman „Il Gattopardo“, bei dem es um den langsamen Zerfall der sizilianischen Adelsgesellschaft ab den Zeiten Garibaldis (um 1860) ging, erfuhr ich dass eine der ältesten Winzerdynastien der Insel, seit mehr als 150 Jahren in Marsala ansässig, ganz neue Wege eingeschlagen hatte, und dass fast alle Weine dieses Guts vom Namen her an (wirkliche) Orte oder (fiktive) Personen aus genau diesem Buch der Weltliteratur herrührten. Sogar der Name des neuen Weinguts war derselbe, wie jener des Landsitzes des Prinzen Fabrizio Salina, der Kultfigur des Romans: Donnafugata.

Kabir ist ein überaus delikater Moscato

Kabir ist ein überaus delikater Moscato

Neben dieser elitär anmutenden Verkaufsstrategie erwiesen sich die Weine dieses Familienbetriebs als gut, teilweise sogar herausragend. Eine rezente Einladung zum Verkosten klassischer Donnafugata-Weine war daher Grund genug, sechs ganz verschiedene Tropfen in der Vinothek Vinissimo (in Livange, Luxemburg) auf Herz und Nieren zu prüfen.

Als erstes kredenzte Sommelier Alexander Proudhon einen trockenen Weisswein. La Fuga 2007, ein Chardonnay DOC Contessa Entellina wird Mitte August durch nächtliche Weinlese schonend geerntet, dann teilweise in Inox-Tanks und im Holz-Barrique ausgebaut. Der hellgelbe Tropfen erinnert in der Nase an exotische Früchte, das intensive Bukett bietet vielschichtige Nuancen von Birnen und gelbem Steinobst. Am Gaumen gefällt der frische und dennoch gut strukturierte Chardonnay durch seinen mineralischen Unterton.

Tancredi, ein nach dem Neffen des Prinzen Salina benannter Rotwein aus Nero d’Avola und Cabernet Sauvignon heisst der zweite Wein. Dieser 2005er besticht durch seine sehr dunkle Robe, ein Aromenspektrum von schwarzen Waldfrüchten, sowie Töne von Minze, Schokolade und Lakritz. Am Gaumen gefällt die warme, süssliche Fülle dieses Weins, der durch den Cabernet Sauvignon einen beachtlichen Nachhall aufweist. Dieser Rote ist ideal zu gegrilltem Lamm, einer herzhaften Kaninchen-Terrine oder frischen, nur in der Pfanne geschmorten, duftenden Waldpilzen.

Sherazade ist ein recht junger Wein aus dem Hause Donnafugata, und der Jahrgang 2006 ist der erste, den man vermarktet hat. Mit 13,5° Alkohol etwas leichter als Tancredi, besteht er aus einer Cuvée von Nero d’Avola und Syrah. Allein dies macht ihn etwas femininer. Von rubinroter Farbe gefällt er in der Nase durch sein Johannisbeer-Sauerkirschen-Bukett. Diese Noten zeichnen auch den momentan noch etwas kantigen Geschmack von Sherazade aus. Der meines Erachtens etwas zu junger Wein passt gut zu herzhafter Pasta, wird jedoch in einem Jahr ein runderes Gesamtbild abgeben.

Als echten Grandseigneur kann man Mille e una Notte bezeichnen. Das auf dem Etikett abgebildete Palais gibt es wirklich. Es ist der historische Teil des Donnafugata-Kellers in Santa Margherita Belice. Der 2005er ist von glänzender, rubinroter Farbe, sein Duftspiel besteht aus einem Bukett von Veilchen, blondem Tabak, etwas Anis und Leder. Am Gaumen überwiegt der balsamische, rustikale Charakter, dann folgen Aromen von Kakao und Bitterschokolade, sowie ein erstaunlich fruchtiger Nachhall. Mille e una Notte hat ein Alterungspotenzial von mindestens 15 Jahren und ist sonder Zweifel der Kultwein der Tenuta Donnafugata.

1001 Notte, ein sehr nobler Nero d'Avola

1001 Notte, ein sehr nobler Nero d'Avola

Moscato di Pantelleria ist ein aromatischer Muskatwein aus der Zibibbo-Traube, auch noch als Muscat d’Alexandrie bekannt. Die Spätlese Kabir, Jahrgang 2007 ist goldgelb von der Farbe, und überzeugt durch feine Säure, sowie durch dezente Ingwer- und Orangenschalen-Töne in der Nase. Würzige Süsse findet sich auch am Gaumen, welcher durch eine unvermutete Frische (auf Luxemburgisch: sauer Kamèllen) im Nachhall erstaunt. Dieser Wein zeigt sein optimales Potenzial, wenn er nicht zu kühl ist, und zu frisch geräuchertem Weissfisch gereicht wird.

Ben Ryé ist arabisch und heisst soviel wie „Sohn des Windes“. Und wer einmal an der Südküste Siziliens und auf den vorgelagerten Inseln verweilte, versteht warum der Passito di Pantelleria DOC diesen Namen trägt. Der 2006er hat 14,5° Alkohol, welche durch die ausgeprägte Komplexität dieses Dessertweines jedoch nicht stören.

Die Aromenpalette ist breit, in der Nase sind Noten von Quitten und Würzkräutern vorrangig, auch Nuancen von nassem Laub und Torf sind vorhanden. Das Finale ist beeindruckend, die intensiven Noten nach Marmelade und Honig halten sich minutenlang. Wer diesen typischen Wein Siziliens richtig geniessen will, sollte sich behaglich mit dem himmlischen Kind zum Meditieren zurückziehen. Einen solch beachtlichen Wein muss man nicht unbedingt mit anderen teilen.

Mehr über Donnafugata findet sich auf www.donnafugata.it. In Luxemburg werden diese Weine durch Vinissimo in Livange vermarktet. Weitere Einzelheiten unter www.vinissimo.lu


18.03.2009

La Gentiane de Lure, une liqueur amère rare.

von Romain in Heady Stuff

Fabriqué de façon artisanale en France, et notamment dans les Distilleries de Provence à Forcalquier, la Gentiane de Lure fait partie de la grande famille des liqueurs amères, desquelles on dit qu’elles aident à soutenir la bonne digestion, surtout après des repas très copieux.

Nous l’avons goûté récemment, non pas après un dîner volumineux, mais rien que pour le plaisir.

De couleur ambrée, la gentiane de Lure présente au nez des tons de vin cuit, un bouquet de noix, de quinquina et d’herbes aromatiques comme la sarriette, l’armoise et l’achillée millefeuille. On remarque également un léger côté caramel, ainsi que des nuances anisées.

En bouche, outre la gentiane, des nuances de caramel, sans toutefois le vrai goût de sucre, sont perceptibles. Mais le goût amère, typique pour cette liqueur prend rapidement le devant.

La gentiane de Lure, qui est agréable au palais, tient très longtemps en bouche. Au retour, sa saveur rappelle l’écorce d’orange amère ainsi que les tons fruités légèrement acidulés de certains agrumes.

Le degré alcoolique de 16% est à considérer comme très bas pour un produit qu’on peut aisément compter parmi la grande famille des classiques digestifs, car pour une liqueur, cet alcool d’infusion de plantes est pratiquement exempt de sucre.

Appelés « Magenwärmer » en Allemagne, (à traduire littéralement par réchauffeurs de l’estomac), ces digestifs comptent dans leurs rangs des produits bien connus comme le Jägermeister, mais également des raretés comme le Buff Luxembourgeois, ou bien le fameux Unicum de Hongrie, un alcool de couleur brun foncé, difficile à trouver au Luxembourg.

Et si on considère les préférences actuelles en matière de digestifs, la Gentiane de Lure devance tous les produits concurrents, ceux énumérés ci-dessus inclus, à cause de sa légèreté, due principalement aux faibles taux de sucre et degré alcoolique.

Rappelons que les alcools dits digestifs titrent en moyenne un degré alcoolique entre 30% et 40%.

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