02.12.2009

Cep D’Or-Weine des Jahrgangs 2008 – gute Tropfen von der Mosel.

von Romain in Tastings

Cep d’Or. Der Name klingt gut, und auf das Grossherzogtum bezogen, weiss heute jeder Weinkenner im Land, dass es sich um eine Domäne an der Mosel, zwischen Stadtbredimus und Ehnen handelt. Hüttermühle heisst der kleine Ort, den man nicht einmal als Dorf bezeichnen kann, da nur sehr wenige Häuser hier stehen.

Das Weingut seinerseits findet sich schnell, es ist ein modernes Gebäude mit einer Art Turm, welcher eigentlich einen Trichter darstellt. Von der Hauptstrasse, der Route du vin  aus, ist das Gut mit eigener Vinothek und kleiner Imbissstube nicht zu übersehen.

Mitte November dieses Jahres ( 2009 ) hatten wir genau dort eine Verabredung mit Jean-Marie Vesque, dem Mann, der hinter den Weinen eines der grössten Privatwinzer-Betriebe Luxemburgs steht.

Verkostet wurden hauptsächlich Weine des Jahrgangs 2008, alles natürlich aus eigener Produktion. Um zu veranschaulichen, wie sich Moselweine zum Guten entwickeln können, wenn man sie etwas reifen lässt, wurden auch einige 2007er probiert.

Es gelten die gewohnten Abkürzungen ( N = Nase ; G = Gaumen ) die sich in allen, von uns analysierten Flights wieder finden.

 

1. Elbling 2008 Lëtzeborger AOC

N: angenehm frisch, fein mineralische Anklänge.

G: trocken ausgebaut und säurebetont, Abgang mittel, Nachhall frisch.

 

2. Rivaner 2008 Stadtbredimus Goldberg V. Cl.

N: Klassische Rivaner-Noten, Anklänge von Aprikosen.

G: dezente Süsse und exotische Frucht-Aromatik. Ausgeprägter am Gaumen als in der Nase. Recht lang.

 

3. Auxerrois 2008 Stadtbredimus Primerberg GPC

N: fruchtig, nach grüner Ananas und frischen Feigen, auch nussige Nuancen.

G: volles, komplexes Aroma, gut strukturiert, Nachhall angenehm lang.

 

4. Pinot Blanc 2008 Stadtbredimus Goldberg GPC

N: frisch, floral, und leicht nach Agrumen, dann cremige Akzente, rund, sanft.

G: gute Fruchtigkeit, schön eingebundene Säure, frisch im mittel- bis langem Nachhall.

 

5. Pinot Blanc 2007 Stadtbredimus Goldberg GPC

N: harmonisches Bukett, Anklänge von Toastbrot und mineralischer Unterton.

G: ausgereiftes Aromenspiel, runde Struktur gepaart mit schöner Länge, sehr frisch.

 

6. Pinot Gris 2007

N: aromatisches Bukett nach exotischen Früchten und leicht blumig, nach weissen Blüten.

G: ausgeprägt mineralisch, die fruchtig-opulente Struktur gefällt. Frisch im Abgang, lang im Nachhall.

 

7. Muscat Ottonel 2008 Côtes de Remich AOC

N: filigran-florales Bukett, fein aromatischer Unterton, zart würzig.

G: trocken ausgebaut, luftiger Körper mit schöner Fruchtigkeit.

 

8. Riesling 2008 Wormeldange Elterberg GPC

N: ziemlich verhalten, sehr jung. Nuanciert mineralischer Unterton.

G: die mineralische Spielart, etwas Rauchtöne und nach Silex. Viel Potenzial.

 

9. Riesling 2008 Stadtbredimus Primerberg GPC

N: fruchtig und leicht vegetal –würzig, nach frischem Heu, Unterton mineralisch, dezent herb.

G: Ausgeprägt fruchtig und schön eingebundene Säure. Ein Gastronomie-Wein.

 

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Jean-Marie Vesque (links) und Roland Huberty während der Verkostung.

 

10. Pinot Gris 2008 Machtum Ongkaf AOC

N: Bukett nach sehr reifem Kernobst, leicht exotische Noten, Akzente von grüner Ananas.

G: Opulenter Körper geprägt durch feine Fruchtigkeit und dezente Säure.

 

11. Pinot Gris 2008 Stadtbredimus Primerberg GPC

N: sehr jung, erinnert an etwas unreifen, weissen Pfirsich. Süsslich-floral im Unterton.

G: angenehm fruchtige, süsslich-exotische Aromen, cremig im Nachhall, dezent, kaum wahrnehmbare Mineralität.

 

12. Pinot Gris 2008 Stadtbredimus Primerberg „Signature“ GPC

N: ausgeprägt kräuterwürzig, auch floral; weisse Blüten, viel Akazien.

G: süssliche Aromen in der Attacke, dann sticht die fruchtig betonte Säure hervor.

 

13. Chardonnay 2008 Stadtbredimus Coteaux Barrique „Signature“

N: sehr cremig, nach frischer Butter, dezent Vanille im Unterton.

G: gute Fruchtigkeit und fein aromatisch, mineralische Akzente, Nachhall mittel.

 

14. Chardonnay 2007 Stadtbredimus Coteaux Barrique „Signature“ GPC

N: feinfruchtig mit cremigem Unterton.

G: schön eingebundene Säure, cremig, doch Nachhall kurz bis mittel.

 

15. Pinot Noir 2008 Stadtbredimus Goldberg Barrique „Signature“

N: würzig-fruchtiges Bukett, erinnert an Vanille und Vieille Prune, also eher an eingelegte Pflaumen als an Kirschen

G: typischer Pinot-Noir-Ton im Gegensatz zur Nase. Akzente von schwarzem Pfeffer, cremige in der Struktur, guter Nachhall, leicht rauchig.

 

16. Pinot Noir 2007 Stadtbredimus Goldberg Barrique „Signature“

N: runde, fleischige Nuancen im fruchtigen Bukett.

G: warme Aromatik, betont ausgereifte Fruchtigkeit, nach Dörrobst mit eichig-vanilleartigen Nuancen.

 

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Blick von der Weinbar aus in die Vinothek von Cep d’Or

 

17. Gewürztraminer 2008 Stadtbredimus Coteaux „Signature“ AOC

N: floral-vegetal am Anfang, etwas Asparagus, dann üppig nach Rosenblätter.

G: schöne Aromatik, dezente Säure, filigrane Fruchtigkeit. Ein eleganter Tropfen.

 

18. Auxerrois 2008 Côtes de Wellenstein, Vendanges Tardives AOC

N: exotische Früchte und leicht nach Mandarinen- und Kumquat-Gelee.

G: Trotz der latenten Süsse (35g/l) feinfruchtig und mit angenehmer, gut eingebundener Säure (110 Öchsle).

 

19. Crémant de Luxembourg, Cuvée Cep d’Or Brut 2007

N: frisch und fruchtig, ausgeprägt tänzelnder Cordon.

G: Nussig und aromatisch, gute Frische allenthalben, mehr Wein als Bulles.

 

20. Crémant de Luxembourg, Cuvée Chardonnay 2007

N: Typische Chardonnay-Nase, sehr ausgeprägt frisch. Feine Perlage.

G: nussig und cremig, im Nachhall feinschichtige Frische.

 

21. Crémant de Luxembourg, Cuvée „Signature“ 2007

N: elegante, fruchtige und würzige Noten. Üppiger Charakter.

G: ein feinfruchtiger, vielschichtiger Crémant mit gutem Abgang, im Nachhall lang und mit mineralischen Akzenten. Absolut zum Essen zu empfehlen.

 

 


03.09.2009

Die Remerschener Domäne Sunnen-Hoffmann, Luxemburgs grösstes Bio-Weingut.

von Romain in Tastings

Das Weingut Sunnen-Hoffmann wurde 1872 in Remerschen gegründet. Heute wird der Familienbetrieb, dessen Weinbergs-Areal seit dem Jahr 2007 stattliche 7,85 ha beträgt, in der fünften Generation von den Geschwistern Corinne Kox-Sunnen und Yves Sunnen geleitet.

Seit der Jahrtausendwende hat der Betrieb begonnen, auf biologische Arbeitsweise umzusteigen. Ein delikates Unterfangen, welches nach neun Jahren vollends gelungen ist. Dieser Tage (September 2009) entsprechen alle Weingärten von Sunnen-Hoffmann dem Grundgedanken der biologischen Land- und Weinwirtschaft. Die strenge, und teils selbst auferlegte Kontrolle des gesamten Weinguts erfolgt durch den ökologischen Kontrollverein Karlsruhe, im Auftrag von Bio Label.

Die folgenden Degustationsnotizen lassen keinen Zweifel darüber, dass die Domaine Viticole Sunnen-Hoffmann in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte beim Ausbau der Weine bewerkstelligt hat. Neben der, durch fast ein Jahrzehnt Bio-Arbeit gefestigten Erfahrung des Kellermeisters hat dies sicherlich auch mit der Erneuerung des Maische- und Lagerkellers zu tun, der 2007 komplett neu gestaltet wurde.
Corinne und Yves sind heute stolz darauf, Edelstahl-Tanks mit einer Gesamtkapazität von 60000 Litern, mit vollautomatischer Temperaturregelung und Gärsteuerung mittels Co2-Messung zu besitzen.

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Corinne Kox-Sunnen und ihr Bruder Yves

Was den rezenten Jahrgang betrifft, kann 2008 an der Mosel als eine regenreiche Saison mit mässigen Temperaturen beschrieben werden. Die Weine zeigen sich daher im Allgemeinen sehr aromatisch, mit frischer Säure und fein-mineralischer Struktur.
Die bei der Beschreibung der Weine gebrauchten Abkürzungen F. N. G. stehen wie gewohnt für die organoleptische Analyse, sprich für die Farbe, die Nase, und den Gaumen.

1. Auxerrois Wintrange Hommelsbierg, Sélection 135e Anniversaire.
F: Hellgolden, farbliche Ansätze von Oeil de Perdrix
N: frisch, schön fruchtig, leichter Anflug nach Korinthen, etwas cremig. Erinnert im Bukett an frische Äpfel
G: mineralisch und nach reifer Frucht. Anklänge von Aprikosen und Rhabarber-Kompott.

2. Pinot Gris Kolteschbierg. Stammt aus einem Südost-Hang, Anlage bereits flurbereinigt (Remembrement).
F: Blasses hellgolden mit grünlichen Reflexen
N: frisch-fruchtig, erinnert an Toastbrot
G: Intensiver Fruchtausdruck, feine Säure. Punktet mit guter Länge und ausgeprägtem Körper. Frisch im Abgang.

3. Pinot Gris Hommelsbierg, Sélection 135e Anniversaire.
Weinberg ist nach Osten ausgerichtet.
F: Hellgolden, etwas ausgeprägter als der Kolteschbierg
N: ausgereifte Fruchtigkeit und geradlinige Säure, im Bukett Anklang von Mirabellen-Brand
G: Ausgeprägte Aromen, schöne Tiefe und sehr komplex. Ein Gastronomie-Wein mit guter Balance, tiefgründig. Nachhall exzellent.

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4. Riesling Hommelsbierg, Sélection 135e Anniversaire
F: Hellgolden mit grünlich schimmerndem Einschlag
N: sehr mineralisch, angenehme Säure
G: Diskret in der Attacke, dann entfaltet dieser klassische Moselriesling eine schöne Säure nebst einer dezenten Mineralität. Nachhall mittel und trocken-fruchtig.

5. Riesling Hiischbierg, Sélection 135e Anniversaire.
Wein aus einer wieder entdeckten Südlage, 1,10 ha grosse Parzelle. 12 Stunden Mazeration auf den Stielen.
F: Leuchtet hellgolden, zeigt grünliche Reflexe
N: feinfruchtiges Bukett und sehr frisch
G: gefällt mit ansprechender Säure und ausgeprägtem Körper. Frisch-fruchtig in der Mitte und mit etwas Bitterton (nicht unangenehm) im gewohnt langem Nachhall.

6. Riesling Wintrange Felsbierg.
Eine Top-Lage, Reben sind zwischen 60 und 70 Jahre alt. Verhaltener Eindruck kommt durch das rezente Abfüllen auf die Flasche (vor 6 Wochen)
F: Hellgolden, grünlicher Schimmer
N: Volles Bukett mit hauptsächlich fruchtigem Einschlag
G: Der spontan vergorene Wein punktet mit guter Länge und viel Potenzial, etwas Bitterton im Abgang.

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Die Palette der verkosteten 2008er Bio-Weine

7. Chardonnay Schwebsange Kolteschbierg, Sélection 135e Anniversaire.
Vergärung im Edelstahltank.
F: sehr hell, filigran
N: Typische Chardonnay-Nase, etwas exotische Früchte, erinnert an Litchi.
G: süssliche Aromenpalette, in der Mitte kräuterwürzig, nach Salbei. Im Nachhall dominiert die Fruchtsüsse.

8. Chardonnay Schwebsange Kolteschbierg.
Vergärung im Barrique (Fassprobe, Wein mit nur 3 Gramm Restzucker)
Traubenmost wurde bereits in Barrique gefüllt; malolaktische Vergärung auch im Holz, insgesamt 6 Monate im Barrique gelagert.
F: Hellgolden, leuchtend
N: Barrique-Einfluss überwiegt im Moment. Opulente Töne nach Vanille und frischer Rahm
G: gelbe Früchte vorrangig, erstaunlicherweise ist neues Holz am Gaumen nicht dominant. Cremige Aromen im Nachhall. Ein Top-Wein.
Dafür, dass Sunnen-Hoffmann erst 2007 seinen ersten Barrique-Chardonnay ausbaute, ist dies hier ein gelungener Tropfen.

9. Pinot Noir Op Fuussen.
Zwei Wochen auf der Maische vergärt, um höhere Extrakte zu erzielen.
F: helles Kirschrot
N: fruchtig-pfeffriges Bukett, Anklänge von Marzipan und frischen Mandeln. Gefällt durch seine trockenen, pfeffrigen Aromen.
G: ein klassischer Pinot Noir, feinfruchtig und mit gutem Tanningerüst. Im Nachhall gefällt die prägnante Säure. Auch angenehm solo, nicht nur beim Essen.

10. Pinot Noir Millermôler.
Dies ist der Spitzen-Pinot Noir von Sunnen-Hoffmann, dementsprechend ist auch sein Preis. Wird wie andere Bio-Weine von Sunnen-Hoffmann ungefiltert auf die Flasche gezogen. Um einen unerwünschten, bitteren Unterton zu verhindern, wurden während der Maische die Traubenkerne manuell entfernt.
F: Sauberes Kirschrot
N: Intensiver als „Op Fuussen“ und mit einem Bukett nach roten Beeren, Marzipan und etwas Bitterschokolade. Die Mitte ist lang und warm, mit Anklängen von Leder und Teer. Extrovertierter Tropfen.
G: Frucht- und Säure-Balance gut, Wein mit Potenzial. Scheut den internationalen Vergleich nicht durch seine moderne Art und den langen Nachhall.

11. Crémant Cuvée L. & F.
Kein Jahrgangs-Crémant, aber der Basiswein stammt aus der 2007ner Ernte. Die Cuvée besteht zu 50% aus Riesling, 30% Auxerrois, und 20% Pinot Blanc mit Chardonnay.
F: hellgolden, intensiver Cordon
F: frisch und leicht nussig
G: fruchtige Variante mit schöner Säure.

>> Einige der vorgestellten Weine sind fast schon ausverkauft. Verkostungen auf Anfrage im Pröbelraum des Weinguts, auf Nummer 6, rue des Près in L- 5441 Remerschen. Infos unter der Telefonnummer: 00352 23 66 40 07.


22.06.2009

VDP-Prädikatsweingüter Grosser Ring Mosel-Saar-Ruwer und O.P.V.I.- Charta-Winzer luden zur Weinprobe

von Romain in Tastings

Eine Weinprobe von Format und gleichzeitig eine bemerkenswerte Premiere stellte die 26. Riesling-Präsentation deutscher Prädikatsweingüter (VDP) zusammen mit siebzehn luxemburgischen Weingütern Mitglieder der Qualitäts-Charta  O.P.V.I. – Unabhängige  Privatwinzer am Samstag, den 13. Juni 2009 in der ehemaligen Abteikirche St. Maximin in Trier dar.


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Die VDP-Verkostung fand in der ehemaligen Abteikirche St. Maximin statt.


Die exklusive Weinverkostung, bei der fast nur Rieslinge, und hauptsächlich Weine des rezentesten Jahrgangs 2008 vorgestellt wurden, kann als gelungene Premiere gedeutet werden, besonders im Hinblick auf den gemeinsamen Auftritt dieser 48 Weingüter von beidseitig der Mosel, sowie von der Saar und der Ruwer.

Auf Einladung von Egon Müller, (Müller-Scharzhof und Le Gallais, Wiltingen, Saar) dem Vorsitzenden der VDP-Winzervereinigung Grosser Ring Mosel-Saar-Ruwer e.V. und durch die Vorarbeit des Fachberaters Max von Kunow (Weingut von Hövel, Saar) beteiligten sich von Luxemburger Seite folgende O.P.V.I.- Weingüter:

Caves René Bentz, aus Wellenstein, Domaine Clos des Rochers aus Grevenmacher, Caves Gales aus Remich, Cep d‘Or von der Hëttermillen, Domaine Viticole A. Gloden & Fils aus Wellenstein, Domaine Viticole Häremillen aus Ehnen, Domaine Alice Hartmann aus Wormeldange, Domaine Viticole Kohll-Leuck aus Ehnen, Domaine Viticole Kohll-Reuland, auch aus Ehnen, Domaine Viticole Laurent & Rita Kox aus

Remich, Domaine Viticole Krier – Bisenius  aus Bech-Kleinmacher, Domaine Viticole Krier-Welbes aus Ellange-Gare, Domaine Henri Ruppert aus Schengen, Caves Pundel-Sibenaler aus Wormeldange, Maison Viticole Schmit-Fohl aus Ahn, Domaine Viticole Schumacher-Knepper aus Wintrange, sowie Domaine Viticole Schumacher-Lethal et Fils aus Wormeldange.

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Die Luxemburger Winzer freuten sich über die Einladung nach Trier


Nachfolgend die Degustationsnotizen etlicher Weine der Luxemburger Aussteller:

Riesling AOC, Bech-Macher Gottesgôf 2008 Sélection, Caves René Bentz: Etwas verhaltend an der Nase, überzeugt mit feiner Balance und guter Säure. Gefällt durch sein Bukett wärmerer Aromen. Zeigt sich im Nachhall etwas kurz, was auf seine Jugendlichkeit  zurück zu führen ist.

Riesling Grand Premier Cru Ahn Palmberg 2008, Domaine Clos des Rochers: Leuchtend und kristallin im Glas. Der Wein hat ein frisch-fruchtiges Bukett und eine angenehm-saftige Aromenpalette. Angenehme Persistenz, im Nachhall mittellang.

Crémant Riesling Brut, Gales Jubilée von Caves Gales: Qualitäts-Schaumwein aus ausgereiftem Traubenmaterial. An der Nase zeigt er Opulenz, punktet mit Ansätzen von Haselnuss und feinen Zitrus-Nuancen. Am Gaumen fruchtig, mit guter Fülle. Der Wein hat eine verwobene Struktur, ist lang im Abgang.

Pinot Blanc AOC Stadtbredimus Goldberg 2008, Weingut Cep d’Or: Ein Weissburgunder mit geradliniger Struktur. Mineralisch-straffer Körper mit raffiniertem Säurespiel. Sein Nachhall kann zutreffenderweise als lang beschrieben werden.

Riesling Grand Premier Cru Schengen Markusberg 2008, Domaine A. Gloden & Fils: Verhalten, dann exotische Frucht an der Nase. Fruchtig-aromatisch am Gaumen, konzentrierte Aromen von Bonbon Anglais. Persistenz momentan eher mittel, da der Wein für dieses Terroir sehr jung ist.

Riesling Vieilles Vignes Ehnen Wousselt 2008, Weingut Häremillen: Ein Terrassen-Riesling mit erstaunlich vegetativer Nase (Brennnessel, Artischocke). Angenehme Frische in der Attacke, komplexe Mundfülle und fruchtig im Nachhall. Intensiver Eindruck, gutes Entwicklungspotenzial.

Riesling Spätlese feinherb Trittenheimer Apotheke „Alte Reben“ 2008, Weingut Alice Hartmann: Sehr hell im Glas, dezentes Süsse-Säure Spiel trotz verhaltener Nase. Am Gaumen fruchtig-würzig, schöne Säure im Nachhall. Wein mit Potenzial.

Riesling Wousselt Grand Premier Cru 2007, Charta-Sélection vom Domaine Kohll-Leuck: Elegant und mit guter Säure-Frucht-Balance, sowohl an Nase und Gaumen. Duft nach frischem Rhabarber-Kompott. Im Nachhall eher mittellang, ein Wein mit viel Charme.

Pinot Blanc Ehnen Wousselt Alte Reben 2008, Weingut Kohll-Reuland: Von kristalliner Farbe, mit praller Frucht an der Nase. Am Gaumen überzeugt die geradlinig-herbe Struktur. Im  Nachhall lang, besticht die erstaunlich energische Mineralität dieses Weissburgunders.

Pinot Gris AOC Bech-Maacher Enschberg 2008, Weingut Laurent & Rita Kox: Der potenzielle Charta-Wein zeigt gute Frische an der Nase. Tänzerisch verspielt, überzeugen die süssliche Aromenpalette und der mineralische Unterton. Der seidige Körper zeigt sich im Nachhall mittellang.

Riesling Wellensteiner Kourschels 2008, Domaine Krier-Bisenius: Feiner Duft trotz verhaltener Nase. Am Gaumen ausgeprägte, komplexe Säure. Wein mit Rückrat und gutem Reifepotenzial. Im Abgang vorerst geschmeidig, dann Sortentypisch maskulin.

Riesling Wellenstein Kurschels 2008, Weingut Krier-Welbes: Elegante Nase. Schöne Mineralik am Gaumen, ausbalanciert in puncto Frucht und Säure. Ein konzentrierter Riesling mit langem Nachhall und betörendem Abgang.

Riesling Wintrange Felsberg 2008, Domaine Henri Ruppert: Hellgolden im Glas. Bei verhaltener Nase doch fein mineralisch. Filigran in der Attacke, geht er am Gaumen in opulente Fruchtigkeit, gepaart mit unterstützender Mineralität über. Enorm persistent im Nachhall. Ein sehr gelungener Wein.

Riesling Koeppchen 2008, Weingut Pundel-Sibenaler et Fils: Mineralisch, mit feiner Pfirsichnote an der Nase zeigt sich dieser Riesling vollfruchtig am Gaumen. Perfekt zu asiatischer Küche, bietet er einen leicht würzigen, mittleren Nachhall.

Riesling Koeppchen 2008, Weingut Schmitt-Fohl: Auch dieser Riesling Koepp punktet an der Nase mit seiner fein geschliffenen Mineralität und seiner Fruchtigkeit. Am Gaumen entgegen der Erwartung immer noch verhaltend, zeigt er seine frisch-fruchtigen Aromen spät. Nachhall ansprechend, Persistenz mittellang.

Riesling Wintrange Felsberg 2008, Fass 86. Weingut Schumacher-Knepper: Wie fast alle Felsberg-Rieslinge aus diesem Haus gefällt auch dieser mit seiner sehr lebendigen, frischen Nase. Am Gaumen finden sich klar strukturierte Säurearomen nebst etwas rauchigen Untertönen. Tiefgründiger Wein mit langem Abgang.

Als letzten Wein der Luxemburger Mosel pröbelten wir den Riesling Wormeldange Wousselt 2008 von Erny Schumacher, Domaine Schumacher-Lethal et Fils: Sehr hell, mit grünlichen Reflexen am Glas, gefällt der Wein mit einem Bukett von Pfirsich und Zitrusfrucht. Jung, verhalten und doch fein mineralisch bietet er eine gut strukturierte Balance. Der junge Riesling besticht mit säurebetontem Nachhall, ist von der Persistenz eher als mittellang einzustufen.

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Andächtiges Ambiente: Die Abteikirche St. Maximin als extravaganter Pröbelsaal


Natürlich waren auch alle Mitglieder der VDP-Prädikatsweingüter des Grossen Rings vor Ort. So konnten Weinkenner und –Liebhaber die besten Tropfen der Saar-Weingüter Dr. Fischer aus Ockfen, von Forstmeister Geltz-Zilliken aus Saarburg, vom Weingut von Hövel aus Oberemmel, von Reichsgraf von Kesselstatt aus Morscheid, von Egon Müller-Scharzhof und Le Gallais aus Wiltingen, von der Domaine von Othegraven aus Kanzem, von Claus Piedmont aus Filzen, von Schloss Saarstein aus Serrig, vom Weingut Van Volxem aus Wiltingen, den Vereinigte Hospitien aus Trier, und vom Weingut Dr. Wagner aus Saarburg pröbeln und begutachten.

Von der Ruwer waren es die Rieslinge von Christoph Tyrell, Weingut Karthäuserhof in Eitelsbach, während die deutsche Mosel durch die 18 nachfolgend aufgelisteten Betriebe neben kernigen Rieslingen auch den Grossteil der feinherben und edelsüssen Spitzenweine stellte:

Clemens Busch aus Pünderich, Joh. Jos. Christoffel Erben aus Ürzig, Grans-Fassian aus Leiwen,  Fritz Haag aus Brauneberg, Reinhold Haart aus Piesport, Willi Haag aus Brauneberg, Weingut Schloss Lieser aus Lieser, Heymann-Löwenstein aus Winningen, Weingut Dr. Loosen aus Bernkastel-Kues, Domaine Milz-Laurentiushof aus Trittenheim, Joh. Jos. Prüm aus Wehlen, das Gut S.A. Prüm aus Wehlen, Willi Schaefer aus Graach, Studert-Prüm vom Maximinhof aus Wehlen, Weingut Wwe. Dr. H. Thanisch, Erben Thanisch aus Bernkastel-Kues, St. Urbans-Hof aus Leiwen, Geheimrat J. Wegeler aus Bernkastel-Kues, Weingut Dr. Weins-Prüm aus Wehlen, sowie die Bischöflichen Weingüter aus Trier, denen auch die exquisite Location, sprich die ehemalige Stiftskirche St. Maximin gehört.

>> Weitere Infos unter www.grosserring.de und  www.vins-cremants.lu


20.03.2009

Donnafugata - Siziliens Sonne in flüssiger Form.

von Romain in Tastings

Nein, es ist nicht das erste Mal, dass ich Verkostungsnotizen über die Weine von Donnafugata, dem 1983 von der Familie Rallo gegründeten Weingut publiziere.

1996, als ich mich intensiv mit dem sizilianischen Schriftsteller Guiseppe Tomasi di Lampedusa und seinem historischen Roman „Il Gattopardo“, bei dem es um den langsamen Zerfall der sizilianischen Adelsgesellschaft ab den Zeiten Garibaldis (um 1860) ging, erfuhr ich dass eine der ältesten Winzerdynastien der Insel, seit mehr als 150 Jahren in Marsala ansässig, ganz neue Wege eingeschlagen hatte, und dass fast alle Weine dieses Guts vom Namen her an (wirkliche) Orte oder (fiktive) Personen aus genau diesem Buch der Weltliteratur herrührten. Sogar der Name des neuen Weinguts war derselbe, wie jener des Landsitzes des Prinzen Fabrizio Salina, der Kultfigur des Romans: Donnafugata.

Kabir ist ein überaus delikater Moscato

Kabir ist ein überaus delikater Moscato

Neben dieser elitär anmutenden Verkaufsstrategie erwiesen sich die Weine dieses Familienbetriebs als gut, teilweise sogar herausragend. Eine rezente Einladung zum Verkosten klassischer Donnafugata-Weine war daher Grund genug, sechs ganz verschiedene Tropfen in der Vinothek Vinissimo (in Livange, Luxemburg) auf Herz und Nieren zu prüfen.

Als erstes kredenzte Sommelier Alexander Proudhon einen trockenen Weisswein. La Fuga 2007, ein Chardonnay DOC Contessa Entellina wird Mitte August durch nächtliche Weinlese schonend geerntet, dann teilweise in Inox-Tanks und im Holz-Barrique ausgebaut. Der hellgelbe Tropfen erinnert in der Nase an exotische Früchte, das intensive Bukett bietet vielschichtige Nuancen von Birnen und gelbem Steinobst. Am Gaumen gefällt der frische und dennoch gut strukturierte Chardonnay durch seinen mineralischen Unterton.

Tancredi, ein nach dem Neffen des Prinzen Salina benannter Rotwein aus Nero d’Avola und Cabernet Sauvignon heisst der zweite Wein. Dieser 2005er besticht durch seine sehr dunkle Robe, ein Aromenspektrum von schwarzen Waldfrüchten, sowie Töne von Minze, Schokolade und Lakritz. Am Gaumen gefällt die warme, süssliche Fülle dieses Weins, der durch den Cabernet Sauvignon einen beachtlichen Nachhall aufweist. Dieser Rote ist ideal zu gegrilltem Lamm, einer herzhaften Kaninchen-Terrine oder frischen, nur in der Pfanne geschmorten, duftenden Waldpilzen.

Sherazade ist ein recht junger Wein aus dem Hause Donnafugata, und der Jahrgang 2006 ist der erste, den man vermarktet hat. Mit 13,5° Alkohol etwas leichter als Tancredi, besteht er aus einer Cuvée von Nero d’Avola und Syrah. Allein dies macht ihn etwas femininer. Von rubinroter Farbe gefällt er in der Nase durch sein Johannisbeer-Sauerkirschen-Bukett. Diese Noten zeichnen auch den momentan noch etwas kantigen Geschmack von Sherazade aus. Der meines Erachtens etwas zu junger Wein passt gut zu herzhafter Pasta, wird jedoch in einem Jahr ein runderes Gesamtbild abgeben.

Als echten Grandseigneur kann man Mille e una Notte bezeichnen. Das auf dem Etikett abgebildete Palais gibt es wirklich. Es ist der historische Teil des Donnafugata-Kellers in Santa Margherita Belice. Der 2005er ist von glänzender, rubinroter Farbe, sein Duftspiel besteht aus einem Bukett von Veilchen, blondem Tabak, etwas Anis und Leder. Am Gaumen überwiegt der balsamische, rustikale Charakter, dann folgen Aromen von Kakao und Bitterschokolade, sowie ein erstaunlich fruchtiger Nachhall. Mille e una Notte hat ein Alterungspotenzial von mindestens 15 Jahren und ist sonder Zweifel der Kultwein der Tenuta Donnafugata.

1001 Notte, ein sehr nobler Nero d'Avola

1001 Notte, ein sehr nobler Nero d'Avola

Moscato di Pantelleria ist ein aromatischer Muskatwein aus der Zibibbo-Traube, auch noch als Muscat d’Alexandrie bekannt. Die Spätlese Kabir, Jahrgang 2007 ist goldgelb von der Farbe, und überzeugt durch feine Säure, sowie durch dezente Ingwer- und Orangenschalen-Töne in der Nase. Würzige Süsse findet sich auch am Gaumen, welcher durch eine unvermutete Frische (auf Luxemburgisch: sauer Kamèllen) im Nachhall erstaunt. Dieser Wein zeigt sein optimales Potenzial, wenn er nicht zu kühl ist, und zu frisch geräuchertem Weissfisch gereicht wird.

Ben Ryé ist arabisch und heisst soviel wie „Sohn des Windes“. Und wer einmal an der Südküste Siziliens und auf den vorgelagerten Inseln verweilte, versteht warum der Passito di Pantelleria DOC diesen Namen trägt. Der 2006er hat 14,5° Alkohol, welche durch die ausgeprägte Komplexität dieses Dessertweines jedoch nicht stören.

Die Aromenpalette ist breit, in der Nase sind Noten von Quitten und Würzkräutern vorrangig, auch Nuancen von nassem Laub und Torf sind vorhanden. Das Finale ist beeindruckend, die intensiven Noten nach Marmelade und Honig halten sich minutenlang. Wer diesen typischen Wein Siziliens richtig geniessen will, sollte sich behaglich mit dem himmlischen Kind zum Meditieren zurückziehen. Einen solch beachtlichen Wein muss man nicht unbedingt mit anderen teilen.

Mehr über Donnafugata findet sich auf www.donnafugata.it. In Luxemburg werden diese Weine durch Vinissimo in Livange vermarktet. Weitere Einzelheiten unter www.vinissimo.lu


16.02.2009

Tasting of Portuguese single grape wines

von admin in Tastings

 

“Trauma”, best possible wine at the lowest possible price…

The name of this small range of entry-level wines from Portugal could make you think twice. But only as long as you haven’t tasted these meticulously chosen and properly elaborated single grape wines from the Anibal Coutinho Collection of Vidigal wines from Quinta da Batarra in Estrada da Ribeira. 

On a freezing winter afternoon, we decided to taste the six different samples of “Trauma” together with Michel Toussaint, co-owner of Othon Schmitt Vins et Spiritueux in Hellange (Luxembourg), which is one of the oldest, family-owned wine-importers, wine-merchants and artisan distillers of the country. 

The session starts with Trauma Loureiro, a very refreshing Vinho Verde D.O.C. vintage 2007. The Trajadura variety shines soft pale with hints of greenish in the glass. The nose is very aromatic, reminding of green apples and yellow grapefruit. On the palate, the light sparkling tone of the wine is perfectly balanced, showing a lively and fresh character. The finish is good, bringing back some herbal tones as well as an absolute freshness.

Second wine was a dry but smooth Rosé called Trauma Baga. This is the name of the grape, Baga, a local vine from Estremadura, whose grapes are aromatic and not too sweet. Even if the expressive colour of the wine – in German you would call it “alt-rosa”, in French “vieux rose” isn’t looked for anymore, the noose shows very aromatic and fruity fragrances. In the mouth, this Rosé is fresh and light, with a more dry finish. 

The third wine was a Sauvignon Blanc, again 100% mono-varietal. This one, called Trauma Sauvignon, millésime 2006 is on the first nose very mineral, showing as it moves along typical Sauvignon notes like green gooseberry, peppers, as well as strong fragrances of Urtica doica, which is the common nettle and a main aspect of Sauvignon Blanc smells. The fruitiness and good natural acidity, as well as a slightly bitter tone give it a refined finish.

First red Trauma wine we tasted was the Cabernet Sauvignon, also a Vinho Regional Estremadura like number 3 and 2. This vintage 2006 shows a nice ruby-red colour and lots of peppery notes on the noose. Fleshy and ripe, with suave cherry and lots of blackcurrant berry fruit, this wine shows smoky tones, a good texture and a clean structure. Interesting with grilled poultry or fresh pasta served with a lingering red sauce.

Fifth wine was Trauma Syrah 2006. Strong colour, in Germany they would say “Karminrot”. On the noose this wine is still a bit closed, showing notes of earth, truffles and peppers. On the palate, it is firm and chunky, with more black fruit than red. The structure is strong and the tannins are round, with leather and a fine fruitiness, finishing with firm, maybe a bit dry flavours. This was the only wine not showing that much freshness and fruit.

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Contrary to the Syrah, which is a Vinho Regional Estremadura, the last wine we tasted comes from the Alentejo. Trauma Aragonez 2005 starts with ripe and focused aromas of plum, prune and what we call in Luxembourg “Quetschekraut”, which means black plum marmalade. Well structured, this wine is broad-shouldered. In the mouth it has medium acidity and a well rounded structure, as well as plenty of spicy undertones. Its lengthy finish shows latent concentration and still good ageing potential.

Quintessence: All these wines are on the fresh and fruity side of a winemaker’s world. They are pleasant to drink, showing that an old world wine country like Portugal is, in a quite easily way, able to produce modern, easy going wines. 

For more information look at  HYPERLINK “http://www.cavesvidigal.ptwww.cavesvidigal.pt or contact wine writer Anibal Coutinho under  HYPERLINK “mailto:anibal.coutinho@net.cabo.pt” anibal.coutinho@net.cabo.pt 


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