20.06.2010

2009er Jahrgang von Domaine Mathis Bastian verkostet

von Romain in Location Luxembourg

Anfang Juni 2010 hatten wir das Vergnügen, den 2009er Jahrgang des Weinguts Mathis Bastian aus Remich zu verkosten. Als Mise en Bouche dienten der Crémant Brut, danach der als Weißwein ausgebaute Pinot Noir von 2007.

Dann begann im Beisein von Mathis Bastian und seiner Tochter und Junior-Chefin Anouk das eigentliche Pröbeln des rezenten Jahrgangs. Nachfolgend die Verkostungsnotizen aller Weine, wobei es zu beachten gibt, dass der 2009er als ein besonders ausgereifter Jahrgang an der Luxemburger Mosel gilt.

 

 

1. Bastian Crémant Brut.

 

Der hochwertige Schaumwein zeigt sich fruchtig an der Nase. Sein Bukett erinnert entfernt an grüne Walnüsse. Angenehm am Gaumen, bietet dieser Crémant aus Riesling, Pinot Blanc, Auxerrois und etwas Pinot Noir, welcher als Weißwein ausgebaut wurde, ein harmonisches Gefüge.

 

2. 2007 Pinot Noir, als Weißwein ausgebaut (vinifié en blanc).

 

Fruchtiges Bukett von weißen und roten Johannisbeeren, sowie sekundäre vegetale Akzente von Cassis-Blättern an der Nase. Dieser trockene Spätburgunder (Restzucker 2g/l)punktet mit fruchtiger Säure, die ihm eine angenehme Frische verleiht. Ein perfekter Sommerwein, der bereits die optimale Trinkreife erreicht hat.

 

3. 2009 Pinot Gris – Gris de Gris.

 

Leichte Färbung durch 12 Stunden Maischestandzeit. Etwas säuerlich-fruchtig im Bukett, hat dieser Grauburgunder, der als Klassiker im Sortiment von Bastian gilt, mehr Präsenz am Gaumen als der weiße Spätburgunder. Seine Vollfruchtigkeit zeigt sich auch im mittellangen Nachhall. Im Moment etwas eckig, wird der noch zu junge Weißwein ein besseres Bild in einigen Monaten abgeben.

 

4. 2009 Auxerrois.

 

Floral und feinfruchtig, gefällt der Auxerrois von Bastian immer wieder durch seine Vollmundigkeit.

 

5. 2009 Pinot Blanc, Coteaux de Remich.

 

Der junge und sehr frische Weißburgunder punktet mit gehörig Struktur und Vollfruchtigkeit, was auf den sehr ausgereiften Jahrgang zurück zu führen ist. Der lange Nachhall macht diesen Wein zu einem perfekten Begleiter zu Fisch, Kalbfleisch oder Geflügel.

 

6. 2009 Chardonnay, im Barrique ausgebaut.

 

Die Nase erinnert an weißes Steinobst und Akazienblüten. Fruchtig und fein mineralisch findet sich ein ausgeprägt floraler Unterton am Gaumen. Leicht kreidiger Eindruck im Abgang, was auf die Remicher Lage zurück zu führen ist.

Dieser Wein wird größtenteils in Fässern vom 2ten und 3ten Jahr ausgebaut.  10 Monate Barrique-Reife. Vermarktung unter der Bezeichnung „Remich Clos des Eglantiers“.

 

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Die Familie Bastian ist mit ihren 2009er-Weinen durchaus zufrieden

 

 

7. 2009 Pinot Gris.

 

Grauburgunder mit exotischer Frucht-Variante an der Nase (Litchi  und Rambutan ) Im Bukett auch Anklänge von weißem Pfirsich. Gefällt mit der ausgewogenen Balance am Gaumen, und der ausgeprägten Fruchtigkeit im Nachhall.

 

8. 2009 Pinot Gris Wellenstein Foulschette, Fass 22.

 

Würziges Bukett mit deutlichen Anklängen von süßlich-warmem Bali-Pfeffer. Bereits ausgewogen am Gaumen, ist die feine Mineralität im Abgang gut vernehmbar. Momentan eher verhalten, wird der Foulschette sein klassisches Aromenspiel frühestens in sechs Monaten freigeben.

 

9. 2009 Pinot Gris Wellenstein Foulschette, Fass 33.

 

An der Nase vielschichtiges Bukett nach weißen Blüten und frischen Aprikosen In der Attacke feingliedrig strukturiert, zeigt sich der Grauburgunder in der Mitte mit einem Säuregerüst, welches dem Wein Tiefgang und viel Potenzial beschert. Als Gastronomiewein besonders anzuraten. **

 

10. 2009 Riesling Primerberg.

Fruchtiger und sehr frischer Riesling. Am Gaumen an Aprikosen und frische Mandeln erinnernd, punktet der Primerberg wie gewöhnlich mit seiner kräftigen, geradlinigen Säure, welche auch bei einem äußerst reifen Jahrgang wie dem 2009er durchscheint.

 

11. 2009 Riesling Wellenstein Kurschels, Fass 16.

 

Ein Bukett von sehr ausgereiftem Lesegut und eine perfekte Struktur zeichnen diesen Riesling Kurschels von Bastian aus. Belebende Säure, sehr lang im Nachhall. Ein Riesling der als perfekter Essensbegleiter sicherlich viel Freude bereiten wird.

 

12. 2009 Riesling Wellenstein Kurschels, Fass 1.

 

Seine dezente Aromatik und das elegante Bukett schmeicheln die Nase. Die fruchtigen, und säurebetonten Aromen erinnern an grüne Ananas. Leicht vegetale Nebentöne geben der Gesamtstruktur mehr Fülle.

 

13. 2009 Gewürztraminer Spätlese, Fass 24.

 

Die klassische Variante des Luxemburger Traminer, opulent würzig und im Bukett an Rosen erinnernd. Da das sehr reife Lesegut seine Vollfruchtigkeit am Gaumen bestens zum Ausdruck bringt, ist dies ein Top-Wein zu asiatischer Küche, da er es auch mit würzigen Speisen aufnehmen kann. Natürlich passt diese Spätlese auch zu gereiftem Blauschimmelkäse.

 

 

>> Domaine Mathis Bastian, 29 route de Luxembourg in L-5501 Remich <<


29.04.2010

Vinsmoselle „ Art & Vin Série Limitée 23“ erstmals in Wellenstein verkostet.

von Romain in Location Luxembourg

 

Ende April 2010 hatten wir das Vergnügen, im Beisein von Bernd Karl, dem technischen Direktor der Vinsmoselle, die seit kurzem auf die Flaschen gezogenen Weine der Sonderserie  „Art & Vin“ zu probieren. Die Kunstetiketten der 23. Auflage spiegeln Skizzen und Bauwerke des bekannten Luxemburger Architekten François Valentiny wieder.

Alle hier beschriebenen Weine werden dem Publikum erstmals während des traditionellen „Proufdâg“ am ersten Mai (am morgigen Samstag) vorgestellt.

Die Weine zeichnen sich durch ihre Ausgereiftheit und ihre harmonische Struktur aus.

 

Art & Vin Série Limitée 23 – Verkostung  2008er Qualitätsweine mit Grand Premier Cru-Gütesiegel.

 

Auxerrois Remich Hôpertsbour GPC 2008.

Sehr Hell im Glas. Der Wein ist vollfruchtig und würzig an der Nase, er erinnert an gelbe Steinfrucht und Ananas. Am Gaumen zeigt dieser körperreiche Auxerrois  seine sehr reife Aromatik, und trotzdem  behält er im Abgang eine gute Frische, welche auch den fruchtigen, mittel-langen Nachhall prägt.

 

Pinot Blanc Schengen Markusberg GPC 2008.

Exotische Früchte an der Nase, nebst dezent vegetabilen Untertönen von Waldmeister und Liebstöckelblättern. Ausgeprägt aromatisch am Gaumen, offenbart dieser Wein  sein volles Aroma erst in der Mitte, um  mit einem cremigen Unterton zu gefallen. Im Abgang warm, im Nachhall schön lang und mit dem richtigen Schuss angenehmer Säure. Ein sehr stoffiger Weißburgunder.

 

Riesling Wormeldange Koeppchen GPC 2008.

Von der Farbe her überwiegen die hellgrünlichen Nuancen. Eine gekonnte Mischung aus Zitrusfrucht und Sommerkräutern kitzelt die Nase, des Weiteren sind honigartige Nebentöne feststellbar. Am Gaumen  spricht die Rieslingsäure voll an, was auch der leichte Bitterton bezeugt. Angenehme Aromen von gelber Grapefruit, die schöne Reife dieses Rieslings, und seine kräftige Säurestruktur sorgen für die Ausgewogenheit, welche dieser neue Weißwein bereits jetzt bietet.

 

Riesling Grevenmacher Fels GPC 2008.

Hellgolden in der Färbung. An der Nase ausgeprägt mineralisch und sehr elegant. Am Gaumen besticht der Grevenmacher Fels mit schönem Säurespiel und beeindruckend fruchtig-frischem Körper. Das Aromenspiel von Aprikosen und gelben Pfirsich, vermischt mit erdigeren Untertönen von grüner Olive machen diesen Riesling interessant. Mineralisch und leicht erdig in der Mitte, ist er im äußerst lang anhaltenden Abgang saftig und frisch.

 

Riesling Wellenstein Kurschels GPC 2008.

Überzeugend in der Farbnuancierung. An der Nase betont würzig, und  mit leicht mentholischen Akzenten. Am Gaumen besticht zuerst die wiederkehrende,  frische und mentholische Note, dann folgt die ausgeprägte Fruchtigkeit. Ein vielschichtiger Riesling mit gehöriger Struktur. Im Abgang gefällt die sehr ausgereifte Frucht. Der Wein passt dank seiner gefächerten Aromatik gut zu exotischen Speisen wie Indisches Curry oder Indonesische Reistafel.  Diesen  ausgereiften Tropfen gibt es als einzigen der „Art & Vin Serie Nummer 23“ auch in der Magnumflasche, was 1,5 Litern oder zwei normalen Flaschen entspricht.

 

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Die Genossenschafts-Kellerei Remerschen, auch noch Caves du Sud genannt

 

Pinot Gris Machtum Ongkâf GPC 2008.

Schöne Farbgebung, welche in Richtung  eines Gris de Gris geht. Das reife Bukett an der Nase erinnert an Trockenobst mit warm-würziger Struktur. ( Datteln, Papaya, Mango)

Der Gaumen  gibt sich in der Attacke mineralisch-würzig, dann folgt die reife Fruchtigkeit. Im Nachhall weist dieser Grauburgunder eine schöne Säurestruktur aus, und gefällt mit dezenter Rauchnote in der Finale. Ein Gastronomiewein  par excellence.

 

Pinot Gris Wellenstein Foulschette GPC 2008.

Schöne, würzig-rauchige Aromatik in der Nase, gefolgt von einem vielschichtigen, fruchtigen Bukett. Am Gaumen außergewöhnliche Dichte, sehr aromatisch und dennoch mit viel Frische in der dichtgewebten Struktur. Im Abgang genau wie im  tragenden Nachhall gefällt  die markante Säure, welche diesem Wein seine außerordentlichen Körper  verleiht. Mit aller Wahrscheinlichkeit ist dieser Wellenstein Foulschette der opulenteste Tropfen dieser aufschlussreichen Verkostung.

 

>> Weitere Infos unter www.vinsmoselle.lu oder der Telefonnummer 00352-23 69 66-1

 


21.04.2010

Weine des Top-Jahrgangs 2009 von Caves Gales im Vergleich.

von Lylian in Location Luxembourg

 

Bei der Verkostung, welche im April 2010 in der Nobel-Herberge „La Rameaudière“ von Daniel Rameau in Ellange-Gare (L) stattfand, waren Weingutsbesitzer Marc und Monique Gales, sowie Kellermeister Arno Bauer zugegen.

Domänen-Inhaber Marc Gales kommentierte seinen neuesten Jahrgang, die technischen Details einzelner Weine erläuterte sein dynamischer Kellermeister.

 

Als Mise en Bouche wurde ein Crémant Brut, Gales Private Cuvée gereicht. Feinperlend und an der Nase sehr fruchtig, zeigt sich dieser qualitativ hochwertige Schaumwein mit eleganter Fülle, während er im Nachhall mit seiner cremigen Textur aufwartet.

 

Einleitend beschrieb Gales den Jahrgang 2009  als außergewöhnlich. Größtenteils herrschte im richtigen Moment das richtige Wetter. Während der Blüte Anfang Juni sorgten Regen und Wind für leichte Verrieselung, was im Herbst zum Vorteil für den Winzer wurde, da die Trauben lockerer und weniger anfällig für Pilzkrankheiten waren.

 

Durch diese natürliche Auslese waren die Erträge zwar um 15% niedriger als die anfänglich gemachten Schätzungen, dennoch waren die Quantitäten ähnlich wie 2008.

Zu Beginn der Reife war das Wetter trocken und warm. Um den 21. September begann die Lese, zuerst mit den Rivaner-Trauben, um am 20. Oktober mit der Ernte sehr reifer Riesling-, und Grauburgunder-Trauben zu enden. Der durchschnittliche Ertrag lag 2009 bei 50 bis 60 hekto/ha, was als normaler Mengenertrag bei Gales gilt.

 

Alle Trauben wiesen Öchslegrade von mindestens 93° und bis zu 100° auf. Die Weine zeigen sich daher als sehr reif, und mit viel Fülle. So wurde kürzlich ein Rivaner von Gales als bester Wein zum Spargel in Holland gekürt, ein Zeichen wie vollmundig und stoffig dieser einfache Tropfen in guten Jahren werden kann.

Spät im Jahr, am 17. Dezember konnte auch Eiswein mit einem Mostgewicht von 130 Öchsle geerntet werden.

 

Die verkosteten Weine waren Fassproben, welche in den nächsten Wochen auf die Flasche gefüllt werden. Da die Weine lange vergärt wurden, ist ihre schöne Färbung dementsprechend ausgeprägt.

 

1. Auxerrois Remich Hôpertsbour GPC.

Der Hôpertsbour-Weinberg von Gales ist eine warme Lage. 93° Öchsle, 7,8 g/l  Restzucker 6,6g/l Säure und 13,1° Alkohol.

Von der Farbe her hell mit grünlichen Reflexen. Die Nase zeigt feine Mineralität und gute Fruchtfülle. Am Gaumen dezent strukturiert und mit Noten von exotischer Frucht. Im Abgang schön fruchtig, erinnert dieser Wein im mittellangen Nachhall an sehr reife Ringlotten und weißen Pfirsich.*

 

2. Pinot Blanc Bech-Macher Rëtschelt GPC.

98° Öchsle, 9,7 g/l Restzucker, 7,0 g/l Säure.  Dies ist der größte zusammenhängende Weinberg der Domäne.

Farbe  hell. Nase sehr frisch, mit Bukett von Zitrusfrüchten und floralen Nebentönen. Am Gaumen, in der Attacke leicht kreidiger Unterton, dann  würzig-fruchtig mit leicht süßlichem Akzent, und im Abgang auf der ausgereiften Säure. Nachhall  lang.

 

3. Chardonnay Coteaux de Stadtbredimus GPC.

95 Öchsle, 7g/l Restzucker, 8 g/l Säure, 12,5° Alkohol. Cuvée beinhaltet auch 5% Barrique-Wein, fünf Monate in Allier-Eiche gereift, 95% des Weins kommt aus dem Stahltank.

 

Helle und kristalline Farbe, an der Nase  etwas verhalten mit leichtem Grapefruit-Ton und  Anklängen an grüne Mandeln. Leicht vegetabil. Am Gaumen  feine Mineralität und fruchtige Aromen von grüner Ananas und Rhabarber-Kompott.

 

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Zufrieden mit dem 2009er: Marc & Monique Gales, Kellermeister Arno Bauer (von links nach rechts)

 

 

4. Riesling Remich Primerberg GPC.

93° Öchsle, 8,1 g/l Restzucker,  8,0 g/l Säure, und 13°Alkohol.

 

Hellgrünliche Robe, die Nase fruchtig mit feiner Würze (grüne Oliven), und  leicht kräuterwürzigen Akzenten von Melisse.

Am Gaumen zeigt der Riesling seine volle Struktur, und ein sehr reifes Bukett von Zitrusfrucht. Im Abgang säurebetont, guter Nachhall.

 

5. Riesling Wellenstein Kurschels GPC.

94° Öchsle, 7,5 g/l Restzucker, 8,3 g/l Säure, sowie 13,1° Alkohol.

 

Hellgolden mit grünlichem Schimmer. An der Nase ausgeprägt fruchtig-floral. Am Gaumen bereits vielschichtig strukturiert. Frisch im Abgang, sehr  lang und elegant im Nachhall, mit typisch ausgeprägtem Säurespiegel. Ein echter Gastronomie-Wein. **

 

6. Pinot Gris Wellenstein Foulschette GPC.

100° Öchsle, 9,7 g/l Restzucker,  6,02g/l Säure, 13,5° Alkohol.

 

Sehr expressiv in der Farbe, an der Nase ausgeprägtes Bukett

von reifen gelben Früchten, leichte Nuancen von frischem Lindenhonig.

Am Gaumen opulente Aromatik, recht cremig und reif. Dieser Grauburgunder zeigt eine gute Struktur. Warm im Abgang und im Nachhall  ausdrucksvoll. Ein leichter Bitterton spricht für die untertönige Mineralität.  **+

 

7. Pinot Gris Remich Hôpertsbour GPC. 

95° Öchsle, 9,8 g/l Restzucker, 6,0 g/l Säure, 13° Alkohol.

 

Hellgoldene Robe. In der Nase zuerst Anklänge an  kreidige Untertöne, gefolgt von einem warm-floralem Bukett. Am Gaumen zeigt der Wein in der Attacke süßliche Aromen, gefolgt von einer außergewöhnlichen Struktur. Der Abgang ist saftig-vollmundig, der Nachhall mittel. Ein jetzt bereits gut trinkbarer Tropfen *.

 

8. Riesling Wellenstein Kurschels GPC Vin de Glace.

 Am 17. Dezember 2009 mit 130° Öchsle gelesen. 165g/l Restzucker,  8,2 g/l Säure,  8,0°Alkohol.

 

Die Farbe glänzendes Hellgolden. An der Nase zeigt dieser außergewöhnliche Tropfen ein rauchig-frisches Bukett, und erinnert in der Aromaintensität an frische Feigen und Wildblütenhonig. Am Gaumen gibt es Fruchtkonzentration pur, mit ausgeprägten  Tönen von würzigem Kräuter-Honig. Ein sehr junger Wein, welcher noch Zeit braucht  zu seiner optimalen Flaschenreife, und noch Jahre benötigt, um sein Potenzial richtig zur Schau zu stellen. *

 

>> Weitere Infos unter der Telefonnummer 00352-23699093


18.04.2010

Domaine Claude Bentz: Notizen zu Fassproben des 2009er Jahrgangs.

von Lylian in Location Luxembourg

 

Das kürzliche Pröbeln der Moselweine des Jahrgangs 2009 bei Weingut Claude Bentz in Remich ist bereits die 31. Verkostung (seit 16 Jahren)  welche das Haus für Profis und Fachpresse im Vorfeld der Verkaufs-Wochenenden, die alljährlich im Herbst und im Frühjahr stattfinden, organisiert.

Traditionsgemäß stellen Künstler aus Luxemburg ihre Werke während den Pröbeltagen in den Wirtschaftsgebäuden des Betriebs aus. Dieses Jahr ist es die Malerin Juliette Rollinger, welche auch die Etiketten für zwei ausgewählte 2009er-Weine geschaffen hat.

Die Künstlerin arbeitet mit einer Schichttechnik. Leuchtenden Farben sind vorrangig, genau wie die geometrischen Formen.

 

Ein weiterer Anziehungspunkt ist der ornamentale Garten des Hauses, der sich zum Publikumsmagneten gemausert hat. Laut Claude Bentz scheint sich das Konzept zu bewähren. 2009 haben fast 2000 Gäste die Domäne auch wegen des großen Gartens besucht.

Betreffend neue Bepflanzungen verfügt der Betrieb im Letschebierg eine zwei Hektar große Junganlage, die ab 2011 eine erste Ernte bringen wird.

 

Zurück jedoch zum Jahrgang 2009, welche als ein außergewöhnlicher Millésime  an der Mosel gilt. Der hohe Zuckergehalt des reifen Leseguts, und die schöne Säure ergeben Weine mit guter Harmonie. Im Vergleich zum 30-Jahre-Durchschnitt  ist 2009 ein gut ausgereifter und aromatischer Jahrgang, mit viel Alterungspotenzial.  Wichtig zu wissen ist, dass es sich bei den beschriebenen Weinen um Fassproben handelt, deren organoleptische Eigenschaften noch nicht voll zum Tragen kommen. Die  Weine werden erst im Sommer gefüllt, und gelangen ab Herbst 2010 zum Verkauf.

 

1) Auxerrois Kourschels in Wellenstein.

83° Öchsle, 11,9 g/l Restzucker, 5,7 g/l Säure, 12,4° Alkohol. Ertrag 85 hekto/ha.

                           Hell mit grünlichen Nuancen, an der Nase sehr ausgereift  und aromatisch. Am Gaumen gute Fülle mit Aromen von Zitrusfrucht und kandierter Orangenschale. Ein interessanter Wein zum Aperitif.

 

2) Auxerrois Naumberg.

Am 30 November 2009 mit 86°Oechsle gelesen. 12,1 g/l Restzucker,  5,8 g/l Säure, 12,5° Alkohol.

Schöne Färbung, recht blass mit einem Hauch grün. Nase  floral aber etwas verhaltener. Am Gaumen gute Balance zwischen voller Frucht und aromatischer Säure. Abgang auf der latenten Frische und im Nachhall mit zufrieden stellender Länge. **

 

3) Pinot Blanc Jongeberg.

84°Oechsle, 11,1 g/l Restzucker, 6,6 g/l Säure,  12,4° Alkohol.

Farbe  hell, glänzend. An der Nase  kräuterwürzig und mit leicht erdigen Nuancen. Am Gaumen  erinnert der Weißburgunder  an saure Kamellen. Im Abgang zeigt er eine leicht körnige Struktur, der Nachhall ist mittellang.

 

4) Pinot Blanc Roetschelt. 

85° Öchsle, 11,9g/l Restzucker,  6,8g/l Säure,  12,3° Alkohol. Ertrag 85 hekto/ha.

Nase  sehr floral, Anklänge an Veilchen und Birnenblüten.  Am Gaumen schöne Säurestruktur, angenehm im Abgang.  Feine Mineralität . Nachhall sehr lang. **

 

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Claude Bentz, zusammen mit der Künstlerin Juliette Rollinger

 

5) Pinot Gris Kreitzberg  (Remerschen)

Am 6. Oktober mit 93° Öchsle gelesen. 11,8g/l Restzucker, 6,6g/l Säure, 12,8° Alkohol. Ertrag 70 hekto/ha.

Ausgeprägte Robe, grüngolden. Nase  mineralisch, nach Silex und nach hellem Kernobst . Am Gaumen zuerst mineralisch, dann folgt die opulente Fruchtigkeit. Sehr komplex und vielschichtig. Feiner Abgang und lang im Nachhall. **

 

 

6) Pinot Gris Roetschelt.  

92° Öchsle, 11,9 g/l Restzucker, 6,6g/l Säure, 12,8° Alkohol.

Glänzend mit grünlich-goldenem Schimmer. An der Nase feines, fruchtiges Bukett mit leichten Nuancen von weißem Pfeffer und Süßholz. Am Gaumen  elegant und mit guter Frische.  Anklänge von  gelbem Apfel und  anderem Kernobst. Schöner, gastronomischer Wein.

 

7) Pinot Gris Naumberg.

Gelesen am 30. September mit 92°Oechsle. 12,1 g/l Restzucker, 6,5 g/l Säure, 12,8° Alkohol.

Schöne Färbung mit blass strohfarbenem Einschlag. Floral an der Nase, und mit vegetabilem Einschlag (Birkenwasser) Am Gaumen gelungene Balance zwischen der reifen Frucht und der ansprechenden Säure. Bereits fortgeschritten in seiner Entwicklung. Im Nachhall lang.

 

8.) Pinot Gris Gottesgôf.

Geerntet am 8. und 9. Oktober, 94° Öchsle. 12,3 g/l Restzucker, 6,5g/l Säure, 12,9° Alkohol.

Robe mit hellgrünlichen  Akzenten. An der Nase frisch und würzig, Anklänge an kandierte Ananas und frisch gemahlenen Balipfeffer. Am Gaumen mineralisch, mit guter Fülle, und trotzdem feiner Fruchtigkeit. Die Säure gefällt als unmissverständlicher Ausdruck der außergewöhnlichen Lage. Im Abgang ein süffiger Tropfen, im Nachhall  sehr lang. ***

 

9) Riesling Kreitzberg.

Dies war die letzte Ernte vor der anstehenden Flurbereinigung. Am 12. Oktober gelesen, 84° Öchsle. 10,5 g/l Restzucker, 7,0 g/l Säure, 12,4° Alkohol.  Ertrag 70 hekto/ha.

Hellgoldene Farbe. Ausgeprägt würzig an der Nase, erinnert an warme, exotische Gewürze wie Sternanis. Am Gaumen zuerst floral und aromatisch, dann folgt die dezente, mineralische Note. Im Abgang etwas körnig, ist dieser Riesling im mittellangen Nachhall floral und würzig.

 

10) Riesling Primerberg.

Die beste Lage aus Remich, mit sehr guter Sonneneinstrahlung wurde bei Bentz mit 84° Öchsle gelesen.  10,5 g/l  Restzucker, 6,8 g/l Säure, 12,4° Alkohol. Ertrag 70 Heck/ha.

Schöne Farbe, die Nase gibt sich feinwürzig, etwas verhalten und doch gut strukturiert.

Am Gaumen ausgeglichene Struktur, gute Balance zwischen Frucht und Säure. Erinnert an reife Aprikosen und trockene Küchengewürze.*

 

11) Riesling Naumberg.

Der Weinberg liegt neben dem Gottesgôf-Wèngert. Trauben am 16. Oktober mit 87° Öchsle gelesen.  10,7g/l Restzucker, 6,8 g/l Säure, 12,5°Alkohol.

Hellgolden, an der Nase viel exotische Frucht, Anklänge an Süßholz und Honig, aber auch  Veilchen. Am Gaumen gut eingebundene Säure, sehr ausdrucksvoll. Im Abgang säurebetont, im Nachhall lang. Ein typischer Vertreter dieser Remicher Lage. **

 

12) Riesling Gottesgôf.

Junganlage, die erste tragende Ernte nach der Flurbereinigung. 90° Öchsle, 10,9 g/l Restzucker, 6,9 g/l Säure, 12,5° Alkohol.

Hellgoldene, grünliche Akzente. An der Nase exotische Frucht mit pfeffrigem Unterton, nebst süßlichen Nuancen. Am Gaumen, in der Attacke floral-mineralisch, dann angenehm fruchtig. Für eine Junganlage ein ansprechender Tropfen, obwohl ihm noch etwas Vielschichtigkeit fehlt. Wein mit Potenzial.

 

13) Gewürztraminer Naumberg.

Mit 105°Oechsle am 15. Dezember geerntet. 13,8g/l Restzucker, 5,6 g/l Säure, 13,9° Alkohol.

Die grünlichen Reflexe überwiegen. Nase nach exotischer Frucht und frisch-würzigem Unterton. Nebentöne leicht vegetal, nach grünen Oliven. Am Gaumen Aromen von sehr reifem, weißem Pfirsich, und anderem Steinobst.

Ein Traminer mit eigener Linie, atypisch im Vergleich zur bekannten Litchi-, oder Rosen-Variante, welche den Luxemburger Gewürztraminer normalerweise auszeichnet. Sehr süffig und angenehm.

 

>>Die Frühjahrsverkostungen finden an drei Wochenenden statt.  Am 24. & 25. April, am 1. & 2. Mai, und am 8. & 9. Mai 2010 kann jeweils von 15 Uhr bis 19 Uhr in Remich, auf Nummer 36, route de Mondorf gepröbelt werden.

Weitere Infos unter der Telefonnummer 23 69 92 16.


17.04.2010

2009er Jahrgang des Weinguts Krier Frères verkostet.

von Romain in Location Luxembourg

 

Die Verkostung des neuen Jahrgangs 2009 bei Caves Krier Frères in Remich fand am 16. April 2010 statt. Bei allen gepröbelten Weinen handelte es sich um Fassproben, oder um Weine die erst Tage vorher auf die Flasche gefüllt wurden. Bis zur Frühjahrsmesse LuxExpo auf Kirchberg vom 1.Mai bis 9.Mai inklusive hat Kellermeister Arno Bauer jedoch genügend 2009er Flaschenweine parat, um den Kunden den  ausdrucksvollen Jahrgang vorzustellen.

 

1. Crémant Saint Cunibert Brut.

 

Mindestens 18 Monate auf der Hefe gelagert, je nachdem eventuell bis zu 24 Monate. Sehr helle Färbung, Nase fruchtig, mit nussigen Nuancen. Am Gaumen gute Frische mit dezent cremigem Abgang. Mittel im Nachhall.

 

2. Crémant Brut Millésimé 2007.  (wird ab Mai 2010 vermarktet)

 

26 Monate auf der Hefe, ein Crémant der in dieser Qualität nicht alle Jahre produziert wird. Farbe sehr hellgolden. An der Nase etwas kräuterig, und noch ziemlich verhalten. Am Gaumen gute Fülle mit einem kräuterwürzigen Unterton. Nachhall lang und auf der fruchtigen Säure.

 

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Marc Krier (links) und Kellermeister Arno Bauer stellten ihre Weine vor.

 

 

3. Auxerrois Schengen Markusberg GPC 2009.

 

88 Öchsle, 60 hekto/ha . 8g/l Restzucker, 6,8 g/l Säure und 13° Alkohol.

Farbe sehr kristallin, Nase fruchtig, etwas nach grünem Apfel und mit mineralischem Unterton. Am Gaumen gute Struktur mit leicht bitterem Unterton. Im Abgang saftig und im Nachhall etwas nussig.

 

4. Pinot Blanc Schengen Markusberg GPC 2009.

 

96 Öchsle,  8,8g/l Restzucker , 7g/l Säure, 13°Alkohol.

Helle Tönung, an der Nase sehr reife Frucht, Anklänge an gelbe Grapefruit. Mittlerer Körper mit guter Säurestruktur am Gaumen. Aromen von Zitrusfrucht und grüner Mandel. Angenehmer Nachhall. Ein perfekter Essensbegleiter. *

 

5. Riesling Primerberg GPC, Domaine Privé de la Maison.

 

93° Öchsle, 7,5 g/l Restzucker, 8,2g/l Säure, Alkohol 13° Ertrag 55 hekto/ha

Farbe hellgolden mit grünlichen Akzenten. Nase fruchtig und würzig, Nuancen von Anis nebst Anklängen an Aprikosen. Am Gaumen ausgeprägt fruchtig mit Aromen von gelbem Steinobst (Aprikosen) und im Unterton mit leicht vegetabilem Einschlag. 

Gute Struktur durch die ausgeprägte Säure. Langer Nachhall. Ein Tropfen zum Einlagern.

 

6. Pinot Gris Remich Hôpertsbour GPC, Domaine Privé de la Maison.

 

95° Öchsle, 9,5g/l Restzucker, 6g/l Säure, Alkohol 13° Ertrag 55 hekto/ha.

Schön hellgoldene Farbe. Nase aromatisch-fruchtig nach sehr reifem Lesegut. Am Gaumen vollmundig, mit aussagekräftiger Fruchtigkeit. Elegante Struktur, gute Länge. Anklänge an grüner Ananas, mit leicht vegetabilem Unterton.

 

7. Riesling Suprême Remich Primerberg. Feinherbe Spätlese – Vin moelleux.

 

94° Öchsle, 30g/l Restzucker, 8,3g/l Säure, Alkohol 12°.  Wird nur in optimalen Jahren hergestellt und kommt in der gut erkennbaren Burgunderflasche auf den Markt.

Hellgolden, an der Nase zuerst frisch, dann voll und reif mit Anklängen an Zitrusfrucht. Am Gaumen süßlich in der Attacke, in der Mitte gefolgt von eleganter Säure. Abgang sehr saftig, im Nachhall mittellang.

 

8. Pinot Gris Suprême Stadtbredimus Fels.

 

99° Öchsle,  32g/l Restzucker, 6,5g/l Säure, Alkohol 12°.

Sehr helles Grüngolden, in der Nase elegant und mit guter Frische. Am Gaumen gelungene Balance zwischen der süßen Frucht und der feinen Säure. Ein Wein mit vollfruchtiger Struktur den man als einen außergewöhnlichen Tropfen bezeichnen kann.

 

9. Gewürztraminer Remerschen Kräitzberg GPC, Domaine Privé de la Maison.

 

101° Öchsle,  15g/l Restzucker, 5,5g/l Säure, Alkohol 13.5°

Glänzendes hellgolden, An der Nase Litchi- und Moschusrosen-Bukett, am Gaumen sehr vollmundig und mit ordentlicher Länge im opulentem Aromenspiel. Erinnert an Rosen-Marmelade mit einem kräuterwürzigem Unterton. **

 

10. Riesling Coteaux de Wellenstein GPC, Vendange Tardive – Spätlese.

 

Am 17. Dezember 2009 mit 120° Öchsle geerntet. 135 g/l Restzucker,  8,5g/l Säure, Alkohol 9°

Hellgolden von der Färbung her. An der Nase ausgeprägtes Bukett von rauchig-mineralischer Fruchtigkeit, rund, honigartig.

Am Gaumen vielschichtig strukturiert, mit latenter Säure in der Attacke und süßlichem Aromenspiel im Abgang. Nachhall mittellang und warm.

 

11. Pinot Noir Rubis Bech-Maacher Enschberg

 

96° Öchsle, 1,5g/l Restzucker,  5,2 g/l Säure. 6 Monate in neuer Barrique ausgebaut, 50% in Barrique vom 2. Jahr.

Rubinrot, Nase fruchtig und mit pfeffrigen Akzenten, jedoch sehr reife Stilrichtung. Am Gaumen vollmundig, pfeffrige und aromatische  Noten mit Aromen von Kirsche und Himbeere, Nachhall etwas vanillig und mit leichten Karamell-Unterton. Süffig und vollmundig, Tannine jetzt schon ziemlich rund und sehr fein mineralisch. Ein exzellenter Wein zum Essen. **

 

Fast alle hier verkosteten Weine haben gutes Lagerungspotenzial. Sie sind oft angenehm strukturiert, mit guter Üppigkeit, und daher als Weine zum Essen ideal.

 

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