Cep D’Or-Weine des Jahrgangs 2008 – gute Tropfen von der Mosel.
Cep d’Or. Der Name klingt gut, und auf das Grossherzogtum bezogen, weiss heute jeder Weinkenner im Land, dass es sich um eine Domäne an der Mosel, zwischen Stadtbredimus und Ehnen handelt. Hüttermühle heisst der kleine Ort, den man nicht einmal als Dorf bezeichnen kann, da nur sehr wenige Häuser hier stehen.
Das Weingut seinerseits findet sich schnell, es ist ein modernes Gebäude mit einer Art Turm, welcher eigentlich einen Trichter darstellt. Von der Hauptstrasse, der Route du vin aus, ist das Gut mit eigener Vinothek und kleiner Imbissstube nicht zu übersehen.
Mitte November dieses Jahres ( 2009 ) hatten wir genau dort eine Verabredung mit Jean-Marie Vesque, dem Mann, der hinter den Weinen eines der grössten Privatwinzer-Betriebe Luxemburgs steht.
Verkostet wurden hauptsächlich Weine des Jahrgangs 2008, alles natürlich aus eigener Produktion. Um zu veranschaulichen, wie sich Moselweine zum Guten entwickeln können, wenn man sie etwas reifen lässt, wurden auch einige 2007er probiert.
Es gelten die gewohnten Abkürzungen ( N = Nase ; G = Gaumen ) die sich in allen, von uns analysierten Flights wieder finden.
1. Elbling 2008 Lëtzeborger AOC
N: angenehm frisch, fein mineralische Anklänge.
G: trocken ausgebaut und säurebetont, Abgang mittel, Nachhall frisch.
2. Rivaner 2008 Stadtbredimus Goldberg V. Cl.
N: Klassische Rivaner-Noten, Anklänge von Aprikosen.
G: dezente Süsse und exotische Frucht-Aromatik. Ausgeprägter am Gaumen als in der Nase. Recht lang.
3. Auxerrois 2008 Stadtbredimus Primerberg GPC
N: fruchtig, nach grüner Ananas und frischen Feigen, auch nussige Nuancen.
G: volles, komplexes Aroma, gut strukturiert, Nachhall angenehm lang.
4. Pinot Blanc 2008 Stadtbredimus Goldberg GPC
N: frisch, floral, und leicht nach Agrumen, dann cremige Akzente, rund, sanft.
G: gute Fruchtigkeit, schön eingebundene Säure, frisch im mittel- bis langem Nachhall.
5. Pinot Blanc 2007 Stadtbredimus Goldberg GPC
N: harmonisches Bukett, Anklänge von Toastbrot und mineralischer Unterton.
G: ausgereiftes Aromenspiel, runde Struktur gepaart mit schöner Länge, sehr frisch.
6. Pinot Gris 2007
N: aromatisches Bukett nach exotischen Früchten und leicht blumig, nach weissen Blüten.
G: ausgeprägt mineralisch, die fruchtig-opulente Struktur gefällt. Frisch im Abgang, lang im Nachhall.
7. Muscat Ottonel 2008 Côtes de Remich AOC
N: filigran-florales Bukett, fein aromatischer Unterton, zart würzig.
G: trocken ausgebaut, luftiger Körper mit schöner Fruchtigkeit.
8. Riesling 2008 Wormeldange Elterberg GPC
N: ziemlich verhalten, sehr jung. Nuanciert mineralischer Unterton.
G: die mineralische Spielart, etwas Rauchtöne und nach Silex. Viel Potenzial.
9. Riesling 2008 Stadtbredimus Primerberg GPC
N: fruchtig und leicht vegetal –würzig, nach frischem Heu, Unterton mineralisch, dezent herb.
G: Ausgeprägt fruchtig und schön eingebundene Säure. Ein Gastronomie-Wein.

Jean-Marie Vesque (links) und Roland Huberty während der Verkostung.
10. Pinot Gris 2008 Machtum Ongkaf AOC
N: Bukett nach sehr reifem Kernobst, leicht exotische Noten, Akzente von grüner Ananas.
G: Opulenter Körper geprägt durch feine Fruchtigkeit und dezente Säure.
11. Pinot Gris 2008 Stadtbredimus Primerberg GPC
N: sehr jung, erinnert an etwas unreifen, weissen Pfirsich. Süsslich-floral im Unterton.
G: angenehm fruchtige, süsslich-exotische Aromen, cremig im Nachhall, dezent, kaum wahrnehmbare Mineralität.
12. Pinot Gris 2008 Stadtbredimus Primerberg „Signature“ GPC
N: ausgeprägt kräuterwürzig, auch floral; weisse Blüten, viel Akazien.
G: süssliche Aromen in der Attacke, dann sticht die fruchtig betonte Säure hervor.
13. Chardonnay 2008 Stadtbredimus Coteaux Barrique „Signature“
N: sehr cremig, nach frischer Butter, dezent Vanille im Unterton.
G: gute Fruchtigkeit und fein aromatisch, mineralische Akzente, Nachhall mittel.
14. Chardonnay 2007 Stadtbredimus Coteaux Barrique „Signature“ GPC
N: feinfruchtig mit cremigem Unterton.
G: schön eingebundene Säure, cremig, doch Nachhall kurz bis mittel.
15. Pinot Noir 2008 Stadtbredimus Goldberg Barrique „Signature“
N: würzig-fruchtiges Bukett, erinnert an Vanille und Vieille Prune, also eher an eingelegte Pflaumen als an Kirschen
G: typischer Pinot-Noir-Ton im Gegensatz zur Nase. Akzente von schwarzem Pfeffer, cremige in der Struktur, guter Nachhall, leicht rauchig.
16. Pinot Noir 2007 Stadtbredimus Goldberg Barrique „Signature“
N: runde, fleischige Nuancen im fruchtigen Bukett.
G: warme Aromatik, betont ausgereifte Fruchtigkeit, nach Dörrobst mit eichig-vanilleartigen Nuancen.

Blick von der Weinbar aus in die Vinothek von Cep d’Or
17. Gewürztraminer 2008 Stadtbredimus Coteaux „Signature“ AOC
N: floral-vegetal am Anfang, etwas Asparagus, dann üppig nach Rosenblätter.
G: schöne Aromatik, dezente Säure, filigrane Fruchtigkeit. Ein eleganter Tropfen.
18. Auxerrois 2008 Côtes de Wellenstein, Vendanges Tardives AOC
N: exotische Früchte und leicht nach Mandarinen- und Kumquat-Gelee.
G: Trotz der latenten Süsse (35g/l) feinfruchtig und mit angenehmer, gut eingebundener Säure (110 Öchsle).
19. Crémant de Luxembourg, Cuvée Cep d’Or Brut 2007
N: frisch und fruchtig, ausgeprägt tänzelnder Cordon.
G: Nussig und aromatisch, gute Frische allenthalben, mehr Wein als Bulles.
20. Crémant de Luxembourg, Cuvée Chardonnay 2007
N: Typische Chardonnay-Nase, sehr ausgeprägt frisch. Feine Perlage.
G: nussig und cremig, im Nachhall feinschichtige Frische.
21. Crémant de Luxembourg, Cuvée „Signature“ 2007
N: elegante, fruchtige und würzige Noten. Üppiger Charakter.
G: ein feinfruchtiger, vielschichtiger Crémant mit gutem Abgang, im Nachhall lang und mit mineralischen Akzenten. Absolut zum Essen zu empfehlen.








