30.08.2009

Chianti Rùfina – so fruchtig-frisch kann Sangiovese sein. (3. & letzterTeil)

von Romain in Wine Travels

Im dritten und letzten Teil unserer aufschlussreichen Weintour durch das Chianti Rùfina-Gebiet, welche wir im Sommer 2009 machten,  beleuchten wir die Weine von Fattoria Lavacchio, Azienda Agricola Travignoli, Castello di Nipozzano – Marchesi Frescobaldi, Casa Vinicola Dreolino und von der Azienda Agricola Colognole.

 

 

 

Fattoria Lavacchio ist ein Biobetrieb mit 21 Hektar Weinbergen, 35 Hektar Olivenhainen, sowie einem Agroturismo in aussergewöhnlicher Lage, auf einem Berggrat im Hügelland von Pontassieve. Bis zu 60 Gäste können hier nicht nur die exzellente Küche, sondern auch eine aussergewöhnliche Sicht auf die rollenden Hügel des Umlands geniessen.

 

 blick-von-lavacchio-vinumlu

Der überwältigende Blick von der Terrasse des Agriturismo von Lavacchio.

 

Die aus Ligurien stammenden Besitzer kauften das Gut 1978, und seit der Jahrtausendwende ist auch Tochter Faye aktiv am Geschehen vor Ort

involviert. Wir hatten das Vergnügen, fünf Bio-Weine zum Lunch im Restaurant des Hauses zu verkosten. Die Atmosphäre war entspannt, die BIO-Weine durchaus interessant.

 

1. Weisswein „Pachàr“ 2007, I.G.T. Toskana, Alkohol 14,5° - Cuvée aus 70% Chardonnay, 20% Viognier und 10% Sauvignon Blanc.

F: hellgold mit grünlichen Reflexen.

N: fruchtig-vegetal, Anklänge von Ananas-Confit.

G: fruchtige Aromen, schöne Balance, hoher Alkoholgehalt ist gut eingebunden, im Nachhall frisch.

 

2. Roséwein „Albeggio“ 2008, I.G.T. Toskana, Alkohol 12,5° - 100% Syrah, wurde zu Wildschwein-Pappardelle serviert.

F: kräftiges Altrosa.

N: nach kleinen roten Beeren.

G: sehr fruchtig, mit ausgeprägter Säure, im Nachhall schön frisch.

(das Resultat einer angemessenen Cryo-Kühlung in der Presse)

 

3. Chianti Rùfina D.O.C. „Cedro“ 2006, Alkohol 13,5° - 90% Sangiovese, 10% Canaiolo Nero. Von diesem Wein wurden 60000 Flaschen produziert.

F: dunkles rubinrot.

N: fruchtig und mit rustikalem Bukett.

G: ausgeprägte Aromen, etwas süsslich und mit eher leichtem Tanningerüst.

 

4. Chianti Rùfina Riserva D.O.C. „Cedro“ 2006, Alkohol 13,5° - 90% Sangiovese vom ältesten Weinberg (1963) der Domäne, plus 10% Merlot. Ertrag 4 Tonnen pro Hektar.

F: sehr dunkles rot, fast schon schwarz.

N: fruchtiges Aromenbukett mit komplexen Noten.

G: runde Tannine, Nuancen von Schokolade.

 

5. Gewürztraminer „Oro del Cerdo“ 2007, Late Harvest; Alkohol 13°, Saft bei niedriger Temperatur schonend vergärt.

F: sehr helles gelb, mit grünlichen Reflexen.

N: fruchtig-filigran, nach Limonen und grünen Melonen.

G: keine typischen Gewürztraminer-Noten, dafür aber etwas rauchig, und an Honigmelone erinnernd. Sehr lang im Nachhall.

 

Die Azienda Agricola Travignoli ist das Weingut im Chianti Rùfina-Gebiet, welches im Moment (Jahr 2009) den Präsidenten des gleichnamigen Weinkonsortiums – Conte Giovanni Busi – stellt, war unsere zweite Etappe.

 

 weine-der-azienda-agricola-travignoli-vinumlu

Die Weinpalette der Azienda Agricola Travignoli.

 

1. Weisswein „Gavignano“ 2008, Alkohol 13,5° Assemblage aus 90% Chardonnay und 10% Sauvignon Blanc. Toscana IGT.

F: altgold, schön glänzend.

N: sehr frische, feine Frucht. Der Unterton erinnert an Weihrauch.

G: leicht rauchiges Bukett mit Anklängen von Aprikosen und nassem Laub.

 

2. Chianti Rùfina D.O.C. 2007, Alkohol 13, 5° - 100% Sangiovese.

F: rubinrot.

N: ausgereift fruchtig, etwas fleischig mit Anklängen von roten Beeren.

G: warme, süssliche Aromenfülle, gutes Tanningerüst und feine Säure, im Abgang leicht würzig. Erinnert an Gelee von roter Johannisbeere.

 

3. Chianti Rùfina Riserva D.O.C. 2005, Alkohol 13° - 100% Sangiovese.

F: Rubinrot

N: vielschichtiges, würziges Bukett, Anklänge an Kirschen und schwarze Schokolade.

G: ausgeprägte Tannine,  mit jedoch guter Balance. Dezent bittere, saftige Nuancen von Schlehenmus (compote de prunelles)

 

4. Chianti Rùfina Riserva D.O.C. 2006, Alkohol 13°, 96% Sangiovese, 2% Merlot, 2% Cabernet Sauvignon. 80% des Weins wurde in grossen Fässern ausgebaut, 20% wurde 18 Monate in neuen Barriques gelagert.

F: rubinrot mit violetten Nuancen.

N: fruchtig und leicht floral. Anklänge von Kirschen und Bitter-Schokolade.

G: gute Struktur, fruchtiges Aroma, lang im Nachhall.

 

5. Tegolaia 2004, Rosso di Colli della Toscana Centrale, Sangiovese 70%, Cabernet Sauvignon 30%, Alkohol 13.5°

F: granatrot.

N: ein vielschichtiges Bukett von Brombeere, blondem Tabak und etwas grüner Mandel.

G: geschliffene Tannine, Anklänge an sehr reife Pflaumen. Gute Säurestruktur, der ausgereifteste Wein bisher.

 

6. Calice del Conte 2003, Cuvée aus 70% Merlot und 30% Cabernet Sauvignon. IGT Colli della Toscana Centrale, Alkohol 13,5°.

F: rubinrot, dunkel.

N: ausgeprägt rustikale Noten, Bukett von schwarzen Waldfrüchten und Sous-Bois.

G: süssliche Aromenpalette (Merlot!) und runde Tanninstruktur (auch Merlot), sowie Akzente von Schlehen. Lang im Nachhall.

 

7. Vin Santo 2000, Riserva, DOC Vin Santo del Chianti Rùfina. 40% Trebbiano und 60% Malvasia.

F: glänzendes Altgold.

N: Bukett von überreifen Früchten, Ananas und Quittengelee, leichte Honigtöne.

G: viel Frucht (Quitte), etwas nussig in der Mitte, auch Raucharomen gut vernehmbar. Schöne Balance, mit sehr leichtem Bitterton im Nachhall.

 

 

Von Travignoli ging die Fahrt weiter, zu einem der grössten Weingüter im Rùfina-Gebiet. Castello di Nippozzano ist eine Florentiner Festung, erbaut um das Jahr 1000. Dies ist sozusagen das Prunkstück unter den Weingütern der Familie Frescobaldi. Geologisch ist hier auch die Grenze zwischen den Sandstein-Böden des Mugello und den Mergel-Böden – den Macigno del Chianti, gelegen.  

 

1. Pomino Bianco 2008, IGT Toscana, Chardonnay 90% und 10% Pinot Blanc, 6 Monate Stahltank, 2 Monate Flaschenreife, Alkohol 12,5°.

F: hellgold.

N: kristallin und sehr frisch. Bukett von Kräutern und Grapefruit.

G: frischfruchtig und harmonisch, leichte Struktur, Noten von Agrumen. Cremig im Abgang.

 

2. Benefizio, Pomino Bianco Riserva 2007, 100% Chardonnay, 13, 5° Alkohol. Parzellenwein, Reben auf 750 Meter ü.M.

F: goldgelb.

N: extrem nach Vanille, sowie Untertönen der Barrique-Lagerung. Dann rauchig, mit opulentem Bukett nach frischer Butter.

G: Breit und opulent, etwas bitter im leicht brandigen Nachhall. Ein Essensbegleiter, sicherlich.

 

3. Benefizio Rosso 2007, Pomino Rosso, Assemblage aus Sangiovese und Pinot Noir. Alkohol 13, 7°.

F: hellviolett.

N: sehr ausdrucksvoll, erinnert an Mon-Chérie-Praline. Kirsche und Milchschokolade.

G: säurebetont und frisch. Leicht astringent und etwas eckig, da zu jung.

 

4. Nippozano Chianti Rùfina Riserva 2006, 85% Sangiovese, der Rest besteht aus Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot und Petit Verdot.

F: rubinrot

N: fruchtig, aber verhalten. Anklänge an Kirsche und rote Johannisbeeren.

G: gute Säure, gepaart mit süsslicher Aromenpalette. Angenehme Tannine, im mittel-langen Nachhall harmonisch.

 

5. Montesodi 2006, Chianti Rùfina Riserva, 100% Sangiovese, Alkohol 13,5°. Stammt aus der höchstgelegenen Chianti-Pazelle des Weinguts (400 Meter ü.M.) 

F: granatrot, fast schwarz.

N: Bukett von Cassis-Blättern, Kakao und schwarze Johannisbeere.

G: gute Säurestruktur, fruchtig-warme Aromenpalette, süsslich in der Mitte, trocken im langen Nachhall.

 

6. Mormoreto 2006, Toscana IGT, 60% Sangiovese, 25%Cabernet Sauvignon, 10% Merlot, 5% Cabernet Franc und Petit Verdot. 24 Monate in neuer Barrique ausgereift.

F: schwarzes Granat mit bräunlichen Akzenten.

N: eine enorme Palette von schwarzen Früchten, würziger Schokolade und Bitter-Kakao.

G: opulente Fülle, ausdrucksstarke Frucht mit Nuancen von Bitterschokolode. Leichte Paprika-Noten im Abgang. Der Nachhall ist lang.

 

 

Casa Dreolino ist ein Weingut mit Hauptsitz in Rùfina-Stadt. 1939 gegründet, wird die Domäne bereits in der dritten Generation von ein und derselben Familie geleitet. Die USA sind ein bedeutender Markt für dieses Weingut.

 

1. Raffaello 2008, Bianco Toscano IGT, Trebbiano 50% und Chardonnay 50%, Alkohol 11,5°

F: altgolden.

N: dezente Fruchtigkeit, hat Akzente von Weihrauch im frischen, seidigen Bukett.

G: fruchtig-frisch, Aromatik von gelbem Steinobst gut vernehmbar.

 

2. Chianti Rùfina 2007 DOCG, 90% Sangiovese und 10% Colorino, Alkohol 12,5°

F: dunkles Violett.

N: fruchtig, doch im Moment noch verhalten.

G: sehr süssliche Aromen, und etwas würzig im eigentlich ziemlich kurzen Nachhall.

 

3. Chianti Rùfina Riserva 2004, DOCG. 90% Sangiovese und 10% Colorino, Alkohol 13°.

F: rubinrot mit leicht bräunlichem Rand.

N: zeigt marmeladiges Bukett, erinnert an rote Waldfrüchte. Auch rote Johannisbeere und Pflaume.

G: obwohl etwas leichtere Spielart, zeigt dieser Wein eine gute Struktur, viel Frucht und eingebundene Tannine.

 

4. Vin Santo del Chianti DOC 2003, 50% Trebbiano und 50% Malvasia, Alkohol 16°.

F: strohgelb.

N: Bukett nach kandierten Früchten, hauptsächlich nach Quitten.

G: erinnert auch am Gaumen an kandierte Quitte, leichte Anklänge an Agrumen. Wein ist jedoch alkoholbetont und etwas brandig im Nachhall.

 

 

Azienda Agricole Colognole

 

Colognole heisst das Weingut, welches wir zum Abschluss unserer

Studienreise durch das Gebiet des Chianti Rùfina besuchten. Im Besitz einer der bekanntesten Familien der Region, besteht nur ein geringer Teil des 700 Hektar umfassenden Familienbetriebs aus Weinbergen. (27 Hektar)

 

Azienda Agricole Colognole ist in der Umstellungsphase was den modernen Weinanbau betrifft. Im Moment sind 2 ha Chardonnay in einer aussergewöhnlich hohen Lage – auf 700 Meter ü. M. – neu angepflanzt worden. Einerseits gibt es auf Colognole lehmhaltige Böden mit viel Gestein, andererseits auch die typischen Galestro-Böden des Chianti. Die Weine bestechen durch frische Mineralität und extreme Langlebigkeit.

cesare-coda-nunziante-vom-weingut-colognole-vinumlu 

Cesare Coda-Nunziante während der Verkostung des 1967er Chianti Poggio Reale.

 

1. Weisswein „Quattro Chiacchiere“ 2004, I.G.T. Bianco di Toscana

F: glänzendes goldgelb.

N: sehr ausgeprägt, nach exotischen Früchten, Honigmelone und Ananas.

G: Wein mit guter Struktur, schöner Säure und feiner Mineralität. Im Nachhall angenehm frisch.

 

2. Weisswein „Quattro Chiacchiere“ 2003, I.G.T. Bianco di Toscana

F: warmes amberfarben.

N: frische, buttrige Noten mit Anklängen von Rumtopf und Aprikosen.

G: mineralisch in der Attacke, fruchtig, jedoch überwiegt die alkoholische Note im Nachhall (bedingt durch den heissen Jahrgang)

 

3. Rotwein Colognole 2005,  Chianti Rùfina D.O.C. Cuvée aus 95% Sangiovese und 5% Colorino

F: granatrot.

N: rauchig und animalisch, Anklänge von Kaffeebohnen und Röstaromen,

G: süssliche Aromen in der Attacke, Anklänge von trockener Mandel und Kräutern, gute Struktur mit eingebundener Säure, Nachhall angenehm.

 

4. Rotwein Colognole 2006,  Chianti Rùfina D.O.C. Cuvée aus 90% Sangiovese und 10% Colorino.

F: glänzendes Granatrot.

N: würzig-fruchtig, etwas rote Paprika, betont animalische Note.

G: fruchtige, eingebundene Tannine, erinnert an Kirschen und Bittermandel, etwas Tannin betont im Abgang.

 

5. Rotwein Colognole 2004, Chianti Rùfina Riserva D.O.C. Stammt von alten Reben, 50% wurde in Barrique, 50% im grossen Fass ausgebaut.

F: granatrot, leicht bräunliche Umrandung.

N: sehr fruchtig, Noten von Mandel und Marzipan, mineralischer Unterton. Komplex, nach kleinen, roten Beeren.

G: süssliche Aromenvielfalt, Noten von Tabak und reife Schlehenfrucht. Gute Balance, feine Säure. Im Abgang dezenter Bitterton. Ein optimaler, typischer Chianti Rùfina mit komplexer Mineralität.

 

6. Rotwein Colognole 2006, Chianti Rùfina Riserva D.O.C. Dieser Wein stammt nur aus neuen Weingärten.

F: Granatrot mit violettem Anflug.

N: komplexe  Kaffee- und Röstaromen, Anklänge an Leder und Sous-Bois.

G: trotz vielschichtigem Aroma und schönem Tiefgang (Kaffee und Schoko-Noten) ein sehr junger Wein. Konzentrierte, süssliche Aromen und kräuterige Schlehennote im Abgang. Etwas verhalten. Sehr hohes Potenzial.

 

7. Rotwein Colognole-Spalletti, Chianti Poggio Reale 1967, eine absolute Rarität!!! Zu dieser Zeit wurden nur Riserva-Weine bei Spalletti hergestellt, und auch der Zusatzname Rùfina wurde damals für den Chianti nicht extra verwendet.

 

F: dunkles Amberfarben, klarer Spiegel.

N: schöne, klare Präsenz, etwas rauchig mit Noten von frischem Pflaumenmus, etwas gebrannter Mandel und warmen Gewürzen (Zimt; canelle)

G: aussergewöhnliche Frische, Aromen von in Alkohol eingelegtem Obst. Im Nachhall überwiegt die geschmeidige, eingebundene Säure. Tertiäre Aromen sehr dezent wahrnehmbar, ein Wein mit schöner Frucht, der irgendwie immer noch jugendlich wirkt.

 

Fazit: Im Gegensatz zu anderen Chianti haben wir festgestellt, das fast alle verkosteten Chianti oder Chianti Riserva aus dem Gebiet Rùfina eine animierende, frischere Fruchtigkeit an den Tag legen, welche durch die höheren Säurewerte bedingt ist.

 

                   Dies erklärt schlussendlich, warum diese Weine durch die Verbindung ausgeprägter Tannine mit ansprechenden Säure-Werten  oft ein extrem hohes Alterungspotenzial haben. Etliche Chianti Rùfina Riserva können Jahrzehnte altern, ohne nennenswerte Ermüdungserscheinungen aufzuweisen.  

 


30.07.2009

Chianti Rùfina – so fruchtig-frisch kann Sangiovese sein. (2.Teil)

von Romain in Wine Travels

Im zweiten Teil unserer Entdeckungsreise durch das Chianti Rùfina-Gebiet beleuchten wir die Weine von Fattoria di Grignano, Marchesi Gondi – Tenuta Bossi, Podere Il Pozzo, Azienda Agricola Frascole und Fattoria Il Lago.

Unterwegs durch das Gebiet des Chianti Rùfina geht die Fahrt von Pontassieve in nordwestlicher Richtung nach Dicomano. Die drei ersten Weingüter – Fattoria di Grignano, Marchesi Gondi – Tenuta Bossi, und Podere Il Pozzo – deren Weine hier im nachhinein beleuchtet werden, liegen alle rechtsseitig des Sieve-Flusses.

In der Stadt Rùfina selbst überqueren wir die alte Flussbrücke und gelangen am Ortsende auf die S.S.69. Diese Hauptstrasse läuft parallel zum Fluss, der hier bereits etwas breiter ist als die Obersauer in Luxemburg. Etwa zehn Kilometer weiter besuchen wir zwei weitere Wein-Produzenten in der Umgegend von Dicomano, die Azienda Agricola Frascole, sowie die Fattoria Il Lago.

Frascole ist ein Bio-Weingut, welches auf spontan vergorene Weine setzt. Die Fattoria Il Lago ist ein kleinerer Betrieb, der nur qualitativ hochwertige Produkte herstellt (wie alle hier vorgestellten Winzerbetriebe) und von der geographischen Lage sehr idyllisch in einem schmalen Seitental des Val di Sieve liegt. Dieses Gut besteht aus der Häusergruppe Borgo Macereto, welche das eigentliche Weingut beherbergt, und dem Borgo La Villa, einem Agriturismo der Oberklasse.

Agriturismo, sprich pro Woche oder Tag für Touristen buchbare Zimmer, Apartments oder Häuser  (www.agroturismo.net ) inmitten eines funktionierenden Weinguts gibt es im Valdisieve viele. Wer nicht in einem Hotel wohnen will, und andere Eindrücke von dem gastfreundlichen Menschenschlag der florentinischen Toskana gewinnen möchte, sollte sich sein Zimmer beim Weinbauern rechtzeitig vor Antritt seiner Reise buchen.

Zurückkommend auf unser angestammtes Aufgabengebiet, den Wein, publizieren wir in den nachfolgenden Zeilen die Verkostungsnotizen betreffend die, auf den jeweiligen Weingütern gepröbelten Vini.


Fattoria di Grignano, Via di Grignano 22, in I-50065 Pontassieve. Homepage www.fattoriadigrignano.com

1. Weisswein Pietramaggio, IGT Bianco dei Colli della Toscana Centrale, Alkohol 12,5° - Cuvée aus 65% Trebbiano und 35% Malvasia. Im Stahltank ausgebaut.

F: Blass-gelblich mit goldenen Einschlägen
N: Würzig und mit harzigem Unterton
G: Leichtere Struktur, etwas bitter im Abgang. Ein einfacher Wein.

fattoria-grignano3

Das historische Abbild des Cardinal de Retz findet sich auf den Flaschenetiketts von Grignano

2. Chardonnay 2007, IGT Bianco dei Colli della Toscana Centrale, Alkohol 13°.
F : Hellgolden
N : Fruchtige Aromen, mit Anklängen von Harz und Honig
G: Cremige, etwas rauchige Struktur mit Noten von gelben Aepfeln, angenehm im Nachhall.

3. Rotwein Chianti Rùfina D.O.C.G. 2006, Alkohol 13,5° - Cuvée aus 80% Sangiovese, 10% Canaiolo, sowie 5% Merlot, Cabernet Sauvignon und Syrah.

F: Dunkles rubinrot
N: Würzig-Blumiges Bukett mit Anklängen von Veilchen
G: Fruchtig in der Attacke, dann korpulente Struktur. Erinnert vorerst an rote Beerenfrucht, dann an grüne Mandel und Marzipan.

4. Rotwein Chianti Rùfina Riserva D.O.C.G. 2005, Alkohol 13,5° - Cuvée aus 90% Sangiovese, 10% Merlot, Cabernet Sauvignon und Syrah.
F: Sehr dunkles rubinrot
N: Fruchtig-würzige Variante, erinnert an eingelegte Schattenmorellen und Schokolade   ( Mon Chèrie-Praline )
G: Gute Struktur, präsente Tannine mit tadellos eingebundener Säure. Nuancen von Süssholz. Der Wein ist zu jung im Moment, erreicht sein Optimum in 2 bis 3 Jahren. Gutes Lagerungspotenzial, 10 weitere Jahre sind kein Problem

5. Rotwein Chianti Rùfina Riserva D.O.C.G. 2000 „Poggio Gualtieri“, Alkohol 13,5° - Cuvée aus 95% Sangiovese, 5% Merlot, Cabernet Sauvignon und Syrah.
F: Granatrot, fast schwarz
N: Impressionante, rustikale Note. Erdig, nach feuchtem Laub und Brombeere. Wahres

„Sotto Bosco- Bukett“
G: Fruchtig und animalisch mit vielschichtigem Aromenspiel. Im Abgang rote Beerenfrucht und Eukalyptus. Langes Finish, viel Potenzial.

6. Rotwein Chianti Rùfina Riserva D.O.C.G. 2001 „Poggio Gualtieri“, Alkohol 13,5° - Cuvée aus 95% Sangiovese, 5% Merlot, Cabernet Sauvignon und Syrah.
F: Granatrot, sehr dunkel
N: Typische Rùfina-Töne, fruchtig-säuerlich. Leder- und Rauchnoten
G: Gute Säurestruktur, fruchtig aber etwas verhalten.

7. Rotwein „Salicaria“ 2004, IGT Toscana, Alkohol 14° - Cuvée aus 70% Merlot und 30% Sangiovese. Alterung bis zu 20 Monate in neuer, französischer Barrique (forêt de Jupilles, Loir & Bercé).
F: Rubinrot
N: Fruchtig, nach Kirschen und Schokolade
G: Süssliches Tanningerüst, Nuancen von sehr reifer Frucht, etwas astringierend im Nachhall.

8. Weisser Dessertwein Vin Santo del Chianti Rùfina D.O.C. Alkohol 16,5° - Cuvée aus 60% Trebbiano, 38% Malvasia und 2% Sangiovese.
F: Helles Blassgolden
N: Nach Butterscotch-Kamellen und Honigmelone
G: Frisch in der Attacke, im mittleren Eindruck schöne Säure, dann Aromenspiel von reifer Frucht und Karamell. Ein Vin Santo, der sich auch als Essensbegleiter gut eignet.

Marchesi Gondi – Tenuta Bossi, Via dello Stracchino 32, in I-50065 Pontassieve. Homepage www.gondi.com

1. Weisswein “Sassobianco” 2008, DOC Bianco dei Colli dell’ Etruria Centrale, Alkohol 12,5° - Cuvée aus 50% Chardonnay und 50% Sauvignon.
F: Sehr hell, gelblich
N: Angenehmes Säurebukett, betonte Sauvignon-Anklänge nach grüner Stachelbeere, aber auch nach weisser Melone.
G: Sehr fruchtig, und angenehm frisch. Etwas zu leicht, aber ein durchaus süffiger Wein.

2. Rosé “Violana” 2008, DOC Rosato dei Colli dell’ Etruria Centrale, Alkohol ° - 100% Sangiovese aus einem Weinberg im Tal, wo ein eher frisches Klima vorherrscht.
F: Sehr helles rubinrot
N: Schöne Frische mit viel roter Frucht. Anklänge von Kirsche und Gariguette-Erdbeere
G: Feinfruchtiger Wein mit guter Säure, Aromen von Erdbeere. Optimaler Sommerwein, passt zu Speisen mit Tomatensauce, auch zu Miessmuscheln im Pomodoro-Sud.

marchese-bernardo-gondi2

Spezialist in Sachen klassisch-typischem Chianti Rùfina: Marquis Bernardo Gondi

3. Rotwein Chianti Rùfina D.O.C.G. „San Giuliano“ 2007, Alkohol 13° - Cuvée aus 90% Sangiovese, 10% Colorino.
F: Dunkles Granatrot
N: Opulent fruchtig-blumiges Bukett
G: Gute Säure-Frucht Struktur, Nuancen von süsslicher, roter Johannisbeere und etwas Minze im Nachhall. Tannine etwas eckig, da erst 2 Monate auf der Flasche.

4. Rotwein Chianti Rùfina Riserva D.O.C.G. 2005 „Pian die Sorbi“, Alkohol 13,5° - Cuvée aus 90% Sangiovese, 10% Colorino.
F: Dunkles Violett
N: Fruchtiges Bukett mit mineralischem Unterton
G: Schöne Struktur, warme Aromen. Nicht dermassen säurebetont. Erinnert an Schokolade und Kirsche

5. Rotwein Chianti Rùfina Riserva D.O.C.G. 2003 „Villa Bossi“, Alkohol ° - Cuvée aus 90% Sangiovese, 10% Colorino.
F: Rubinrot
N: Aromatisch, mit feinfruchtiger Struktur
G: Eingebundene Tannine, erinnert viel an rote Waldfrüchte und Veilchen. Leichter Unterton von Mandeln. Etwas bitter , doch lang im Nachhall.

6. Rotwein „Mazzaferrata“ 2005, IGT Rosso dei Colli della Toscana Centrale, Alkohol ° - 100% Cabernet Sauvignon.
F: Violett
N: Pfeffriges Bukett, dann Anklänge von blauer Pflaume. Nuancen von Kakao
G: Am Gaumen präsenter als in der Nase, ausgeprägte Töne nach roten Früchten und roter Paprika. Rund in der Struktur.

7. Weisser Dessertwein Vin Santo del Chianti Rùfina Riserva D.O.C. 2001 „Cardinal de Retz“ Alkohol 15,5° - 100% Trebbiano.
F: Bernsteinfarben
N: Aromatisches Bukett nach Vanille und Butterscotch, angenehme Balance
G: Vanille und frisches Heu in der Attacke, dann Aromen von gekochtem Rhabarber-Mus und im Nachhall interessante, rauchige Nuancen, sowie etwas kräuterig nach getrocknetem Liebstöckel.

Podere il Pozzo (Cantine Fratelli Bellini), Via Argomenna 16, in I-50065 Pontassieve. Homepage www.bellinicantine.it

Podere il Pozzo gehört zu dem Kellern der Gebrüder Bellini. Das Gut hat eine Gesamtgrösse von 40 ha, davon sieben Hektar Weinberge.

1. Rotwein Chianti Rùfina D.O.C.G. 2007, Alkohol 13,5° - 100% Sangiovese
F: Violett
N: Sehr verhalten
G: Astringierend und ziemlich viel Kohlensäure. Eventuell Nachgärung?

2. Rotwein Chianti Rùfina Riserva D.O.C.G. 2005, Alkohol 13,5° - 100% Sangiovese
F: Sehr dunkles violett
N: Fruchtig und säurebetont, typischer Rùfina-Duft, angenehm
G: Gute Struktur, leicht astringierend. Im Nachhall mittel

3. Rotwein „Canto Lupo“ 2006, IGT Toscana, Alkohol 13,5° - Cuvée aus 40% Cabernet Sauvignon, 30% Sangiovese, 30% Merlot.
F: Sehr dunkles granatrot
N: Volles Bukett, Anklänge von Tabak und schwarzer Schokolade
G: Gute Säurestruktur, Wein mit Körper. Rauchige Noten im Abgang, etwas Mangel an Balance.

Azienda Agricole Frascole, Via di Frascole 27, in I-50062 Dicomano. Homepage www.frascole.it

Das Bio-Weingut Frascole liegt auf einem Berggrat in den Dicomano-Hügeln oberhalb des Val de Sieve. Durch das kältere Klima werden die Trauben im allgemeinen 10 Tage später gelesen als in Pontassieve.

1. Rotwein Chianti Rùfina D.O.C.G. 2007 „Bitornino“, Alkohol 13,5° - Cuvée aus 90% Sangiovese, 5% Canaiolo und Colorino, 5% Trebbiano Bianco und Malvasia.
F: Granatrot
N: Volles, fruchtiges Bukett
G: Fruchtige Struktur, eingebundene Tannine und gute Säure. Ein leichter, süffiger Wein

2. Rotwein Chianti Rùfina D.O.C.G. 2006 “Frascole“, Alkohol 13,5° - Cuvée aus 90% Sangiovese, 5% Canaiolo und Colorino, alte Reben.
F: Schönes rubinrot
N: Fruchtig-aromatisch und sehr frisch. Anklänge von Marzipan (Bittermandel)

G: Fruchtig, mit leichtem Tanningerüst. Kirscharomen. Spritziger und floraler Wein mit guter Balance.

3. Rotwein Chianti Rùfina D.O.C.G. 2007 “Frascole“, Alkohol 13,5° - Cuvée aus 90% Sangiovese, 5% Canaiolo und Colorino, alte Reben.
F: Glänzendes rubinrot
N: Betonte Fruchtigkeit. Erinnert an Himbeere und auch an süsse Schokolade
G: Würzig und fein säurebetont. Holz-Noten noch nicht ganz eingebunden, braucht noch etwas Zeit

4. Rotwein Chianti Rùfina Riserva D.O.C.G. 2005 “Frascole”, Alkohol 14° - Cuvée aus 90% Sangiovese und 10% Merlot
F: Rubinrot
N: Würzige Fruchtigkeit mit Anklängen von grüner Paprikaschote.
G: Vollmundig, ausgereift. Im Nachhall leicht pfeffrige Nuancen. Abgerundete Tannine

enrico-lippi1

Enrico Lippi, Besitzer und Kellermeister der Fattoria Frascole kredenzt seinen Vin Santo

5. Rotwein Chianti Rùfina Riserva D.O.C.G. 2006 “Frascole”, Alkohol 14° - Cuvée aus 98% Sangiovese und 2% Merlot
F: Sehr dunkles rubinrot
N: Nach Brombeeren und mit mineralischen Unterton
G: Gute Frische, fein mineralisch. Im Nachhall säurebetont. Mittel-lang in der Persistenz, Wein mit ziemlichen Potenzial

6. Rotwein „Vènia“ 2006, IGT Toscana, Alkohol 13,5° - Cuvée aus 40% Sangiovese, 60% Merlot.
F: Rubinrot mit violetten Reflexen
N: Fruchtig-fleischige Variante mit mineralischen Anflügen. Zurzeit etwas verhalten.
G: Geradlinige Struktur, süssliche Tannine. Feminine Auslegung eines IGT Toscana. Etwas verschlossen, im Nachhall leicht kräuterige Untertöne (Liebstöckel- Sarriette)

7. Weisser Dessertwein Vin Santo del Chianti Rùfina D.O.C. “Frascole” 1996, Alkohol 14° - Cuvée aus 50% Trebbiano Bianco, 50% Malvasia Bianco.
F: Mittleres bernsteinfarben, wie guter Cognac
N: Elegant und nach Vanille und Trockenobst. Sehr komplex
G: Komplexer Wein, Fruchtsüsse sehr opulent. Zeigt etwas Jod-Töne und etwas gebrannte Mandel. Konsistenz ähnlich wie Melasse.

8. Weisser Dessertwein Vin Santo del Chianti Rùfina D.O.C. “Frascole” 1997, Alkohol 14,5° - Cuvée aus 50% Trebbiano Bianco, 50% Malvasia Bianco.
F: Nussbraun
N: Komplexes Aromen-Bukett, angenehmer Karamell-Anflug
G: Sehr ausgewogen, mineralische Unterstruktur und Noten von Kaffee und Zartbitter-Schokolade

Fattoria il Lago, Via Montefiesole 55, in I-50062 Dicomano. Homepage www.fattoriaillago.com

1. Rosé „Il Lago“ 2008 IGT Toskana, Alkohol 13° - 100% Sangiovese
F: Sehr helles kirschrot mit gelblichen Reflexen
N: Viel nach Erdbeere. Gute, leichte Fruchtigkeit
G: Vollmundig Frisch, im Nachhall säurebetont. Typisch für die Rebsorte.

2. Rotwein Chianti Rùfina D.O.C.G. 2007 “Il Lago“, Alkohol 13,5° - 100% Sangiovese.
F: Rubinrot mit etwas violetten Reflexen
N: Pfeffriges Aromen-Bukett und schön frisch
G: Extrem fruchtig, danach folgen etwas würzigere Aromen. Vielleicht zu jung im Moment.

3. Rotwein Chianti Rùfina Riserva D.O.C.G. 2006 “Il Lago“, Alkohol 14,5° - 100% Sangiovese.
F: Rubinrot
N: Vielschichtiges Bukett; etwas nach Tabak, etwas nach getrocknetem Gras. Allgemein doch fruchtgeprägt
G: Schöne Fruchtigkeit, angenehme Struktur. Im Nachhall etwas taningeprägt. Der ungefilterte Wein erscheint sehr jung, optimaler in 6 Monaten.

4. Rotwein „Pian de’ Guardi“ 2003, IGT Toscana, Alkohol 14,5° - 100% Sangiovese
F: Intensives rubinrot
N: Opulent animalisch. Nach China-Tinte und neuem Leder
G: Vielschichtige, warme Aromen, harzige Untertöne. Erinnert im Nachhall an Rumtopf. Sehr lang am Gaumen.

5. Rotwein „Pian de’ Guardi“ 2005, IGT Toscana, Alkohol 14,5° - 100% Sangiovese
F: Rubinrot
N: Würzig mit rustikalem Unterton (sous-bois) Dann mineralische Anklänge und Noten von Butterscotch
G: Volle, warme Aromenpalette, doch noch zu jung. Anklänge von grünen Mandeln, sehr ausgeprägte, noch nicht ganz eingebundene Säure. Hohes Potenzial.

6. Weisser Dessertwein Vin Santo del Chianti Rùfina D.O.C. “Il Lago” 2004, Alkohol 16,5° - Cuvée aus 80% Trebbiano, 20% Malvasia.
F: Rotgold mit kupfernen Reflexen
N: Nach überreifen Trauben und trotzdem sehr frisch
G: Sehr gute Struktur. Erinnert an reife Quitten. Zeigt im Nachhall eine schöne, ausbalancierte Säure.

Im dritten und letzten Teil unserer aufschlussreichen Weintour durch das Chianti Rùfina-Gebiet beleuchten wir die Weine von Fattoria Lavacchio, Azienda Agricola Travignoli, Castello di Nipozzano – Marchesi Frescobaldi, Casa Vinicola Dreolino und Azienda Agricola Colognole.


02.07.2009

Chianti Rùfina – so fruchtig-frisch kann Sangiovese sein. (1.Teil)

von Romain in Wine Travels

Auf internationaler Ebene ist Chianti der bekannteste Wein Italiens. Neben dem „Classico“ dessen südlicheres Anbaugebiet neuerdings einem eigenen Regel-Mechanismus unterliegt, besteht das toskanische Weingebiet aus sieben, geographisch ganz verschiedenen Unterzonen: die Colli Aretini, die Colli Fiorentini, die Colli Senesi, die Colline Pisane, sowie Montalbano, Montespertoli und Rùfina.


Letzteres ist mit einer aktuellen Anbaufläche von ungefähren 1300 Hektar das kleinste Chianti-Gebiet. Dafür ist die Gegend um das Val de Sieve aber sozusagen das Aushängeschild in puncto Wein – die älteste Weinstrasse der Toskana, die „Strada dei Vini Chianti Rùfina e Pomino“ verläuft durch diese hügelige, wenn nicht sogar gebirgige Landschaft zwischen dem Mugello und Florenz.

Diese Gegend war Ende Juni 2009 unser Reiseziel. Hier besuchten wir ein gutes Dutzend regional bekannter, und teilweise international renommierter Weingüter, deren beste Tropfen wir in den folgenden Zeilen beschreiben.

Ausgangsort des Verkostungs-Parcours war Pontassieve, ein beschauliches Städtchen am Zusammenfluss der Flüsse Sieve und Arno. Bereits hier ist der Arno, welcher 18 Kilometer weiter westlich viel zum pittoresken Ambiente von Firenze beiträgt, so breit wie die Luxemburger Mosel.

Überhaupt gibt es diverse Ähnlichkeiten im Vergleich zu unseren Weinen. Da könnte man beispielsweise die fast identische Rebfläche von 1300 Hektar im Ertrag stehender Weinberge nennen. Über dies und andere Details reden wir später, im dritten und letzten Teil der Reportage.

Nachfolgend unsere Verkostungsnotizen: (F = Farbe, N = Nase, G = Gaumen)

Fattoria I Veroni, Stadtteil Pianottello, Via Tifariti, 5 in I- 50065 Pontassieve. Homepage www.iveroni.it

1. Weisswein Bianco del Pianottolo 2008, Alkohol 12,5° - Cuvée aus 55% Malvasia Toscana, 40% Sauvignon Blanc, 5% Viognier. I.G.T. Bianco dei Colli della Toscana Centrale; Weinberg “Il Pianottolo”

F: hellgolden

N: angenehm fruchtig, Aprikosen

G: fruchtig-frisch, säurebetont mit leichtem Bitterton im Nachhall. Süffig.

vin-santo-lagerung-bei-fattoria-i-veroni

Der Vin Santo reift auch bei “I Veroni” traditionsgemäss unter dem Dach


2. Rotwein Terre del Pelacane 2007, Alkohol 13° - Cuvée aus 75% Sangiovese und 25% Merlot. I.G.T. Rosso dei Colli della Toscana Centrale ; Weinberg in S. Martino a Quona.

F: granatrot, leichte Brauntönung

N: würzig-süss, typische Merlot-Nuancen

G: gute Säure, etwas rauchig im Abgang. Kurz im Nachhall.

3. Rotwein Chianti Rùfina D.O.C.G. 2007, Alkohol 13,5° - Cuvée aus 90% Sangiovese, 10% Canaiolo Nero. Ein Jahr in 20 bis 25 Hekto-Fässern aus Slowenischer Eiche gereift. Weinberg in S. Martino a Quona.

F: granatrot

N: angenehm frisch, rote Früchte

G: eingebundene, doch bestechende Säure, rauchiges Aroma. Feine Tannine im Nachhall. Etwas Drops und bittere Note im Abgang, doch mit viel Frucht.

4. Rotwein Chianti Rùfina Riserva D.O.C.G. 2006, Alkohol 13,5° - Cuvée aus 90% Sangiovese, 10% Canaiolo Nero und andere Sorten. 18 Monate in 500 Liter-Barriques aus französischer Allier-Eiche, 50% neues Holz. Weinberg San Martino a Quona.

F: Granatrot mit sehr leichten bräunlichen Reflexen

N: Nach reifen Pflaumen und Kaffeebohnen, würzig

G: leicht in der Attacke, dann rauchige Aromen. Schönes Tanningerüst, gute Frische. Elegante, säurebetonte Variante eines Sangiovese.

5. Weisser Dessertwein Vin Santo del Chianti Rùfina 2000 D.O.C., Alkohol 16° - Cuvée aus 60% Malvasia Toscana, 30% Trebbiano, 10% Canaiolo und Sangiovese. 6 Jahre in Walnuss- und Eichengebinde von 100 Litern gelagert, danach auf der Flasche 14 Monate ausgereift.

F: Karamell- bis orange-farben

N: zuerst frisch, dann nach Dürrobst und Karamell

G: nach Karamell, dann harzige Aromenpalette und leicht astringierend im Abgang. Obwohl etwas ölig doch gute Säurestruktur und frisch in der Persistenz.

Tenuta Castello del Trebbio, Via Santa Brigida, 9 in I - 50060 Santa Brigida bei Pontassieve. Homepage www.trebbio.de/

1. Weisswein Bianco della Congiura 2007, I.G.T. Toscana, Alkohol 13° - Cuvée aus 60% Riesling, 20% Pinot Gris (Grauburgunder), 20% Incrocio Manzoni.

Stammt von Reben im zweiten Ertragsjahr, der Wein wird in Stahltanks ausgebaut.

F: hellgold

N: vollfruchtig bereits in der Attacke, würzig, etwas Weihrauchnoten und Acacia-Blüte

G: leicht und fruchtig, Aromen von Grapefruit. Gute Säurestruktur, etwas Rauchtöne im Abgang. Weisswein mit Potenzial.

eingangstur-zum-castello-del-trebbio

Einige hundert Jahre alt ist die Eingangstür zum Castello del Trebbio sicherlich


2. Rotwein Chianti D.O.C.G. Castello del Trebbio 2008, Alkohol 12,5° - Cuvée aus 90% Sangiovese, 10% Canaiolo Nero und Colorino.

F: rubinrot

N: fleischig, würzige Noten, etwas nach Holunderbeere

G: Leicht in der Attacke mit mittlerer Tanninstruktur, fleischig und lang im Nachhall.

3. Rotwein Chianti Rùfina Riserva D.O.C.G. „Lastricato“ 2004, Alkohol 13,5° - 100% Sangiovese. 36 Monate in Holz gereift, danach 12 Monate auf der Flasche gelagert.

F: Dunkles rubinrot

N: vielschichtig und vollfruchtig, nach schwarzen Waldbeeren und etwas rauchig

G: schöne Struktur, etwas rauchig mit feinem Tanningerüst. Noten von Kirschen und Mandeln. Im Nachhall säurebetont. Ein harmonischer Wein, ein klassischer Rùfina.

4. Rotwein Merlot 2006, I.G.T. Toscana, Alkohol 13,5° - 100% Merlot

F: dunkles violett

N: ausgereift fruchtig, erinnert an rote Johannisbeere, auch an Erdbeermarmelade.

G: süssliche Fruchtaromen, etwas Lakritz. Schöne Säure, doch Töne der Holzlagerung überwiegen. Etwas bitterer Finish, kurz im Nachhall. Es wäre interessant diesen Gastronomiewein in einem Jahr nochmals zu verkosten.

Fattoria Selvapiana, Bio-Weingut in I- 50068 Selvapiana bei Rùfina. Homepage www.selvapiana.it

1. Rotwein Chianti Rùfina D.O.C.G. “Selvapiana” 2007, Alkohol 13,5° - Cuvée aus 95% Sangiovese mit 5% Canaiolo, Colorino und Malvasia Nera. Von Weinbergen in Pelago und Pontassieve.

F: rubinrot-violett

N: sehr fruchtig, (reife Pflaume) und Nuancen von Weihrauch

G: schöne Säure in der Attacke, dann würzige Aromen von roten Beeren, sowie Anklänge von Veilchen. Optimaler Wein zu Pasta.

2. Rotwein Pomino D.O.C. „Petrognano“ 2007, Alkohol 14,0° - Cuvée aus 60% Sangiovese, 20% Cabernet Sauvignon, 20% Merlot. Dies ist eine Monopol-Lage der Familie Antinori. Der Pomino-Weinberg, wovon Selvapiana 6 Hektar inne hat, liegt auf 400 Metern in den Ausläufern des toskanisch-römischen Apeninnen-Gebirges.

F: dunkles violett

N: fruchtige Töne und rauchige Noten, feine Nuancen von Weihrauch.

G: fruchtig, eingebundene Tannine, rund und mit guter Balance. Jetzt optimal.

3. Rotwein „Fornace“ 2006, I.G.T. Toscana, Alkohol 13,5° - Cuvée aus 40% Merlot, 40% Cabernet Sauvignon, 20 % Sangiovese. 15 Monate in französischen Barriques gereift, 40% davon im neuen Holz.

F: Klares granatrot

N: angenehmes Bukett nach Barrique, nach Kräutern und Schokolade, Nuancen von Weihrauch

G: frisch-fruchtig nach roten Beeren, ausdrucksvoll mit leichten, rauchigen Tönen. Gute Balance, perfekter Wein zum Essen.

alter-weinberg-der-fattoria-selvapiana1

Fattoria Selvapiana ist ein Bio-Weingut; der schöne alte Weinberg im Bild lässt darauf  schliessen…


4. Rotwein Chianti Rùfina Riserva D.O.C.G. “Bucerchiale” 2006, Alkohol 14,5° - 100% Sangiovese aus der Einzellage “Vigneto Bucerchiale”. 15 Monate in französischer Barrique gereift, nur 10% davon neues Holz. 75% dieses Weines wird in Barrique ausgebaut, der Rest in grossen Fässern.

F: glänzendes granatrot

N: beeindruckend-fruchtiges Bukett nach Schokolade, Minze und Weihrauch.

G: schöne Struktur, viel Frucht. Wein mit guter Balance und sehr langem Nachhall, leichte Aromen von Salbei im Nachklang.

5. Rotwein Chianti Rùfina Riserva D.O.C.G. “Bucerchiale” 1996, Alkohol 13,5° - 100% Sangiovese aus der Einzellage “Vigneto Bucerchiale”. 15 Monate in französischer Barrique gereift.

Der 13 Jahre alte Wein stammt aus einem kälteren Jahr, zeigt aber ein ähnliches Degustationsprofil wie der „Bucerchiale“ 2006. Von der Farbe her hat er eine etwas bräunlichere Tönung. Die Fruchtigkeit und Frische ist gut vorhanden, auch wenn interessante sekundäre und tertiäre Aromen wahrnehmbar sind.

Fazit: Alle verkosteten Selvapiana-Sangiovese zeigen in der Nase die dezenten Weihrauchtöne, und bestechen mit schöner Säure und feinem Tanningerüst.

Im zweiten Teil unserer Entdeckungsreise durch das Chianti Rùfina-Gebiet beleuchten wir die Weine von Fattoria di Grignano, Marchesi Gondi – Tenuta Bossi, Podere Il Pozzo, Azienda Agricola Frascole und Fattoria Il Lago.


18.12.2008

Einmalige Rieslingslagen Winninger Uhlen und Bremmer Calmont

von admin in Wine Travels

 

bremmer-calmont

Alpine Verhältnisse an der deutschen Terrassenmosel ? Im Auto, unten an den Terrassen-Hängen vorbeifahren, ist beeindruckend.  Wer jedoch auf einer waghalsigen Tour durch Europas steilste Weinberge zwischen Bernkastel und Koblenz gekraxelt ist, zweifelt nicht daran. 

Uhlen und Calmont heissen diese arbeitsintensivsten Mosel-Wingerten. Gegenüber solchen Extremlagen sind Wormeldinger Köppchen und  Wintringer Felsberg in Luxemburg nur grössere Hügel. 

Fakten sprechen für sich: Der Calmont steigt von den Moselauen auf drei Kilometer Länge teilweise fast 300 Meter aufwärts. In seiner Mitte scheint er wie eine bedrohliche, senkrechte Wand. Zusammenhängende Rebflächen sucht man vergebens. Das Wort Flurbereinigung (Remembrement) wird bei den dortigen Winzern mit Gelächter honoriert. 

Ähnlich ist es Mosel aufwärts in Winningen. Der dortige Weinberg ist der Uhlen, was im Moseldialekt Eulen heisst. Neben diesen Nachtjägern sind die jahrhundertealten Steilterrassen auch Lebensraum von Smaragdeidechse und Apollofalter. 

Abgeleitet vom seltenen Schmetterling ist auch der Name des ersten Weins, den wir im Restaurant Moselblick (wie könnte es anders sein) serviert bekommen. Sehr mineralisch mit feiner Frucht und bestechender Säure gibt sich der 2006er Apollo-Terrassen vom Weingut Fries. Ein rassiger Riesling mit enorm langem Nachhall.

Nach der Verkostung stellen wir dies bei vielen Rieslingen aus dem Uhlen fest. Grund dafür sind die Böden. Blauschiefer, Schwarzschiefer und roter Quarzit sind vorrangig. Hinzu kommt die nicht homogene Mineralisation des Bodens, welche auf den 15 Hektar vielfach ändert. 

Mit knapp 30 Trockenmauern ist der Uhlen der grösste Terrassen-Weinberg Deutschlands. Verständlich dass gute Tropfen der Weingüter Heymann-Löwenstein, Reiner Fries, Richard Richter, Freiherr von Heddesdorff, Beate Knebel, Domgartenhof und Rüdiger Kröber nicht vergleichbar sind. Geschmacklich beeindruckend sind alle.

Mit 1500 Arbeitsstunden pro Jahr sind diese, auch landschaftlich sehr reizvollen Wein-Terrassen zweimal arbeitsintensiver als unsere Weinberge. Dies erklärt auch die Qualität der Weine. 

Wer wissen möchte, wie Terroir-Weine an der deutschen Untermosel schmecken, sollte nach Winningen kommen.

Noch beeindruckender was die Steillagen betrifft ist der sich kesselförmig ausdehnende Calmont, in einer spektakulären Moselschleife zwischen Bremm und Ediger-Eller. 

Einst 25 Hektar gross, verfiel der Weinberg nach dem Krieg.  In den achtziger Jahren wurden kaum noch 8 Hektar genutzt. Durch Rückbesinnung auf die besseren Weinqualitäten wurden ab 2002 mehr als 6 Hektar Terrassenreben neu gepflanzt. In zwei Jahren wird der Calmont, dessen Renaissance in internationalen Fachkreisen gewürdigt wird, eine Fläche von 16 Hektar erreichen. 

Auf dem Klettersteig, einer anspruchsvollen, dreistündigen

Wanderung durch den Berg, konnten wir uns auch jetzt im Winter vom Wiederaufblühen dieses Symbols der Region überzeugen. Über Leitern gelangen wir von einer Terrasse zur anderen, unwegsame Felspartien werden mit Eisenhaken und durch Stahlseile gesichert. Wer nicht trittsicher ist oder schwindelfrei ist, riskiert sein Leben. 

Teilweise fällt der Berg bis zu 100 Meter steil ab. Glitschig ist der Schiefer auch, besonders bei Regen. Die überwältigende Aussicht belohnt für den abenteuerlichen Aufstieg. Eine Verkostung eines feinen Rieslings vom Weingut Reinhold Franzen auf der Panorama-Plattform mitten im Calmont war dann auch der Highlight dieser alpinen Kletterei. 

Und Weitsicht hatte auch Ulrich Franzen als er 2002 in der Calmont-Kaule neu pflanzte. Heute sind seine Rieslinge vom Quarzit-Schiefer die begehrten  Raritäten.

 

Praktische Hinweise

Bremm und Ediger-Eller liegen eine Stunde von Luxemburg entfernt. Nach Winningen sind es weitere 60 Kilometer, Richtung Koblenz.

An die 25 Winzer bewirtschaften Weinberge im Uhlen, im Bremmer Calmont sind es doppelt so viele. Es wird nur Riesling angebaut. Die Erträge liegen bei knapp 50 Hekto/ ha. Preise variieren stark, sind für den Arbeitsaufwand jedoch gerechtfertigt. 

Weitere Information unter www.msr-wein.de , www.calmont-mosel.de , www.calmont-region.de, www.winningen.de und auch www.riesling.de 


18.12.2008

Studienreise rundum die « VIII Selezione dei vini di Toscana »

von admin in Wine Travels

Im Anschluss an die « Selezione dei Vini di Toscana“, organisierte das regionale Weinmarketing-Büro in Florenz eine Studienreise für Fachjournalisten, bei der es darum ging, weniger bekannte Weinregionen, sowie kaum kommerzielle Produzenten kennen zu lernen.

verkostung-bei-le-pupille-in-grosseto

In der Toskana ist die Symbiose zwischen uralten Weinkellern und Hightech-Wineries gelungen. Erste Station unserer Reise war die Tenuta Bossi, ein uraltes Weingut der Grafen Gondi in Pontassieve. An die traditionellen, rustikal ausgebauten Chianti Rùfina gewöhnt man sich nur langsam. Wirklich beeindruckend sind jedoch die alten Weinkeller im Palazzo Gondi.

Nach dem Besuch des lokalen Weinbaumuseums in Rùfina ging die Fahrt Richtung Arezzo, in das Anbaugebiet Colli Aretini, wo uns Roberto Giulio Droandi auf seiner Farm in den Aretini-Hügeln empfing. Auf den Terrassen, welche mit Trockenmauern gehalten sind, wird Bio-Wein hergestellt. Neben dem Chianti Classico „Ceppeto“ 2006 verkosteten wir eine Rarität, den Foglia Tonda, einen Toscana IGT der aus dieser Rotweinrebe mit den runden Blättern entsteht.

Unformell ging es in der Villa La Ripa di Saverio in Arezzo zu, wo die Familie Luzzi uns zum Abendessen erwartete. Auf einem kleinen, 150 ar

umfassenden Weinberg wird ein Rotwein Namens „Psyco“ hergestellt. Schmecken tut er, und Kopfschmerzen bereitete dieser Rote übrigens auch keine.

Brunello di Montalcino DOCG wird nur aus Sangiovese Grosso gewonnen, und am Monte Amiata heisst die Traube auch noch Brunello. Auf dem 18 Hektar grossen Gut „Cantina Prime Donne“ der Familie Cinelli-Colombini mundete uns jedenfalls der rubinrote, fruchtintensive Brunello Projekt Prime Donne. Ein grosser Wein, nur von Frauen gemacht. Der Weinkeller „Casato Prime Donne“ ist einzigartig in Italien. Alles, vom Rebschnitt bis zur Verkaufs-Degustation liegt in der Hand von Frauen.

Von Podere Casato ging die Fahrt am späten Nachmittag nach Sant’ Angelo in Colle, wo unsere 14-köpfige Gruppe in der Osteria Il Leccio bei deftigen Spezialitäten und der obgligaten Pasta ältere Jahrgänge weniger bekannter Brunello-Weine verkosten konnte.

Tags darauf, auf dem Weg in die Maremma ging es durch das Hinterland in Richtung Massa Marittima. Im Nachhinein können wir behaupten, mit der Fattoria Le Pupille und dem hypermodernen Weingut Poggio Verrano echte Highlights der Toskana erlebt zu haben.

Le Pupille ist ein alter Name, und beschreibt ein Landhaus zwischen Scansano und Magliano, wenige Kilometer vom Meer entfernt. Das Weingut von Elisabetta Geppetti liegt aus Platzverhältnissen heute aber in einem Tal in Istia d’Ombrome.

70 Hektar Weinberge, zu 70% mit Sangiovese bestückt sind das Ausgangsmaterial für fantastische Weine wie den Morellino di Scansano 2007, der an der Nase mit einem Bukett von Kirsche, Tabak und würzigen Kräutern betört. Der rubinrote, gut strukturierte Wein ist mehr als originell.

Saffredi heisst der grosse Wein von Le Pupille. Der opulente IGT Maremma Toscana katapultierte ab 1987 die Fattoria von Elisabetta Geppetti in die Elite der italienischen Oenologie. Üppig, konzentriert und ausgeglichen steht dieser 2005er SuperToscan erst am Anfang. Sein Alterungspotenzial liegt bei mindestens 15 weiteren Jahren.

Wer edelsüsse Weissweine mag, sollte den Solalto 2005 von Le Pupille versuchen. Der an Rhabarber-Marmelade erinnernde, bernsteinfarbene Wein wird aus Traminer, Sauvignon Blanc und Semillon gekeltert.

Das modernste Weingut – durchaus in Symbiose mit den uralten Kellern der verschiedensten Gegenden der Toskana – ist Poggio Verrano in Montiano. Starwinzer Francesco Bolla ist hier ein grosser Wurf gelungen. Dromos 2006, dunkelviolett, tanninreich und dennoch rund am Gaumen ist genau wie Dromos L’Altro 2007 (90% Sangiovese) ein Maremma-Wein, der es mit grossen Crus aus Frankreich aufnimmt.

fasskeller-im-weingut-casato-prime-donne-in-montalcino

Praktische Hinweise

Die 8. Auflage von „Selezione die Vini di Toscana“ fand im Oktober 2008 in Siena statt. Seit 1989 hat dieser Weinwettbewerb, der sich eher an Klein- und Mittelbetriebe richtet, zum Ziel, die streng selektionnierten Tropfen über das italienische Aussenhandels-Institut auf internationalem Parkett, wie Vinexpo in Bordeaux, ProWein in Düsseldorf oder der „Italian Wine Week“ in den USA, in China und Japan bekannt zu machen. Weitere Informationen gibt es unter www.toscanapromotione.it