16.04.2010

VinCE 2010 Budapest – Starting with the Tigris Tasting.

 

Organised by the Hungarian branch of Decanter Magazine, a new kind of Wine Event took place by the end of March 2010 in Budapest. Next to a wine fair featuring mostly wines from the country – with about 20% of samples from neighbouring Slovakia, Czechia and Austria, lectures and master classes focused on the many aspects concerning modern wine.

 

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The Széchenyi chain bridge, a Budapest landmark.

 

Within the group of specialists invited to the premiere of VinCE you could find Istvàn Szepsy, one of the most esteemed winemakers from Tokaji, as well as Marchese Piero Antinori from Italy and MW Jancis Robinson from England. The event took place at the Corinthia Grand Hotel, situated right in the middle of the ancient heart of Budapest.

 

On the first evening following our arriving, an informal Welcome Event at Tigris ètterem (restaurant) showed us already how broad and diverse the modern wine potential of Hungary is nowadays.

 

The dinner at Tigris Restaurant started with a sparkling Henye Brut 2007 from Kirà Lyudvar in Tokaji Pezzgö    ( www.kiralyudvar.com  )

 

This biodynamic bubbly showed an amazing freshness on the nose. On the palate, decent fruitiness with hints of green apples and light citrus fragrances resulted in a middle-long finish.

For their pleasure and ours, the Tigris team insisted in serving highlights of a gastronomic menu which was presented some years ago to Paul Bocuse, who visited Budapest and dropped in (certainly not by coincidence).

With the trio of goose liver (foie gras and foie poëlé d’oie) a Tokaji 2006 Szamorodni from Istvàn Szepsy was a perfect match. Foie gras au Chocolat noir, Foie gras à la farandole de champignons, and freshly smoked foie gras were the competing trio for the best marriage with this sweet wine. For us, the obvious combination was the fresh smoked liver, as next to the aromas of tangerines and mandarine jam, as well as macerated pears, the Tokaji showed good acidity and a fine smokiness, in some way also present in the dish. A delicious start with a culinary win-win-position.

 

Furmint 2007, also from the Szepsy winery – a dry and aromatic wine from the eponym grape was followed by a milestone within Hungarian reds. „Kopar“ vintage 2007 is one of the best bids of Attila Gere. This DHC Villanyi is an assemblage of Cabernet Franc, Merlot, Cabernet Sauvignon and Shiraz. (50%, 40%, 5%, 5%) It is ripened 16 months in Barriques.

The nose is intense in flavours and reminds china ink and blackberries. On the palate, well noticed tannins intertwine with a full and aromatic fruitiness.  For all those interested in the geographic situation of the Villànyi vineyards, just note that Kopar is the southernmost one.

 

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 Competent and friendly: the wine waiter at Tigris

 

Another wine from Attila Gere is „Solus“, which is a sélection parcellaire from Kopàr, and a 100% Merlot. This 2007 Villànyi AOC won’t show off at the first sip, and 16 months in Hungarian oak have been benefits on the multilayered structure. Red berries, liquorice and some undertones of ink - you will find them all in the nose and on the palate. Solus has a stark finish with notes of cacao and black chocolate.

With the confit de canard and the breast filet of duck, both reds arched up this rustic dish into higher spheres.

Enfin, as a last wine the young and dynamic Maître d’hôtel of TIGRIS served a

Royal Tokaji 2005 Red Label –  5 puttonyos. Alcohol was 10,5°, residual sugar 80 g/l.

This wine is one of the very few honoured in the Wine Spectator Magazine with the maximum score of 100 points. Concerning the winery, Hugh Johnson was the prominent investment partner, helping the company to gain former lustre back again.

 

To conclude, one can say that for the specialised traveller, this wine restaurant is a good start into the Hungarian wine world. Their selection of Tokaji is remarkable.

 

>> Wine restaurant Tigris in Budapest, more details under www.tigrisrestaurant.hu


14.03.2010

10. Internationaler Weinwettbewerb von Thessaloniki

Der „Concours International du Vin de Thessalonique“ ist der einzige internationale Weinwettbewerb Griechenlands. Zum 10. Mal ging das populäre Event in der nordgriechischen Hafenstadt im März 2010 über die Bühne. Als Jury-Mitglieder konnten wir uns  letzte Woche ein Bild davon machen, dass die  Qualität des hellenischen Rebensafts unentwegt steigt, und dass es auf etlichen Betrieben mit Riesenschritten in die Zukunft geht.

 

Mit fast 400.000 Einwohnern ist Saloniki die zweitgrößte Stadt des Landes und gleichzeitig Hauptort der Verwaltungsregion Zentralmakedoniens. Als Verkoster beim hiesigen Concours des Vins bekamen wir vom Ambiente der Stadt leider nicht viel zu spüren, dafür war übrigens das Wetter kaum mit. Während unseres Aufenthalts war es für die Jahreszeit viel zu kalt, vereinzelt fiel sogar etwas Schnee. Was die Weine Griechenlands - insbesondere des Nordens – angeht, haben wir jedoch eine ganze Menge hinzugelernt.

 

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Steigend: die durchschnittliche Qualität der verkosteten Weine.

 

Wein, der Trunk des Dionysos, ist in Hellas seit der Antike eines der fünf Grundnahrungsmittel, neben Wasser, Olivenöl, Getreide und Salz. Auch mit der jahrtausende alten Kultur und der Religion des Landes ist er eng verknöpft.

Als Besonderheit gelten die mehr als 300 einheimischen Traubensorten. Die Vielfalt der Weine ist dementsprechend groß. Hinzu kommen seit einigen Jahren gute Weine, gekeltert aus internationalen Traubensorten wie Chardonnay, Sauvignon, Shiraz oder Merlot, welche seit den achtziger Jahren Einzug in die Weingärten des Mittelmeerstaates genommen haben.

 

Als beste Tropfen bewährten sich zweifellos die Einzellagen-Weine aus nur einer, autochthonen Rebsorte. In Nordgriechenland sind dies hauptsächlich Malagouzia-, Athiri-, und Assyrtico-Trauben für die Weißweine, und Xinomavro-, Roditis-, Nogoska- und Krassato-Trauben für die Rotweine. Diese Weine sind zwar immer noch Exoten für viele Weinliebhaber in unseren Breitengraden, für beflissene Kenner jedoch sind sie jedoch die wahren Perlen Griechenlands in einer Flut von Weinen aus dem Mittelmeer-Gebiet

Rosig, im Sinne der einfacheren Vermarktung was den Export angeht, sieht die Zukunft  für Verschnitt-Weine aus einheimischen und internationalen Sorten aus. Cuvées aus Xinomavro und Shiraz, sowie aus Sauvignon Blanc und Assyrtico können schon verblüffen und durch ihre Fruchtigkeit und die angenehm ausgeprägte Säure viel Spaß machen.

 

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Positive Entwicklung: 850 Weine wurden angestellt.

 

Was den Wettbewerb an sich anging, so kamen von den 850 eingereichten Weinen mehr als ¾ aus Griechenland selbst, die restlichen Proben stammten aus anderen europäischen Weinbaugebieten.

49 Juroren aus aller Welt, eingeteilt in sieben Jurys à 7 Mitglieder hatten die knifflige Aufgabe, diese Proben blind zu verkosten und dann zu bewerten. An drei Tagen wurde jeweils am Vormittag gepröbelt, etliche Weine wurden zwecks unabhängigerer Auswertung von zwei oder drei Spezialisten einzeln probiert. Da dieser Wettbewerb den strengen Regeln der O.I.V. (Organisation Internationale du Vin et de la Vigne) unterliegt, waren den Verkostern nur der Jahrgang, der Alkohol-, sowie der Restzucker-Gehalt der Weine der einzelnen Flights bekannt.

 

An zwei Nachmittagen standen Besuche auf bekannteren Weingütern der Region an. Hier sei besonders das Domaine Gerovassiliou aus Epanomi erwähnt. Der Familienbetrieb stellt nicht nur international renommierte Weine her, sondern beherbergt auch eines der grössten Korkenzieher-Museen Europas. (www.gerovassiliou.gr)

 

Was die prämierten Weine angeht, muss vermerkt werden, dass in Thessaloniki rigoros selektiert wurde. Kontrolle ist gut, Eigenkontrolle ist besser. Besonders streng waren in diesem Sinne die griechischen Teilnehmer, ob Sommeliers oder Oenologen, selbst. Weniger als 8% der Muster wurden mit Goldmedaillen bedacht.

 

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Seriös: weniger als 8% Gold-Medaillen wurden ausgegeben.

 

Grosses Gold gewannen nur zwei Weine, der rote Mavrodaphne Grand Reserve 1979 von Achaia Claus, sowie der edelsüße, weiße Samos Nectar 2006 der U.V.C. Samos. Von den weiteren 62 Goldmedaillen wurden 52 Ehrungen an inländische Winzer vergeben, und rund 10 an Weine aus dem restlichen Europa.

 

Die offizielle Preisübereichung an die Gewinner fand am 6. März 2010, dem Tag nach den offiziellen Verkostungen in Athen statt. Für nächstes Jahr erhoffen sich die Veranstalter des ansprechenden Wein-Events, dass die Schallmauer von 1000 eingereichten Proben durchbrochen wird.

 

 

>> Mehr Informationen über die Weine Nordgriechenlands und die detaillierte Liste der Gewinnerweine unter www.wineroads.gr/eng. Weitere Details über die hellenischen Anbaugebiete unter www.greekwinefederation.gr/de

 


10.02.2010

Eindrücke von „Amarone 2006 in Anteprima“ im Januar 2010 in Verona (2ter und letzter Teil)

 

Nachdem wir den neuesten Jahrgang des Amarone auf der Weinmesse in Verona bereits unter die Lupe nehmen konnten, hatten wir das Vergnügen, während zwei weiteren Tagen ausgesuchte Weingüter der Region zu besichtigen, um uns einen besseren Gesamteindruck von der Arbeit der Menschen zu machen, die hinter diesem Kultwein stehen.

 

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Weingärten im klassischen Pergola Veronese-System im Valpolicella.

 

 

Nachfolgend unsere Verkostungsnotizen betreffend die Weine der verschiedenen Keller. Für weitere Information über das jeweilige Weingut geben wir die Homepage-Adresse des Winzers an.

 

1tes Weingut Latium di Morini & Co. in Léon bei Mezzane di Sotto

 

2001 gegründet, begann Piergiorgio Morini mit der Amarone-Herstellung im Jahr 2003. Vom 2006er Jahrgang wurden auf dem 35 Hektar großen Weingut nur 8200 Flaschen erzeugt. Weitere Infos unter www.latiummorini.it

 

1 ) Campo Léon, Amarone della Valpolicella Jahrgang 2005 DOC, Alkohol 16.5°.

F: Dunkles Rubinrot mit leichter Brauntönung.

N: fleischiges Aroma, Pflaumenmarmelade, rote Johannisbeere und eine latente Frische. Etwas Graphit im Nachhinein.

G: sehr fruchtig, Nuancen von Rauch, fleischiger Unterton, opulente Vielschichtigkeit. Rote Johannisbeere, ziemlich grüne Tannine im mittleren Abgang.

 

2 ) Campo Léon, Amarone della Valpolicella 2004, Alkohol 16,5°.

F: schönes Granatrot.

N: Feinfruchtig, Nuancen von Milchschokolade und Kakao.

G: Trockenere Geschmacksnuancen, leichte Rumtopf-Noten, dann etwas brennend im doch kurzen Abgang.

 

3 ) Campo Léon, Amarone della Valpolicella 2006, Alkohol 16°.

F: Dunkles rubinrot, glänzend.

N: Süßliche Palette, Nuancen von Schokolade und exotischen Gewürzen.

G: Palette von gekochten, überreifen Früchten ( Pflaumen und Schlehen) Nachhall von süßem Lakritz, Abgang auf der Frucht, etwas salzige Akzente. Nachhall mittel bis lang.

 

Der 2006 ist der beste von den drei verkosteten Weinen, wobei man sich fragen muss, wie sich diese Weine in Zukunft entwickeln werden. Unsere Hit-Parade: 2006, 2004, dann 2005.

 

4 ) Valpolicella Superiore 2006, Campo Prognài DOC, Alkohol 14,5°.

F: klares rubinrot.

N: fruchtig-säuerlich, und lactische Nuancen.

G: säuerlich, mit guter Frische.

 

5 ) Soave DOC 2008 aus 100% Garganico, Alkohol 14.5°und nur 5% Restzucker. 25 Tage Kaltmazeration, keine Malolactische Vergärung, dafür ständiges Remuage und Battonage.

F: hellgolden.

N: säuerliche Akzente.

G: säuerlich-süße Aromenfülle, etwas mehlig in der Mitte, Abgang fruchtig, aber kurz. An Frische mangelt es etwas.

 

6 ) Passito 2006, Weisswein, „Sette Dame“ Veneto IGT, Alkohol11°.

F: Amberfarben.

N: etwas Mandeln, vegetaler Unterton, sehr grüne Mandeln.

G; leichter Quittenton, und etwas rahmig, Abgang Süßlich-rahmig. Rauchiger Unterton, Anklänge nach gebrannter Mandel im ziemlich kurzen Nachhall.

 

 

2tes Weingut: Trabucchi d’Illasi in Monte Tenda bei Illasi.

 

Bei Trabucchi werden seit 1993 Bio-Trauben angebaut, aber der Wein ist bisher nicht als Bio-Erzeugnis zertifiziert.

 

1 ) Valpolicella Superiore DOC San Colombano 2005.

F: intensives rubinrot.

N: gekochte rote Früchte, leicht rustikale Note, teilweise etwas Pferdeschweiß.

G: würzig-aromatisch Palette, sehr viel Holz, etwas astringent durch das viele Holz. Nachhall kurz.

 

2 ) Valpolicella DOC Terre del Cereolo 2004.

F: rubinrot mit deutlich bräunlicher Färbung.

N: mineralisches Bukett und nach dunklen Kirschen.

G: rauchige, staubtrockene Aromen, bittere Nuancen, reichlich trocken im Abgang. Der Nachhall ist astringent und etwas brennend.

 

3 ) Amarone della Valpolicella DOC 2004.

F: dunkles Rubinrot mit violettem Einschlag.

N: würzig-fruchtig, gekochte Früchte, fleischiges Bukett, erinnert an rote Frucht-Marmelade.

G: fruchtig, Aromen von Kirschen und Rumtopf, leichte Akzente von Veilchen. Mittel-lang im Nachhall. Leicht bittere Akzente.

 

4 ) Amarone della Valpolicella DOC Riserva 2003, Alkohol 16°.

F: sehr dunkles granatrot, leichte Braunfärbung.

N: frisches Bukett nach getrocknetem Gras und eingelegten, dunklen Kirschen.

G: Aromen von Pflaumenmarmelade (Quetschekraut), vielschichtig und mit warmen Tanninen. Lang im Nachhall, salzige Nuancen. Zeigt sich frisch, ist aber ziemlich astringent.

 

5 ) Recioto della Valpolicella 2005, Rotwein, Alkohol 14°.

F: Sehr dunkles granatrot.

N: sehr fruchtig, Nuancen von Holundergelee und Mandeln.

G: sehr süß in der Attacke, dann rauchige Noten von blondem Tabak und Schlehen-Marmelade. Warme Tannine im Abgang, mittlerer Nachhall.

 

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Appassimento-Trauben, die Basis für den Amarone.

 

 

Unser Mittagessen fand auf diesem Weingut statt, und die Sicht auf die Hügellandschaft vom Monte Tenda ist vom Verkostungsraum aus grandios.

Vorspeise: Pasta e Fagioli, ein schmackhafter Nudel-Bohnen-Eintopf, ein typisches Wintermahl der Region. Azienda Agricola Trabucchi stellt auch sein eigenes Olivenöl her: San Colombano, hellgrün, lieblich im Geschmack und gut zum Essen.

Hauptspeise: Drei Sorten gekochtes Fleisch, gekochtes Rindfleisch (Zoppenflésch), gekochte Schweinezunge und Schweineschwanz-Terrine mit einer Art dicker Sauce, Perra genannt, welche aus Zwieback, getrocknetem Brot und Pfeffer besteht. Dazu wurde Verdura Catalonia, gedämpftes und leicht bitter schmeckendes Grüngemüse gereicht.

 

3tes Weingut, Roccolo Grassi in Mezzane di Sotto

 

Eigene Weinvermarktung seit 1996. Die maximale Produktion liegt bei 50000 Flaschen pro Jahr. Davon sind 7000 bis 8000 Flaschen Amarone und knapp 7000 Flaschen Soave. Die Erntemengen liegen bei 8 Tonnen/ ha für Valpolicella, und sind niedriger für die anderen Weine.

 

1 ) Valpolicella Superiore DOC 2006, Alkohol 14,5°. Cuvée aus 40% frischen Trauben und 60% getrockneten Appassimento-Trauben der Sorte Corvina. 24 Monate im Holz, ½ Barrique, ½ großes Fass.

F: rubinrot, glänzend.

N: komplexes Bukett von Veilchen, roter Frucht und rauchigem Unterton. Vegetale Akzente.

G: Attacke mit warmen Aromen, dann brennend und astringent im Abgang, mit deutlich grünen Tanninen. Kurz und extrem trocken im Nachhall.

 

2 ) Amarone della Valpolicella DOC 2004, Alkohol 16,5°. 6,g Restzucker und 6,3g Säure.

F: dunkles rubinrot.

N: viel versprechendes Bukett, würzig, nach gekochten Pflaumen.

G: gekochte Früchte, alkoholreich. Trockene, leicht grünlich-vegetale Tannine. Abgang etwas zu körnig. Nachhall leicht grün, und zu kurz. Im Mund bleiben nur die grünlichen Nuancen. Moderne Spielart eines Amarone, der aller Wahrscheinlichkeit nicht das Alterungspotenzial eines Klassikers hat.

 

3 ) Recioto della Valpolicella DOC 2006, Alkohol 14,5°. Restzucker140 g. und 7,2 g Säure.

F: glänzendes Granatrot.

N: Würzig und fruchtig. Erinnert an Cassis-Likör und Bitterschokolade. Leicht säuerlicher Unterton. Etwas mineralisch im zweiten Anklang.

G: Fruchtig mit vielschichtigen Nuancen von Cassis und Schlehen-Marmelade.

 

Danach Rückfahrt zum Hotel Firenze in Verona, am Abend Essen in der Trattoria Bersagliere in der Altstadt.

 

 

Das 4. Weingut welches wir am nächsten Tag besuchen ist die Società Agricola Pier Paolo und Stefano Antolini in Marano di Valpolicella.

 

Seit 1992 bewirtschaften die beiden Brüder ihre Weinberge in Marano, San Pietro in Cariano und Negrar.

„Für mich gibt es zwei Arten von Amarone, Meditationswein und Wein zum Essen“, sagt Pier Paolo, der uns zum Tasting empfängt. 9 ha umfasst der Weinbau, 40% der Reben werden zu Amarone und knapp 5% zu Recioto – dem bekannten Süßwein Venetiens verarbeitet. Vom 2006er Amarone Moròpio wurden insgesamt 8666 Flaschen produziert.

Eigenes Olivenöl der Sorte Grignana wird auch hier hergestellt.

 

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Pierpaolo Antolini im kühlen Appassimento -Trockenraum.

 

 

1 ) Amarone della Valpolicella DOC Classico, „Moròpio“ 2006, Alkohol 16,5°. Restzucker 5,5 g/Liter. Höhe des Weinbergs 350m, die Corvina-, Corvinone-, und Rondinella- Reben sind bis zu 40 Jahre alt. Dies ist der historische Wein des Gutes.

F: dunkles rubinrot.

N: fruchtig, nach Weichselkirsche und mit würzig-balsamischen Nuancen. Mineralischer geprägter Unterton, Anklänge an Graphit.

G: frisch-fruchtig, Akzente von Kirschmarmelade und Schokolade, etwas reife Mandel. Sehr frisch im langem Nachhall.

 

2 ) Amarone della Valpolicella Classico DOC 2005, „Moròpio“ 2005, Alkohol 16°. Dies war ein kälteres Jahr für den Amarone.

F: dunkles violett.

N: Kirschbukett, säuerliche Akzente, etwas grünliche Anklänge.

G: grünlichere Note, etwas kürzer im Abgang, Nachhall auf der angenehm frischen Frucht.

 

3 ) Amarone della Valpolicella Classico DOC 2004, Alkohol 16,5.

F: dunkles rubinrot, leicht bräunliche Nuancen.

N: fruchtig, nach überreifen Kirschen.

G: gute Struktur, Tannine ausgeprägt, Abgang angenehm, Nachhall lang.

 

4 ) Amarone della Valpolicella Classico DOC 2003, Alkohol 16°.

F: dunkles rubinrot.

N: nach Bonbon Anglais und sehr mineralisch.

G: fruchtig-mineralisch, Abgang kurz und frisch, Nachhall kurz.

 

Hitparade: 2004, 2006, 2003, 2005.

 

5 ) Theobroma IGT Rosso 2006, Alkohol 15°. Cabernet Sauvignon 50% und Croatina 50% , etwas angetrocknete Trauben.

F: dunkles violett.

N: sehr mineralisch, viel Graphit.

G: typische Cabernet-Noten, doch aromatischer mit mineralischem Anklang.

 

6 ) Recioto della Amarone 2006, Classico DOC, Alkohol 13°, Restzucker 100g/Liter.

F: intensives rubinrot.

N: balsamisch-würzig, nach guter Pflaumenmarmelade.

G: rote Johannisbeeren, schöne Frische, was man bei dem Restzuckergehalt nicht sagen würde. Sehr frisch im Abgang, Nachhall lang und angenehm.

 

Der kleine Winzerbetrieb hat auch Zimmer zu vermieten, B&B auf dem Betrieb. Antolini macht nicht nur eigenes Olivenöl sondern auch schmackhafte Sopresso für den Hausgebrauch.

Mit Sfogliatine al Recioto della Valpolicella, einem süßlichen, trockenen Gebäck war der Süßwein (6) ein Gedicht. Wir wurden von Pier Paolo und seiner Frau

Michaela mehr als herzlich empfangen. Unverfälschte Gastlichkeit nennt sich das.

 

 

5tes Weingut, Cantina Bolla (Gruppo Italiano Vini) in San Pietro in Cariano, bei Pedemonte di Verona.

 

Größer konnte der Kontrast nicht sein: Insgesamt produziert G.I.V. 82 Millionen Flaschen pro Jahr, davon stammen 16 Millionen Flaschen von Bolla, 15% der Produktion hier in San Pietro ist Amarone.

Seit gut zwei Jahren gehört die Tenuta Fratelli Bolla zu G.I.V, deren Exportgeschäft sich zu 2/3 auf die USA fokussiert. Dem neuen Besitzer der Cantina Bolla geht es auch darum, das Ansehen und die Qualität des geschichtsträchtigen Weinguts, welches im Jahr 1883 gegründet wurde, erneut aufzuwerten.

 

1 ) Soave „Tufaie“ DOC Classico 2008, Alkohol 12,5°.

F: hellgolden mit leichtem Ambereinschlag.

N: frisch-fruchtig, etwas exotische Frucht, etwas Weißdorn-Blüte.

G: gute Frische, ausgereifte Frucht mit mittlerer Struktur, etwas würzig im Abgang. Nachhall lang und saftig.

 

2 ) Valpolicella DOC Classico Superiore „Le Poiane“ 2007, Alkohol 13,5°.

F: Helles Granatrot mit violettem Einschlag.

N: Rauchig-fruchtiges Bukett, würzig und mit leichtem Silex-Ton.

G: leichte Struktur, etwas eckige Tannine, saftig-süffig, einfach zu trinken. Besticht durch die gute Frische, obwohl es sich um einen Ripasso handelt.

 

3 ) Amarone della Valpolicella Classico 2006 „Le Origini“, Alkohol 15,5°.

F: Dunkles rubinrot, sehr intensiv.

N: extrem würzig-balsamisch, gute Frische, erinnert an getrocknete Brennnessel-Blätter und Zedernholz.

G: sehr frisch in der Attacke, dann gute Struktur mit vollem Körper, bleibt jedoch sehr fruchtig, trotz der etwas harzig-aromatisch Akzente. Abgang leicht bitter, Nachhall lang, mit angenehmer Fruchtigkeit. Für einen Amarone erstaunlich fruchtig, wobei der Alkoholspiegel nicht so sehr hervorsticht. Moderne Auslegung, ein „Wine to please a lot“.

 

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Der grosse Barriques- Keller der Cantina Bolla

 

 

4 ) Amarone della Valpolicella DOC Classico „Capo di Torbe“ 2003, Alkohol 15,5°.

F: klares granatrot mit leicht bräunlichem Einschlag.

N: gekochte Pflaumen, erdige Akzente, leicht nach nassem Schiefer. An sich ziemlich verhalten.

G: sehr frisch, zeigt extreme Barrique-Noten. Abgang leicht astringent, gute Balance. Nachhall lang, auf der Frucht, jedoch etwas staubig im Finale.

 

5 ) Recioto della Valpolicella DOC Classico 2006, Alkohol 13,5°.

F: schönes rubinrot.

N: Bukett von Veilchen und süßem Lakritz, gefolgt von Zedernholz und Anflügen von Zigarrenkiste.

G: balsamisch fruchtig, mit angenehm erdig-vegetalem Einschlag (Iriswurzel und Galangal), Abgang mittel, Nachhall auf der warmen Fruchtigkeit. Ein frischer, wirklich spezieller Recioto.

 

Unsere Geschmacks-Hitparade klingt wie folgt: 5, 4, 3, 2, 1.

 

6 ) Soave DOC 2008, Alkohol 12°.

F: sehr helles golden.

N: fruchtig, nach sehr reifen Trauben.

G: fruchtig, und etwas mineralische Nuancen.

 

7 ) Bolla Valpolicella Classico DOC 2008, Alkohol 12°.

F; violett, ziemlich hell.

N: fruchtig, aromatisches Bukett nach Kirschen und roter Johannisbeere.

G: fruchtige und würzige Aromatik, leicht zu trinkender Wein.

 

8 ) Recioto di Soave DOC 2005.

F: hell amber.

N: erinnert an Honig-Melonen und exotische Gewürze.

G: Bleibt erstaunlich frisch am Gaumen, trotz seiner Süße. Aromatisch-rauchig im Unterton, mit gutem Nachhall.

 

 

6tes Weingut, Tenuta Igino Accordini in Pedemonte

 

25 Hektar Weingärten groß. Nur Rotweine, und keine Weißweine produzierend ist dies die zweitletzte Tenuta unserer Erkundungsfahrt durch das Valpolicella-Gebiet. Das Gut ist bekannt für seine Ripasso-Weine. Die Tochter Illaria Accordini (genannt Hilary) und deren Vater Guido leiten heute zusammen den Familienbetrieb.

 

Bereits Großvater Gino „Cordin“ begann Wein in Flaschen zu verkaufen. 15 Hektar Valpolicella Classico ergeben eine Produktion von 120 000 Flaschen jährlich. Davon sind 30000 Flaschen, sprich ¼ der Produktion dem Amarone gewidmet. Für die kommende VinItaly 2010 wird der neue Jahrgang 2006 auf den Markt gebracht.

 

1 ) Ripasso Valpolicella Classico Superiore 2005, Alkohol 14,5°.

F: Dunkles violett.

N: würzig-aromatisch, etwas rustikales, sehr klassisches Bukett.

G: würzige Fruchtigkeit, Tannine gut eingebunden, leicht vegetal in der Mitte, bittere Nuancen im Abgang, jedoch mit warmem Aromenspiel im mittel bis langen Nachhall.

 

2 ) Amarone della Valpolicella DOC 2006, Alkohol 15,3°.

Dieser Wein wird erst im Oktober 2010 vermarktet. Wir probieren eine Fassprobe.

F: dunkles rubinrot.

N: würzig-aromatische Frucht, etwas Kakao und exotische Gewürze. (Zimt, Gewürznelken)

G: nach gekochten Früchten, Cassis, mit Nuancen von Süßholz. Tannine etwas rau, doch eingebunden, etwas astringent in seiner Struktur und leichter Bitterton. Sehr junger Wein, viel Potenzial.

 

3 ) Amarone della Valpolicella DOC 1997 Classico „Riserva Gino Cordin“, Alkohol 16,5°. Von diesem Wein wurden damals insgesamt 2652 Flaschen hergestellt.

F: dunkles granatrot, fast schwarz.

N: ausgiebig nach rote Früchte-Marmelade, jedoch keine Pflaumen, wie oft festgestellt.

G: fleischig-würzige Aromen von schwarzen Waldfrüchten, frischen Pistazien und bitterer Lakritze. Doch dann zeigt der Wein etwas bouillonartige Nuancen, die sehr rustikal hervortreten. Entspricht eher der alten Garde unter den Amarone. Nachhall lang, doch trocken und astringent, wie Schlehen im Spätherbst, frisch vom Busch, ohne dass es darin gefroren hätte.

 

4 ) Recioto della Valpolicella DOC Classico „Le Viole“ 2004, Alkohol 15°, Restzucker 180 gr/Liter.

F: dunkles violett, nahezu schwarz.

N: salzig-jodige Nuancen, erinnert an getrocknete Holunderbeeren und süße Lakritzbonbons.

G: fruchtiges Bukett, reichlich astringent, erstaunlich dass die Süße im Hintergrund bleibt. Zeigt warme, gute Tannine im Abgang, der Nachhall lang und mit einen latenten Frische.

 

Siebtes und letztes Weingut ist die Azienda Agricola Buglioni in San Pietro in Cariona bei Valpolicella.

 

Das 40 Hektar große Weingut mit Restaurant und Önothek wurde 1993 von den heutigen Besitzern gekauft, die bis dato nicht als Winzer tätig waren. Von 1993 bis 1999 wurden die Trauben verkauft, dann erst wurde der Weinkeller komplett neu erbaut. Ab 2000 wurde eigener Wein gekeltert.

 

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Mariano Buglioni und Winemaker Diego Bertoni (rechts)

 

 

Im Moment produziert Buglioni 100 000 Flaschen jährlich, was in etwa 1/3 der Kapazität des neuen Kellers entspricht.

Amarone werden 15000 Flaschen pro Jahr produziert, das entspricht 15% der Produktion.

Die Verkostung fand in der Locanda del Bugiardo, dem eigenen Restaurant und ansprechendem Agriturismo des gepflegten Weinguts statt.

 

1 ) Buglioni „il Valpolicella“ 2008 DOC Classico, Alkohol 12,5°.

F: glänzendes rubinrot.

N: sehr fruchtig, Bukett von Kirschen, etwas Bittermandel und Kräutern.

G: angenehme Fruchtigkeit, leichte bis mittlere Struktur, süßliche Aromenpalette mit etwas brennendem Eindruck im Abgang. Nachhall ziemlich lang, mit leichter Bitternote.

 

2 ) Buglioni Rotwein IGT Rosso Veronese „lo Zingaro“ 2008, Alkohol 12,5°.

F: rubinrot.

N: fruchtig-rauchig, mit mineralischen Anklängen.

G: säuerlich-fruchtig in der Attacke, leichte Struktur. Ein einfach zu trinkender Roter mit guter Balance.

 

3 ) Buglioni Valpolicella Classico Superiore „il Ruffiono“ 2006, aus Corvina, Corvinone, Rondinella und Molinara. Alkohol 13,5 °.

F: leichtes granatrot.

N: fleischig-opulente Frucht, Nuancen von Holunder und warmen Gewürzen. Leicht vegetal anmutende Noten.

G: gute Fruchtigkeit mit leichtem Rauchton. Gute Länge und ziemlich aromatischer, wenn auch Alkoholgeprägter Nachhall. Tannine im Moment eckig.

 

4 ) Buglioni Valpolicella Classico Superiore Ripasso „il Bugiardo“ 2005, Alkohol 14°.

F: dunkles rubinrot mit violettem Einschlag.

N: ausgeprägte Aromen von gekochtem Obst, etwas nach Rote Beete-Saft, ziemlich erdiger Anklang.

G: warme Aromenpalette und kräuterwürziger Unterton. Abgang kräftig und auf der warmen Kräuterwürze, Nachhall mittellang mit leicht bitterem, nicht unangenehmem Finale.

 

5 ) Buglioni Amarone della Valpolicella „l’Amarone“ Classico 2004, Alkohol 16°.

F: granatrot, glänzend.

N: ansprechendes Bukett von Kirschen, roten Johannisbeeren und Erdbeer-Marmelade. Vielschichtig und würzig-balsamisch im Unterton.

G: sehr opulente Aromen des klassischen Amarone. Frucht- und Gewürznoten halten sich die Waage. Gute Struktur mit fein eingebundenen Tanninen. Abgang auf der aromatischen Fülle, Nachhall sehr lang. Ein Top-Wein mit viel Potenzial. Sehr sauber gemacht.

 

6 ) Buglioni Ricioto „il Recioto“ DOC 2006, Alkohol 14°, Restzucker 120 g/Liter. Gesamtproduktion 4500 Flaschen.

F: sehr dunkles granatrot.

N: Bukett von Würzkräutern und Veilchen, Nuancen von Iris-Wurzel und eingelegten Pflaumen.

G: warme Fruchtaromen und viel Kräuterwürze, Holundergelee und Eindrücke von frischem Schlehen-Kompott. Abgang extrem fruchtig, Nachhall sehr lang und erstaunlich frisch.

 

7 ) Buglioni Passito Bianco del Veneto IGT, „il Monello“ 2006, Alkohol 14°. Die Trauben wurden von Oktober bis Februar getrocknet. (Appassimento)

F: altgold, glänzend.

N: zeigt ein süßlich-florales Bukett, erinnert etwas an Akazienblüte.

G: süßlich-fruchtige Aromen, Akzente von Linden-Honig und kandiertem Pfirsich.

 

Gegenüber dem Jahrgang 2005 kann behauptet werden, dass der Amarone 2006 ein etwas leichterer Wein ist, welcher auch eher seine optimale Reife erreichen wird.


08.02.2010

Eindrücke von „Amarone 2006 in Anteprima“ im Januar 2010 in Verona (1.Teil)

 

 

Vor kurzem fand in Verona, der Stadt von Romeo und Julia, die 6. Edition von „Amarone in Anteprima“ statt, einer Profi-Weinverkostung, bei welcher der neue Jahrgang dieses seltenen Weines aus Venetien vorgestellt wurde. Nun muss man sich das nicht vorstellen wie das Pröbeln einfacher Primeurs. Amarone braucht Zeit zum Reifen, und bei dieser Reportage geht es um den 2006er, der frühestens im Sommer, wahrscheinlicher aber im Spätherbst dieses Jahres, oder erst 2011 vermarktet wird.

 

Amarone ist der berühmteste Wein Italiens. Um dies zu verstehen ist ein historisch- geographischer Exkurs von Nöten. Amarone stammt aus Venetien, genauer aus dem Valpolicella-Gebiet, jener Hügellandschaft zwischen der Ebene von Verona und den Lessini-Bergen im Norden. Die Weingärten liegen am Etsch-Fluss – dem Adige – und erstrecken sich einerseits bis zu den Hügeln von Soave, andererseits fast bis an den Garda-See.

 

Seit Jahrhunderten wird hier Wein angebaut, der größtenteils in Verona, In Venedig und dem restlichen Venetien Absatz findet, da diese gehaltvollen Tropfen auch bestens zur rustikalen Küche der Gegend passen.

 

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Die Anteprima fand in Verona statt.

 


Erste Eindrücke über den Amarone in Verbindung mit lokalen Spezialitäten konnten wir bereits am Vorabend der Eröffnung der Anteprima gewinnen, welche in den Hallen von Verona-Fiere (vergleichbar mit LuxExpo bei uns in Luxemburg-Kirchberg) stattfand. Dutzende Proben der Jahrgänge 2005 bis 2001 standen zum verkosten bereit, und dass Amarone ein Wein mit hohem Alterungspotenzial ist, wurde uns erneut bewusst.

 

Mehr als 60 Mitglieder des Consorzio per la Tutela die Vini Valpolicella hatten sich zum diesjährigen Event „Amarone 2006 in Anteprima“ ein Stelldichein gegeben, wir verkosteten den 2006er von mehr als 40 Betrieben, und erleutern die Weine, welche uns am besten gefielen.

 

Nachfolgend unsere Eindrücke vom neuen Amarone anhand von 23 detaillierten Verkostungsnotizen:

 

1 ) Azienda Agricola Domenico Fraccoroli aus Lavagno.

Amarone della Valpolicella DOC 2006 „Grotta del Ninfeo“, Alkohol 15,5°

Der dunkle, rubinrote Wein, erst seit 1 Monat auf der Flasche, zeigt Aromen von Pflaumenmus und Anis mit rauchigem Unterton, eine säuerliche Nuance erinnernd an Rhabarber ist vernehmbar. Eckige Tannine, sehr junger Wein. Ziemlich brennend am Gaumen.

 

2 ) Azienda Agricola Gamba aus Marano di Valpolicella.

Amarone della Valpolicella DOC 2006, Alkohol 15,5°

Fast schwarze Farbe, rustikale Anklänge an der Nase , ein opulentes Bukett von Cassis und Pflaumen. Etwas salziger, fleischiger Unterton am Gaumen. Lang im Abgang, leichter Bitterton im doch sehr angenehmen Nachhall.

 

3 ) Azienda Agricola GNIREGA (Pietro Clementi) aus Marano di Valpolicella.

Amarone della Valpolicella DOC 2006, Alkohol 16°

Der junge Wein zeigt marmeladig-mehlige Akzente in der Nase, am Gaumen ist Fruchtigkeit und Säure noch nicht im Einklang.

 

4 ) Azienda Agricola I SCRIANI (Stefano Cottini) aus Fumane.

Amarone della Valpolicella DOC 2006, Alkohol 16°

Der 18 Monate in Barriques gereifte Wein sollte karaffiert werden, dabei wird die an der Nase vernehmbare, flüchtige Säure sich teilweise auflösen. Fleischig und animalisch an der Nase. Schokoladig am Gaumen, mit fruchtig-säuerlichem Nachhall, zeigt sich dieser Amarone ziemlich trocken im Abgang.

 

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Mehr als 60 Betriebe nahmen an der Anteprima teil.


5 ) Azienda Agricola LATIUM (Eugenio Morini) aus Illasi.

Amarone della Valpolicella DOC 2006, Alkohol 16°.

Oenologe Flavio Peroni bietet hier einen 2006er Amarone an, der wirklich trocken ausgebaut ist, und daher auch auf viel Interesse stößt. Eingelegte Pflaumen, rote Früchte und Nuancen von Rhabarber an der Nase, schön eingebundene Tannine und eine gute Struktur am Gaumen gefallen. Der Nachhall dieses Klassikers ist lang und angenehm.

 

6 ) Azienda Agricola LE MAROGNOLE (Fabio Corsi) aus Marano di Valpolicella.

Amarone della Valpolicella DOC 2006, Alkohol 15,5°.

Rubinrot und glänzend. An der Nase fruchtig-frisch, am Gaumen jedoch etwas reduktiv, doch mit schöner Säure.

 

7 ) Azienda Agricola MANARA aus San Pietro in Cariano.

Amarone della Valpolicella DOC 2006, Alkohol 16°

Typischer Amarone mit Veilchenduft und ausgeprägtem Bukett von gekochten, roten Beeren und Pflaumenmarmelade. Kann eher als ein Mainstream-Wein eingeordnet werden.

 

8 ) Società Agricola MONTECI (Gianluigi Righetti) aus Fumane

Amarone della Valpolicella DOC 2006, Alkohol 16,3°

Gehaltvoller Wein mit klaren Noten von Rhabarber und sous-bois. Animalische Töne, die gute Struktur und die schöne Säure gefallen, und lassen kaum vermuten, dass dieser Amarone mehr als 16° Alkohol aufzeigt. Trotz etwas eckiger Tannine ein großer Wein.

 

9 ) Azienda Agricola MONTE dall`ORA (Carlo Venturini) aus Castelrotto di San Pietro in Cariano.

Amarone della Valpolicella DOC 2006, Bio-Wein, 15,5° Alkohol.

Seit 2006 ist das Gut als Bio-Betrieb zertifiziert. Der erste Amarone gibt sich fruchtig (Himbeere an der Nase, Pflaumen am Gaumen) ist frisch und leicht im Abgang, und punktet mit gut eingebundenen, warmen Tanninen und guter Säurestruktur.

 

10 ) Azienda Agricola MUSELLA (Emilio Pasqua di Bisceglie) aus San Martino Buon Albergo.

Amarone della Valpolicella DOC 2006, Alkohol 16°.

Eine sehr fruchtige Variante eines 2006er Amarone. Leichte Nuancen von Rauch an der Nase. Leicht bitter im mittel-langem Nachhall.

 

11 ) Azienda Agricola MONTE ZOVO (Mattia Cottini) aus Caprino Veronese.

Amarone della Valpolicella DOC 2006, Alkohol 15° & 17°.

Zwei Spielarten: White Label und Black Label. Walker Cottinis Basic-Amarone gibt sich rustikal, mit viel Holz und erdigen Untertönen. Die Top-Variante Black Label (17° Alkohol) gefällt durch Nuancen von frischen Erdbeeren an der Nase. Am Gaumen auch Erdbeermus und feine Töne von gekochtem Rhabarber. Der lang bis mittel erscheinende Nachhall ist leicht brennend, wird sich jedoch noch ändern.

 

12 ) Società Agricola NICOLIS Angelo & Figli aus San Piedro in Cariano.

Amarone della Valpolicella DOC 2006, Alkohol 16°.

Fruchtig-aromatischer Wein mit ansprechender Nase und guter Struktur. Tannine momentan noch etwas eckig, was auf die Fassprobe zurück zu führen ist. Der 2006er ist erst ab Frühjahr 2011 lieferbar.

 

13 ) Azienda Agricola SPERI Viticoltori aus Pedemonte.

Amarone della Valpolicella DOC 2006, Alkohol 15°.

Der neue Amarone von Speri spricht durch seine, an Veilchen und Tabak erinnernde Nase, sowie die aromatisch-fruchtigen Aromen am Gaumen an. Der Nachhall ist mittel-lang und betört mit sehr elegantem, frischem Abgang.

 

14 ) Azienda Agricola TOMMASI Viticoltori aus Pedemonte

Amarone della Valpolicella DOC 2006, Alkohol 15,5°.

Zeigt florales Bukett an der Nase (Veilchen und Rhabarber-Blüte) mit leicht vegetalem Ton. Am Gaumen die klassischen Noten von rauchiger Fruchtigkeit und saftigen Dörrpflaumen. Dies ist eine Ikone des klassischen Amarone. Tommasi hat das Wissen und Können, seit mehr als fünfzig Jahren Weine mit eigenem Stil und in derselben Geschmacksrichtung zu erzeugen.

 

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Das Werbeplakat in den Hallen der Verona Fieri.


15 ) Azienda Vinicola SAN RUSTICO (Marco Campagnola) aus Valgatara.

Amarone della Valpolicella DOC 2006, Alkohol 16,5°.

Dies ist ein wahrer Winzerwein, der keiner Richtung folgt, wenn nicht der eigenen.  Sehr vielschichtig in der opulent wirkenden Nase (Pflaumenmus und kräuterwürziges Bukett). Am Gaumen die klassischen Erkennungsmerkmale eines Amarone mit guter Harmonie, würzig-aromatisch und mit viel Potenzial. Besonders erstaunlich ist die im Abgang und im langen Nachhall vorhandene, extreme Frische dieses Gastronomie-Weines.

 

16 ) Società Agricola VENTURINI Massimo & Figli aus San Floriano.

Amarone della Valpolicella DOC 2006, 16°

Venturini hatte in Verona direkt zwei Weine vorrätig, den Amarone und den Amarone Riserva. Beide sind fruchtig-aromatisch, mit balsamischem Unterton. Die Riserva, etwas verhaltener an der Nase, gibt sich etwas trockener im Nachhall.

 

17 ) Azienda Agricola Vigneti VILLABELLA (Monica Marogna) aus Calmasino di Bardolino.

Amarone della Valpolicella DOC 2006, Alkohol 16°.

Rustikale Noten von Rumtopf und Himbeeren an der Nase, aromatisch, mit dichter Struktur (Anklänge an China-Tinte und sous-bois) am Gaumen, gibt sich dieser Amarone trocken im Nachhall und leicht bremsend im recht balsamisch wirkenden Abgang.

 

18 ) Azienda Agricola Fratelli VOGADORI in Negrar.

Amarone della Valpolicella DOC 2006, Alkohol 16°.

Erdbeeren und Cassis-Noten beherrschen das ausladende Bukett dieses Weins, der mit seiner frischen Fruchtigkeit gefällt. Der Nachhall, recht angenehm, ist mittellang.

 

19 ) Società Agricola ZECCHINI aus Grezzana.

Amarone della Valpolicella DOC 2006 „Calandra“, Alkohol 16,5°

Dieser Wein versteckt nicht den hohen Alkoholgehalt, welcher sowohl an der Nase, als auch am Gaumen überwiegt. Fruchtig- säuerlich am Gaumen, ist er relativ kurz im Nachhall

 

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Gleichzeitig wurde in einem Nebenraum auch blind verkostet.


20 ) Azienda Vitivinicola ZENATO in Peschiera del Garda.

Amarone della Valpolicella DOC 2006, Alkohol 15,5°.

Der 2006er von Zenato ist ein typischer Vertreter klassischer, althergebrachter Amaroni. Extrem rustikal an der Nase (Pferdestall) gibt er sich süßlich-fruchtig am Gaumen. Sein junges Alter lässt in bitter und kurz im Nachhall erscheinen. Bleibt zu hoffen, dass sich diese Eigenschaften im Laufe der Zeit verlieren werden.

 

21 ) Cantina ZENI F.lli aus Bardolino.

Amarone della Valpolicella DOC 2006, Alkohol 15,5°

Zeni präsentierte 2 Weine, der erste im großen Holzfass ausgebaut, der zweite in Barriques gereift. An der Nase reife Pflaumen, am Gaumen aromatisch, Nachhall sehr lang und angenehm. Die Cuvée Barriques zeigt gute Struktur, gefällt durch die vielschichtigen Aromen reifer Früchte, und ist schön lang im Nachhall.

 

22 ) Cantina CORTE CAMPAGNOLA (Fernando Campagnola) aus Marano di Valpolicella.

Amarone della Valpolicella DOC 2006 „Gli Archi“, Alkohol 16°.

Der zweitletzte von uns auf der Verona-Fieri verkostete Amarone des neuen Jahrgangs 2006 ist aussagekräftig, sowohl von seiner Nase her, welche an eingelegte Pflaumen, Dörrobst und Teer, vermischt mit erdigen Nuancen erinnert, als auch vom Gaumen her, der neben einer ausgesprochen rauchigen Aromenfülle eine sehr gute Harmonie aufweist.

 

23 ) Azienda Agricola Marchesi FUMANELLI in San Floriano.

Amarone della Valpolicella DOC 2006, Alkohol 15,8°.

Der letzte Amarone zeigt eine gute Struktur, ist säurebetont am Gaumen. Die jungen Tannine sind sehr präsent. Der Abgang gibt sich frisch, der Nachhall ist mittellang und etwas trocken.

 

 

Am selben Samstag fand abends ein Gala-Dinner in der Villa Novare in Valpolicella statt, wo die Profi-Verkoster der Anteprima nochmals die Gelegenheit hatten, neben Amarone auch Valpolicella und die Süßweine der Region, allen voran den Recioto della Valpolicella beim Essen zu probieren.

 

>> Im zweiten Teil unserer Reportage stellen wir ausgesuchte Weinkeller der Valpolicella-Region vor


21.12.2009

Four Apostles versus Firriato Quater, Bandol Tempier and Domaine Gauby Vieilles Vignes.

On a sunny afternoon in October 2009, we organized a tasting of opulent reds from the 2005 vintage. The sole four wines we compared were very singular bottles, all of them. And even if the samples arrived from very different places – two coming from the South of France, one introduced from Sicily and one brought from New Zealand – they nevertheless have one fact in common. They are all blends, and all are elaborated from an assemblage of four different grapes.

Vier Rote hoch Zwei –Tasting started with the challenger from Matakana, a region of rolling hills in the Northland of New Zealand’s Northern island. The name of the wine is eponymous with the winery: Providence. Owner James Vuletic is no newcomer and his wines are global players on the wine lists of top-grade restaurants in Japan and other Asian countries, as well as in Europe. These reds are in the style of French wines; smooth, silky and with warm tannins. But their full-bodied structure gives them strength. Jim Vuletic normally blends Cabernet Franc, Merlot and Malbec in its Providence Cuvée, but this is a new release. Four Apostles has Syrah within the blend. The name of the wine already tells it.

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New Zealand’s Four Apostles against South European strength in the bottle

On the nose (after some hours decanting, just like the other three samples) you find a latent fruitiness with an herbal and earthy overlay, paired with hints of an interesting minerality, notes of dried raspberries and even some slight salty reminiscence. On the palate, the body is round and elegant, with flavours of red forest berries, cassis leaves, notes of exotic spices and leather. The finish is long and very pleasant.

Second wine we tasted was Quater 2005 from Firriato, a Sicilian winery founded in 1985. This Casa Vinicola is renowned for its tenacity in blending meticulously the mash of indigenous grape varieties, voire the ready fermented, young wines. Quater, which means four in Latin, is an assemblage of mostly Nero d’Avola and Perricone with moderate parts of Frappato and Nerello Cappuccio.

The alcohol strength is 14, 5°, which is normal for these wines, making it a powerful antagonist compared with the finer and elegant red from the antipodes.

Deep ruby coloured, Quarter I.G.T. Sicilia shows an array of dark spices and blueberries on the nose, and tangles the palate with a farandole of warm, mellow tannins, combined with a powerful, straight structure and a medium yet pleasant finish. Even if this wine got 3 Bicchieri in the Gambero Rosso, the lack of elegant layers of fruitiness is the main reason why it is not a real imminence against the Four Apostles.

Domaine Tempier is a winery situated in Plan du Castellet, a village in the Département du Var. The wine is a perfect example of an old-style Bandol. This A.O.C. wine is made with Mourvèdre (75%) the rest being Grenache, Cinsault and Carignan. On the nose this wine shows evident notes of savage animal character with some chalky and mineral undertones. On the palate, you will find round and very ripe aromas, as well as an unusual acidity, which makes it a wine with a middleweight structure. The finish is grainy dry, lightly sour and – sorry for this – a bit short. Again, the detractor from the Southern Hemisphere wins without exertion this equation.

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The author together with James Vuletic (left) in his Providence vineyard in Matakana / NZ

Finally the last sample we tasted – Cuvée Vieilles Vignes from Domaine Gauby – impressed quite a lot. Perfectly elaborated and with a long 27 months of ripening in the vats and finally in the bottles are at the origin of a wine with a garnet robe, showing also some shades of purple.

The Cuvée is made mostly with Grenache Noir and Syrah, but some Mourvèdre and Carignan are bringing in more rustic aromas, called arômes de garrigue et de sous-bois in France.

On the nose we loved the bouquet of dried flowers, ripe cherries and some reminders of macerated black plums. The fruitiness on the palate has an unexpected elegance for a Côtes du Roussillon Villages. On the other hand, the alcohol strength is only 13, 5°, which explains a bit the more refined style of this wine. If there was a competitor worth naming against the Four Saints from the other end of the world, it would be without any doubt the Gauby Vieilles Vignes.

>> In Luxemburg Providence wines are available at Caves Rossi – 53, rue Gaffelt in L-3480 Dudelange, phone number 00352510654.

Firriato Sicilian Reds are distributed in the Grand-Duchy by IL Vinaio dal Notaro, 149, rue de la Tour Jacob in L-1831 Luxemburg-Clausen. More details under phone 00352-423070.

Finally both Bandol Domaine Tempier and also Domaine Gauby Vieilles Vignes can be found in different vintages at Caves Wengler – Châteaux et Domaines – in Rosport. Their Vinothèque and tasting room is also situated in Rosport, Rue Neuve, numéro 2. More information provided under the telephone number 00352 730373.

 

 

 


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